Bunte Farben für die Woche der UN-Nachhaltigkeitsziele
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"Nachhaltigere Lebensweise ist Gebot der Stunde"

BBV-Landfrauen haben die 17 globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung im Blick

15.09.2022 | Anlässlich der Deutschen Aktionstage für Nachhaltigkeit vom 20. bis 26. September 2022 zeigen die Landfrauen im Bayerischen Bauernverband, wie vielseitig sie sich für eine nachhaltigere Entwicklung sowohl regional als auch international einsetzen.

„Eine Veränderung hin zu einer nachhaltigeren Entwicklung für die Zukunft unseres Planeten kann nur dann stattfinden, wenn sich jede und jeder Einzelne in der Verantwortung sieht“, sagt Landesbäuerin Anneliese Göller. „Wir bäuerlichen Familien denken seit jeher ressourcenschonend und damit nachhaltig, denn wir wollen unsere Höfe zukunftsfähig an die nächste Generation weitergeben. Mit unseren Landfrauen-Positionen, -Projekten und -Aktionen wollen wir zum Nachdenken anregen und zum Mitmachen auffordern für eine sozial, wirtschaftlich und ökologisch nachhaltigere Zukunft“, sagt Landesbäuerin Anneliese Göller. „Bei der Ausrichtung unserer Landfrauenarbeit behalten wir die globalen Nachhaltigkeitsziele im Blick.“

Die Weltgemeinschaft will mit den „17 globalen Zielen für eine nachhaltige Entwicklung der Agenda 2030“ überall auf der Erde ein menschenwürdiges Leben ermöglichen und die natürlichen Lebensgrundlagen dauerhaft sicherstellen. Die Regierungen weltweit, aber auch die Zivilgesellschaft, die Privatwirtschaft und die Wissenschaft sind aufgefordert, ihr Tun und Handeln danach auszurichten.

„In einer Zeit mit steigenden Lebensmittelpreisen, weltweit drohenden Hungerkatastrophen und einer fortschreitenden Klimakrise ist eine nachhaltigere Lebensweise das Gebot der Stunde“, so Göller. Im Rahmen der 17 globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung setzen die Landfrauen im BBV derzeit einen Schwerpunkt auf den Kampf gegen Lebensmittelverschwendung. In ihrer Position „Wertschätzen statt Wegwerfen“ zeigen Landfrauen Lösungsvorschläge zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung auf und bieten interessierten Verbraucherinnen und Verbrauchern an ihren Ständen auf der Bauernmarktmeile in München am 25. September 2022 sowie auf dem Bayerischen Symposium „Besser retten, besser essen!“ in der Münchner Residenz am 28. September 2022 wertvolle Tipps zur richtigen Lagerung von Lebensmitteln.

Im Folgenden informieren die Landfrauen über ihr vielfältiges Engagement - sei es im Bereich der Bildung, der Öffentlichkeitsarbeit oder der politischen Interessenvertretung.

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Kein Hunger: Wir handeln regional und blicken über den Tellerrand

Armut in all ihren Formen und überall beenden

 

Hunger beenden, Ernährungssicherheit und bessere Ernährung, nachhaltige Landwirtschaft fördern

  • Regionale Produkte stehen für Qualität, Saisonalität und Frische. Unter hohen Standards erzeugen die bäuerlichen Familien in Bayern hochwertige Lebensmittel vor ihrer Haustür. Essen aus Bayern heißt Vielfalt auf dem Teller und ist gelebter Klimaschutz. Tipps zu regionalen Lebensmitteln und Landfrauenrezepte zum Nachkochen gibt es auf www.essen-aus-bayern.de
  • Wo kommen unsere Lebensmittel her? Was leistet die bayerische Landwirtschaft für unsere Gesellschaft? Welchen Beitrag haben die Wälder für den Klimaschutz? Wir informieren Schulklassen im Rahmen der Projektwochen „Schule fürs Leben“ über unsere Arbeiten in der Land-, Haus- und Forstwirtschaft.
     
