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Drei Europaflaggen vor einem Gebäude
© BBV canva.com

EU-Agrarpolitik ab 2028: Druck auf EU-Kommission für Nachbesserungen wächst

BBV-Präsident Felßner zu den Positionen des EU-Parlaments-Berichterstatters Norbert Lins

10.06.2026 | Heute hat der baden-württembergische Europaabgeordnete Norbert Lins als zuständiger Berichterstatter des EU-Parlaments seine Forderungen zu den Kommissionsvorschlägen zur EU-Agrarpolitik (GAP) und zum Mehrjährigen Finanzrahmen (MFR) von 2028 bis 2034 vorgestellt. "Die zentralen Forderungen des Europaabgeordneten Lins sind ein deutliches Signal zur Stärkung von familiengeführten Landwirtschaftsbetrieben, wie sie bei uns in Bayern seit Generationen bestehen", erläutert Günther Felßner, Präsident des Bayerischen Bauernverbands (BBV). 

"Dafür braucht es mehr Geld und das hat bereits das EU-Parlament mit einem Volumen von 439 Milliarden Euro für die EU-Agrarpolitik eingefordert. Auch gilt es weiterhin zwei Fördersäulen für die neue GAP ab 2028 zu erhalten. Wertvoll ist für unsere bayerischen Bauernfamilien, dass Lins sich für eine deutlich höhere Umverteilungsprämie - so genannte Erste-Hektare-Regelung - und auch für eine verstärkte Förderung von Junglandwirten und Junglandwirtinnen ausspricht. Wichtig sind zudem die Forderungen von EU-weit einheitlichen Grundanforderungen, die in jedem Mitgliedsland gleich sein müssen, um Wettbewerbsverzerrungen zu Lasten unserer Bauern zu vermeiden." Lins Positionen zeigen die breite Kritik gegenüber den Kommissionsvorschlägen zur neuen GAP und beweisen, dass die Forderungen des Bayerische Bauernverbandes anschlussfähig sind.

Darüber hinaus gilt es jetzt für diese Position im EU-Parlament eine Mehrheit zu finden. „Hier bleiben wir als Bayerischer Bauernverband für unsere Mitglieder am Ball. Doch auch die Kommission muss die Signale hören und endlich im Sinne unserer Bauern nachbessern,“ betont Felßner. „Die Junglandwirteförderung muss gestärkt, aber auch sinnvoll investiert werden. Hierzu machen wir uns bereits Gedanken und sind im Austausch mit Junglandwirten im Verband.“

Hintergrund
Nach dem Vorschlag der EU-Kommission für die Gemeinsame Agrarpolitik erfolgt nun die Positionsfindung im EU-Parlament und den EU-Mitgliedsstaaten. Norbert Lins ist hier als Berichterstatter des EU-Parlaments in einer herausgehobenen Rolle. Er verfasst die Position, die dann aber auch eine Mehrheit finden muss. Die EU-Mitgliedsstaaten befinden aktuell noch in ihrer Positionsfindung. Zentral bleibt der zukünftige Mehrjährige Finanzrahmen (MFR), der festlegt, wie viel Geld der EU ab 2028 und damit auch für die GAP zur Verfügung steht. 

 

Weiterführend: "Positionspapier zu Ökologisch Wertvollen Substraten (ÖWS) für das EEG 2027" (C.A.R.M.E.N. e.V.)