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Landschaft
© BBV

Waldbesitzer, Landwirte und Grundeigentümer fordern Stopp der EU-Wiederherstellungsverordnung (NRL)

BBV unterstützt Münchner Appel des Bayerischen Waldbesitzerverbands für eine zukunftsfähige Land- und Forstwirtschaft

16.03.2026 | Ein breites Bündnis aus Verbänden der Land- und Forstwirtschaft aus Deutschland, Österreich und der Schweiz hat am Samstag, 14. März 2026 den „Münchner Appell zur Wiederherstellungsverordnung“ unterzeichnet.

Die Unterzeichner – darunter Bernhard Breitsameter für den Bayerischen Waldbesitzerverband, Günther Felßner für den Bayerischen Bauernverband und Philipp Freiherr von und zu Guttenberg für die Familienbetriebe Land und Forst Bayern – warnen darin vor den Folgen der EU-Wiederherstellungsverordnung (NRL) und fordern einen sofortigen Stopp der Umsetzung sowie eine grundlegende Überarbeitung.

© BBV Münchner Appell Waldbesitzerverband und BBV

Kritik an EU-Vorgaben

Die Verbände unterstützen zwar das Ziel, widerstandsfähige Ökosysteme zu schaffen, sehen jedoch den eingeschlagenen Weg als „grundlegend falsch“. Die Verordnung missachte laut Appell die Auswirkungen des Klimawandels und wolle ein „dogmatisches Zurück in einen statischen Zustand“ erzwingen, der ohnehin bald überholt sei. Dadurch drohe ein Rückschritt für den Umbau der Wälder zu klimaresilienten Mischwäldern.

Zudem verstoße die NRL gegen Eigentumsrechte, Planungshoheit und das Subsidiaritätsprinzip. Fehlende finanzielle Mittel gefährdeten das Prinzip der Freiwilligkeit, auf dem die erfolgreiche Zusammenarbeit von Waldbesitzern, Landwirten und Staat bislang basiere. Die Verordnung würde ohne ausreichende Beteiligung der Praxis Tatsachen schaffen – mit negativen Folgen für die Holzwirtschaft, Bioökonomie, Versorgungssicherheit und Klimaziele.

Forderungen der Verbände

Das Bündnis verlangt von der EU und den Mitgliedsstaaten:

  • sofortigen Umsetzungsstopp („stop the clock“) und Neustart der Verordnung,
  • Einbindung der Betroffenen von Anfang an,
  • umfassende Folgenabschätzungen auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten,
  • Sicherung von Freiwilligkeit und Kooperation durch dauerhafte Finanzierung,
  • mehr Flexibilität und Dynamik bei der Definition von Lebensraumtypen im Hinblick auf den Klimawandel,
  • realistische Fristen sowie vereinfachte Berichtspflichten.

Die Unterzeichner betonen, dass nur eine anpassungsfähige, praxisorientierte und partnerschaftliche Umsetzung eine zukunftsfähige Land- und Forstwirtschaft sichern könne. Sie wenden sich damit explizit gegen einen „Green Deal gegen jede Vernunft“ und fordern: „Zu einem Green Deal gegen jede Vernunft sagen wir: No Deal!“

Unterzeichnet wurde der Appell neben den bayerischen Verbänden auch von Repräsentanten der Forst- und Landwirtschaftsorganisationen aus Baden-Württemberg, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Österreich und der Schweiz.

Der Münchner Appell steht damit in einer Reihe aktueller Proteste gegen das EU-Naturwiederherstellungsgesetz, das von Forst- und Landwirtschaftsverbänden als Gefahr für Waldumbau und Ernährungssicherheit einschätzen – zuletzt etwa bei der Kampagne #LandschafftZukunft in Berlin. Auch der BBV  spricht sich vehement gegen die Verordnung in ihrer bestehenden Form aus, wie hier im Februar 2026, 2025: "Günther Felßner: „Klar muss sein: Die NRL darf nicht zu einem Enteignungsinstrument durch die Hintertür werden.“", 2024 oder 2023 "BBV-Umweltpräsident Köhler: „Parlament schlägt den falschen Weg bei Naturwiederherstellung ein!“".