  • Die Erwartungen und Wünsche an einen nachhaltigeren Konsum, an die Erzeugung von Lebensmitteln und wie Landwirtschaft betrieben wird, sind so hoch wie noch nie. Für uns steht fest: Nachhaltigere Ernährung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, zu der jede und jeder Einzelne einen Beitrag leisten kann. Unsere Position zu einer nachhaltigeren Ernährungsweise finden Sie hier:
    Die Positionen zu Fleisch- und Milchalternativen und zu Klima und Ernährung.
  • Werden Lebensmittel verschwendet, gehen die für die Herstellung benötigten Ressourcen und Betriebsmittel wie zum Beispiel Saatgut, Dünger und Energie verloren. Mit unserer Position „Wertschätzen statt Wegwerfen“ tragen wir Vorschläge zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung zusammen.
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Gesundheit und Wohlergehen: Wir beugen vor - zum persönlichen und gesellschaftlichen Wohl

Ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters gewährleisten und ihr Wohlergehen fördern

  • Mit dem Projekt „Landfrauen machen Schule“ und unseren Beiträgen zu den Projektwochen „Schule fürs Leben“ setzen wir bei der Ernährungs- und Gesundheitsbildung in Grund- und weiterführenden Schulen an. Das Themenspektrum umfasst die Bereiche Ernährung, Gesundheit, Umweltverhalten, Haushaltsführung und selbstbestimmtes Verbraucherverhalten, um den Grundstein für mündige Verbraucherinnen und Verbraucher zu legen.
     
  • Gesundheit ist unser höchstes Gut. Um sie möglichst lange zu erhalten, schaffen wir seit 2003 mit unseren Gesundheitsoffensiven Bildungsangebote zur Gesundheitsaufklärung und -vorsorge im ländlichen Raum, an denen jede und jeder teilnehmen und sich informieren kann. Sie sind vom Leitgedanken der Prävention geprägt. Veranstaltungstermine zur aktuellen Offensive „Impfen – Einer für alle, alle für einen!“ finden Sie auf www.bildung-beratung-bayern.de
     
  • Im ländlichen Raum schließen immer mehr Geburtsstationen ohne alternatives Angebot. Der Deutsche LandFrauenverband hat eine Unterschriftenaktion zur Stärkung der Geburtshilfe im ländlichen Raum durchgeführt. Wir unterstützten die Forderungen unseres Dachverbandes.
     
  • Kenia-Projekt – durch die Corona-Pandemie hat häusliche Gewalt in kenianischen Familien enorm zugenommen. Mittlerweile konnten wir 90 Frauen und Männer zu Gewaltprävention, Vermeidung von Teenager-Schwangerschaften und häuslicher Gewalt schulen. Sie geben ihr Wissen an ihre Gruppen und Gemeinden weiter – eine Bewusstseinsänderung setzt sich langsam durch.

 

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Hochwertige Bildung: Wir machen mit Bildung die Welt ein Stück besser
  • Im ländlichen Raum Bayerns ist das Bildungswerk des Bayerischen Bauernverbandes der „Dorfladen der allgemeinen Erwachsenenbildung“ mit einer Vielfalt an Themen.
     
  • Seit Winter 2003/2004 läuft auf unsere Initiative hin zum Beispiel die Qualifizierung zur Agrarbürofachkraft – eine Weiterbildung für Frauen und Männer rund um die Büroarbeit auf landwirtschaftlichen Betrieben.
     
  • Auch in Kooperation mit dem Haus der bayerischen Landwirtschaft Herrsching bringen wir vielfältige Bildungsangebote auf den Weg.
     
  • Unsere Welt wird komplexer, vernetzter und digitaler. Als Stützpunkt Verbraucherbildung hat sich das BBV Bildungswerk das Ziel gesetzt Bürgerinnen und Bürger aufzuklären und fit zu machen rund um die Digital- und Finanzwelt. Wir bringen Angebote der Verbraucherbildung für die Frauen auf dem Land auf den Weg.
     
  • Als Bäuerinnen wissen wir genau, wie unsere heimischen Lebensmittel erzeugt und verarbeitet werden und können dieses Wissen überzeugend an Verbraucherinnen und Verbraucher weitergeben. 150 Landfrauen haben sich zu Ernährungsfachfrauen weitergebildet und sind als Referentinnen im BBV Bildungswerk aktiv.
     
