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260424 Übergabe Machbarkeitsstudie Biogas-Cluster
© Sabrina von Bein
(v. l. n. r.) Cornelius Herb (Geschäftsführer RegPower GmbH), Veit Hartsperger (Geschäftsführer BBV), Christian Bürger (BBV-Referent Erneuerbare Energien), Dr. Mark Misselhorn (CEO CAPHENIA GmbH), der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger, Günther Felßner (BBV-Präsident), Dr. Lena Käsbauer (BBV), Ely Eibisch (BBV-Energiepräsident)

Biogas-Cluster: Studien belegen großes Potenzial

Bayerischer Bauernverband setzt sich für Umsetzung und Finanzierung ein

29.04.2026 | Die am Freitag vorgestellten Machbarkeitsstudien zur Bildung von Biogas-Clustern in Südostbayern sowie zur Produktion nachhaltigen Flugkraftstoffs (SAF) zeigen aus Sicht des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) klare Zukunftsperspektiven für Biogas im Energiesystem. Die Ergebnisse wurden gemeinsam mit den Projektpartnern an Bayerns Wirtschafts- und Energieminister Hubert Aiwanger übergeben.

BBV-Präsident Günther Felßner betonte: „Biogas ist weit mehr als Strom- und Wärmeerzeugung. Als speicherbarer, steuerbarer und regional verfügbarer Energieträger ist es ein zentraler Baustein für Versorgungssicherheit, Klimaschutz und regionale Wertschöpfung.“ Zugleich sei ein Perspektivwechsel notwendig: Biogas müsse konsequent als grünes Gas weiterentwickelt und stärker in bestehende Energiesysteme integriert werden. 

© Sabrina von Bein 260424_uebergabe_machbarkeitsstudie Günther Felßner

Clusterlösung als Schlüssel für die Zukunft

Im Zentrum steht die gemeinsam mit der RegPower GmbH erarbeitete Studie zum Biogas-Cluster in den Landkreisen Altötting, Mühldorf und Rottal-Inn. Sie zeigt, dass die Vernetzung bestehender Anlagen über gemeinsame Infrastruktur wirtschaftlich tragfähig ist. Ein Pilotcluster mit 27 Anlagen weist dabei besonders günstige Voraussetzungen auf. „Die Clusterlösung ist ein entscheidender Hebel, um die Zukunft vieler Biogasanlagen nach dem Auslaufen der EEG-Förderung zu sichern und neue Erlöspfade zu erschließen“, so Felßner. Zugleich wird deutlich, dass Biogas ein erhebliches, bislang ungenutztes Potenzial hat: Derzeit werden rund 5 Gigawatt genutzt, während technisch etwa 17 Gigawatt möglich wären. Eine ergänzende Studie des Deeptech-Start-Ups CAPHENIA GmbH zeigt, wie aus erneuerbarem Strom, Biomethan und CO² erneuerbare Kraftstoffe wie Sustainable Aviation Fuel (SAF) hergestellt werden können. Damit entstehen neue industriepolitische Perspektiven und zusätzliche regionale Wertschöpfung.

Politik jetzt gefordert

Für die Umsetzung braucht es aus Sicht des BBV klare politische Unterstützung. „Die Machbarkeit ist belegt – jetzt muss der nächste Schritt folgen: die pilothafte Umsetzung eines Clusters gemeinsam mit den Anlagenbetreibern“, betonte Felßner. Entscheidend sei eine verlässliche Finanzierung über das Förderprogramm „BioMeth Bayern“. Der Zukunftsvertrag mit der Staatsregierung sehe hierfür bis zu 10 Millionen Euro pro Jahr vor, die nun verbindlich bereitgestellt werden müssten. Parallel sollen Bundesmittel für weitere Planungsschritte genutzt werden. Der BBV signalisiert Bereitschaft zur aktiven Mitwirkung: Bei gesicherter Finanzierung werde man die Umsetzung gemeinsam mit den Partnern vorantreiben.