Landwirtschaft & Umwelt

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Ruhige Wasserfläche im Wald

Wasserpakt Bayern

Mit kooperativem Gewässerschutz gemeinsam zum Erfolg

„Ziel des (…) Wasserpaktes ist es, alle Kräfte zu bündeln, um auf freiwilliger Basis, ergänzend zu den gesetzlichen Vorgaben, eine Verbesserung des Zustandes unserer Gewässer nach der Wasserrahmenrichtlinie zu erreichen. Dabei steht an dieser Stelle der Eintrag von Nährstoffen, allen voran Stickstoff und Phosphor im Fokus.“ (Präambel Bayerischer Wasserpakt 2017)

 

Bereits heute leisten die Bauern einen wichtigen Beitrag zum Schutz des Wassers in Bayern. Seit beinahe 30 Jahren gibt es in Bayern zahlreiche Kooperationen zwischen Landwirten und den Wasserversorgern. Auch außerhalb von Wasserschutzgebieten wirtschaften die bayerischen Bauern auf über 600.000 Hektar besonders gewässerschonend. Ebenso werden mit Projekten wie „boden:ständig“ oder der Aktion Grundwasserschutz in Franken Maßnahmen gemeinsam mit den Bauern entwickelt und umgesetzt.

Der Bayerische Bauernverband bringt sich aktiv dort ein, wo nachweislich regionale Probleme vorhanden sind und zeigt sich gesprächsbereit gegenüber den Kommunen. Ein erfolgreicher, an die regionalen Verhältnisse angepasster Gewässerschutz kann nur mit der Landwirtschaft funktionieren und ist nicht über pauschale Regelungen von Flensburg bis nach Garmisch zu erreichen. Um der besonderen Verantwortung der Landwirtschaft als größter Flächennutzer für den Wasser- und Gewässerschutz gerecht zu werden und zugleich die Zusammenarbeit und Vernetzung mit weiteren Akteuren zu intensivieren, hat sich der Bayerische Bauernverband im Wasserpakt zu einem ganzen Paket an freiwilligen Maßnahmen verpflichtet:

 

Optimierung des Nährstoffmanagements

  • Weiterentwicklung einer Online-Plattform (Güllebörse) zur Vermittlung von Wirt-schaftsdüngern sowie Lagerkapazitäten zwischen den Landwirten für einen effi-zienten Wirtschaftsdüngereinsatz

Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie

  • Regionale Dialogveranstaltungen mit den bayerischen Umweltbehörden
  • Einbringen landwirtschaftlicher Expertise und Ortskenntnis bei der Planung und Umsetzung von regional geeigneten Maßnahmen des kooperativen Gewässerschutzes

Projekte und Multiplikatoren

  • Netzwerk regionaler Ehren- und Hauptamtlicher BBV-Wasserexperten als Ansprechpartner und Multiplikatoren in den Bezirken
  • Unterstützung kooperativer Projekte zum Trinkwasser- und Gewässerschutz, zum Beispiel Aktion Grundwasserschutz, Werntalprojekt, boden:ständig
  • Aktive Begleitung von Forschungsprojekten, zum Beispiel „Landwirtschaft und Trinkwasser“ in der Region Hohenthann

Kommunikation, Bildung und Förderung

  • Beratung der Landwirte in Kooperation mit weiteren landwirtschaftlichen Organisationen und Verbänden zu gewässerschonender Wirtschaftsweise
  • Informations- und Beratungsoffensive zur Umsetzung der neuen Düngeverordnung (Multiplikatorenschulung, Infounterlagen, praktische Unterstützung der Landwirte bei Düngeplanung & Co.)
  • Einsatz für ausreichende Aus- und Weiterbildung, zum Beispiel Fachtagungen und Seminare, Berufswettbewerbe, Pflanzenschutzsachkunde-Fortbildungen, Einbringen fachlicher Expertise bei der Gestaltung landwirtschaftlicher Lehrpläne
  • Alljährlicher Aufruf gemeinsam mit dem bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten zur Beantragung der Gewässerschutzmaßnahmen bei Greening und Agrarumweltmaßnahmen (KULAP, VNP), Einsatz für Mittelaufstockung bei AUM

Nutzung moderner Technologien

  • Digitalisierung, Sensortechnik, Precision farming, automatische Lenksysteme und Internet zur Steigerung von Ressourceneffizienz und Ressourcenschutz: Prüfung der Möglichkeiten für schnelleren Praxistansfer

Zusammenarbeit des Berufsstandes mit anderen Vereinbarungspartnern

  • BBV und Verband der Bayerischen Energie- und Wasserwirtschaft (VBEW): Ausweitung des kooperativen Gewässerschutzes in Wasserschutzgebieten und darüber hinaus, gemeinsame Ausschreibung einer Bachelor-/Masterarbeit zu Kooperationsvereinbarungen in Wasserschutzgebieten
  • BBV und Landesfischereiverband Bayern e.V. (LFV): Dialoggespräche zu Fachthemen, Anstoß eines boden:ständig-Projektes zur Reduzierung landwirtschaftlicher Sedimenteinträgen in Fischteichanlagen; gemeinsame Bemühungen um eine Verbesserung der Rahmenbedingungen für flächenschonende Ausgleichsmaßnahmen an und in Gewässern
  • BBV und Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten: Bewerbung von Veranstaltungen auf Demonstrationsbetrieben und Unterstützung der Wasserberater

 

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