  • Kenia-Projekt - Gute Ausbildung und dadurch selbstständig erwirtschaftete Einkommen fördern die Eigenständigkeit und die Entwicklungsmöglichkeiten von Frauen und tragen wesentlich zur Gleichstellung innerhalb von Familie und Gesellschaft bei.

 

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Geschlechtergleichheit: Wir machen uns stark für Chancengerechtigkeit

Geschlechtergleichstellung erreichen und alle Frauen und Mädchen zur Selbstbestimmung befähigen

  • Wir setzen uns für vielfältige Interessen ein. Dahinter steht jeweils das Ziel, Frauen aus der Landwirtschaft und Frauen vom Land zu stärken und zu unterstützen.
     
  • Die Gleichberechtigung von Frauen in ländlichen Räumen ist uns nicht nur auf Landes- und Bundes-, sondern auch auf internationaler Ebene ein Anliegen.
     
  • Damit Frauen aus ländlichen Räumen für kommunalpolitisches Engagement gestärkt werden, haben wir zum Beispiel anlässlich der letzten Kommunalwahlen zu der Veranstaltung „Mehr als die (bessere) Hälfte – Frau. Macht. Politik.“ eingeladen.
     
  • Wir unterstützen unseren Dachverband, den Deutschen LandFrauenverband, geschlechterbedingte Barrieren abzubauen und die Position der Landfrauen in Politik und Gesellschaft zu verbessern. Das Projekt „Selbst ist die Frau!“ sensibilisierte für die Existenzgründung und eröffnete berufliche Perspektiven vor Ort.

 

Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung für alle

Wasser ist ein kostbares Gut - ohne Wasser kein Leben. Zum Welttag der Hauswirtschaft am 21. März 2020 haben wir auf einen sorgsamen Umgang mit Wasser und auf den engen Zusammenhang zwischen Wasser- und Lebensmittelverschwendung aufmerksam gemacht.

 

 

Nachhaltiges Wirtschaftswachstum, produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit

  • Auf (mindestens) zwei Standbeinen steht es sich besser. Diversifizierung geht oft von den Frauen auf den Höfen aus. Mit „Qualität vom Hof“ geben wir Frauen eine Plattform zur Vernetzung, zum Austausch und zur Bekanntmachung ihres Angebotes.
     
  • Auch die Tätigkeit als Ernährungsfachfrau im BBV Bildungswerk, die Beteiligung am Projekt „Landfrauen machen Schule“ oder an „Schule fürs Leben“ sind Nischen der Diversifizierung.
     
  • Das von uns unterstütze Projekt des Deutschen LandFrauenverbandes „Selbst ist die Frau!“ sensibilisierte für die Existenzgründung und eröffnete berufliche Perspektiven vor Ort.

 

Widerstandsfähige Infrastruktur, nachhaltige Industrialisierung und Innovationen

  • Welche Möglichkeiten die Digitalisierung in den ländlichen Regionen bietet und welche Risiken damit verbunden sind, damit haben wir uns bei unserem Landesausschuss 2019 beschäftigt.

Ungleichheit in und zwischen Ländern verringern

  • Kenia-Projekt – Wissenstransfer auf Augenhöhe durch fachlichen und persönlichen Dialog fördert das interkulturelle Verständnis. 19 bayerische Landfrauen, die Austauschreisen nach Kenia unternahmen, wurden zu begeisterten Botschafterinnen für die Entwicklungszusammenarbeit und die Situation der Frauen in Kenia. Ebenso konnten bis heute 18 kenianische Landfrauen unser Land, unsere Kultur und unsere Arbeit hier in Bayern kennenlernen.
  • Alle zwei Jahre treffen sich die Landesvorstände der Landfrauen aus Südtirol, Tirol und Bayern zu einem Erfahrungsaustausch. Bei dem letzten Dreiländertreffen, das im November 2019 in Nürnberg stattgefunden hat, zeigte sich einmal mehr, dass die Landfrauen ein gemeinsames Anliegen haben: Die Landwirtschaft gehört in die Mitte der Gesellschaft! Coronabedingt fiel das letzte Treffen leider aus.

