Gewässer vor Gebirgskulisse.
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Wasser schützen und nützen: Klimawandel und Versiegelung verstärken Herausforderungen enorm

BBV bei Expertenanhörung zur Grundwassersituation im Bayerischen Landtag

15.07.2021 | Auf Antrag des Umweltausschusses kamen am Donnerstag Expertinnen und Experten im Bayerischen Landtag zu einer Sachverständigenanhörung zur „Situation des Grundwassers in Bayern“ zusammen. Darunter auch BBV-Umweltpräsident Stefan Köhler, der die Position der bayerischen Bäuerinnen und Bauern einbrachte.

„Wasser als kostbares Gut zu schützen und verantwortungsvoll zu nutzen ist ein Ziel, das wir alle gemeinsam verfolgen und wozu sich die bayerische Land- und Forstwirtschaft klar bekennt“, machte er bereits vorab deutlich. „Dieser Verantwortung, die daraus unter anderem für den Wasser- und Ressourcenschutz erwächst, sind sich die bayerischen Bauernfamilien bewusst.“

Laut Umweltbundesamt sind neben der Landwirtschaft unter anderem auch Verkehr, Industrie und Energiewirtschaft sowie die Abwasserbehandlung für Nitrateinträge in die Umwelt verantwortlich. Ein weiteres Problem, das durch die starken Niederschläge und Unwetter der vergangenen Tage deutlich wird: „Damit das Grundwasser durch die verschiedenen Bodenschichten gefiltert werden kann, muss es versickern“, sagt Köhler. „Doch wegen der zunehmenden Versiegelung und dem Flächenverbrauch fließt immer mehr Wasser schnell ab und läuft dann über die Kanalisation ab. Der Klimawandel und immer mehr Starkregen verschärfen das Problem.“

In der Anhörung wird neben dem Aspekt des Gewässerschutzes auch auf die Wassernutzung eingegangen. Die Bereitstellung von Wasser für die Erzeugung hochwertiger und regionaler Lebensmittel spielt eine zunehmende Rolle. „Insbesondere in Zeiten immer stärker schwankender Niederschläge und Trockenperioden ist die Landwirtschaft auf die Nutzung von Wasser zur Bewässerung angewiesen“, so Köhler.

Der Bayerische Bauernverband engagiert sich seit 2017 – und damit von Anfang an – als Partner im Wasserpakt der Staatsregierung für den Wasser- und Grundwasserschutz. „Die Landwirtschaft ist bereit, ihre Produktionsverfahren mit Blick auf einen ressourcenschonenden Umgang weiterzuentwickeln“, sagte Köhler. „Das muss aber stets nach wissenschaftlich fundierter Analyse von Ursache/Wirkungsbeziehungen regional angepasst und gezielt erfolgen. Die Vorgaben der Düngeverordnung insbesondere in roten Gebieten mit sieben bundeseinheitlichen Maßnahmen von der Nordsee bis zur Zugspitze bewertet der Bayerische Bauernverband als teils fachlich überzogenen, zu pauschal und damit als kontraproduktiv für wirksamen Grundwasserschutz. „Die Düngeverordnung kann nur einen Rahmen und Mindestanforderungen vorgeben. Wesentlich zielführender für den Grundwasserschutz sind Kooperationen aller Beteiligten vor Ort“, sagte Köhler. Bayerns Bauern leisten hier bereits Vorbildliches: Jeder zweite Landwirt nimmt am Bayerischen Kulturlandschafts- und Vertragsnaturschutzprogramm teil und lebt so Kooperation. Eine Evaluation aus dem Jahre 2016 hat gezeigt, das 39 Prozent der durchgeführten Maßnahmen eine hohe Wirkung auf die Wasserqualität haben.