 

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Nachhaltige Städte und Gemeinde: Mit uns leben die Dörfer

Städte und Siedlungen inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig gestalten

  • Wir gestalten das Dorfleben aktiv mit und setzen uns für eine starke Dorfgemeinschaft ein. Unsere 70 Landfrauenchöre stehen ein für die Pflege bäuerlicher Kultur, die Förderung der Dorfgemeinschaft, die Ausgestaltung von ländlichen Festen, Gottesdiensten und Veranstaltungen.
     
  • Mit der Aktion „Frühstück auf dem Bauernhof“ schaffen wir Genusserlebnisse für Verbraucherinnen und Verbraucher, wir wollen damit unsere Arbeit darstellen und Stadt und Land zusammenzubringen.
     
  • Betriebe, die in der Sozialen Landwirtschaft tätig sind, erzielen Wertschöpfung in der Landwirtschaft, der bäuerlichen Hauswirtschaft, im Forst oder Gartenbau und verbinden diese gleichzeitig mit sozialen Angeboten wie beispielsweise der Betreuung von Kleinkindern oder Senioren oder der Mitarbeit von Menschen mit Behinderung auf dem Hof. Um die Akteure besser zu vernetzen, haben wir im April 2018 den Verein „Soziale Landwirtschaft Bayern e.V.“ mit gegründet.
     
  • Wir unterstützen Landfrauen bei der aktiven Mitarbeit in politischen Gremien durch Seminare und Vernetzung.

 

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Nachhaltiger Konsum und Produktion: Wir schaffen Vielfalft auf dem Teller - nachhaltig, regional und saisonal

Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sicherstellen

  • Mit dem Projekt „Landfrauen machen Schule“ und unseren Beiträgen zu den Projektwochen „Schule fürs Leben“ vermitteln wir Kindern und Jugendlichen praxisnah die Wertschätzung für unsere Lebensmittel und wie wichtig es ist, die Natur zu schonen und zu erhalten.
     
  • Regionale Produkte stehen für Qualität, Saisonalität und Frische. Unter hohen Standards erzeugen die bayerischen Bauernfamilien hochwertige Lebensmittel vor Ihrer Haustür. Essen aus Bayern heißt Vielfalt auf dem Teller und ist gelebter Klimaschutz. Tipps zu regionalen Lebensmitteln und Landfrauenrezepte zum Nachkochen gibt es auf www.essen-aus-bayern.de
     
  • Wir geben praktische Tipps wie Nachhaltigkeit und der Einsatz regionaler und saisonaler Lebensmittel bei Festen und Feiern gelingt, Tipps, die leicht umzusetzen sind und wie ein bewusster Einkauf hilft, Ressourcen zu schonen.
     
  • Bei unserem Projekt „Landfrauen on Tour“ in Kooperation mit REWE sensibilisieren wir Verbraucherinnen und Verbraucher für eine ausgewogene Ernährung mit hochwertigen bayerischen Lebensmitteln. Nach Ladenschluss finden Kochvorführungen unserer Ernährungsfachfrauen in REWE-Märkten statt. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde auch ein Digitalformat erstellt.
     
  • Über den Stützpunkt Verbraucherbildung bieten wir Veranstaltungen mit dem Themenschwerpunkt nachhaltiger Konsum an.

 

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Maßnahmen zum Klimaschutz: Wir tragen zu einem guten Klima bei

Umgehend Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen ergreifen

 

Landökosysteme schützen und dem Verlust der biologischen Vielfalt ein Ende setzen

  • Waldbesitz ist immer häufiger in Frauenhand. Deshalb organisieren wir Seminare wie einen Informationstag für Waldbäuerinnen und Waldbesitzerinnen für eine nachhaltige, wertschöpfende Waldbewirtschaftung nach dem Motto „Wald schützen durch nutzen“.
     
  • Auch bei den Projektwochen „Schule fürs Leben“ bieten wir die Themen Biodiversität und Humusaufbau in Unterrichtseinheiten an.
     
  • Unter dem Motto „Auf kleinstem Raum ist Platz für Bienen. Blumen. Leckerbissen“ riefen wir die Öffentlichkeit dazu auf, Blumenkästen und Bauerngärten mit bienenfreundlichen Blumen oder Kräutern zu bepflanzen.

 

Friedliche und inklusive Gesellschaften, Zugang zur Justiz ermöglichen

 

Umsetzungsmittel stärken und globale Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung