LfU-Präsident im BBV-Präsidium
© BBV
Will weiter in engem Austausch mit dem Bauernverband bleiben: LfU-Präsident Dr. Christian Mikulla (2.v.r.) im BBV-Präsidium mit Bauernpräsident Günther Felßner (2.v.l.), Generalsekretär Georg Wimmer (r.) und Stellv. Landesbäuerin Christine Reitelshöfer (l.).

Strenger Artenschutz versus Problemtier

BBV-Präsidium im Austausch mit dem Präsidenten des Landesamts für Umwelt

04.04.2023 | Dr. Christian Mikulla, Präsident des Landesamts für Umwelt (LfU) in Bayern, war Gast im Präsidium des Bayerischen Bauernverbands am 29. März und stand den Präsidiumsmitgliedern Rede und Antwort.

Der Diplom-Geologe Dr. Christian Mikulla ist seit zwei Jahren an der Spitze der zentralen Fachbehörde für Umwelt-, Klima- und Naturschutz, Geologie und Wasserwirtschaft in Bayern.
Themen an der Schnittstelle von Landwirtschaft und Umwelt gebe es viele, sagte Mikulla. „Wir bringen in diese Abwägungen vor allem die Umweltaspekte ein und erarbeiten die umweltfachlichen Grundlagen. Wichtig ist aus meiner Sicht, dass auch die Landwirtschaft ihre Anforderungen benennt.“ Austauschrunden wie hier im Präsidium erachte Mikulla deshalb als besonders wertvoll. „Denn nur gemeinsam in einem vertrauensvollen Miteinander lassen sich diese Herausforderungen bewältigen“, so Mikulla.

Die Zielkonflikte liegen auf dem Tisch und kamen zur Sprache. Immer wieder drehte sich die Diskussion um die Frage: Streng geschützte Art oder Problemtier, Beispiel Wolf, Saatkrähe oder Fischotter. Eine zufriedenstellende Antwort hatte Mikulla aus Sicht des Präsidiums nicht im Gepäck, aber das Versprechen, hierzu weiterhin in engem Austausch mit der Landwirtschaft bzw. dem Bauernverband zu bleiben.

Angesichts des aktuellen politischen Drucks der Bundesregierung, das Handelsabkommen mit den Mercosur-Staaten (Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay) zu ratifizieren, hat das Präsidium im Anschluss seine Ablehnung gegen das vorliegende Abkommen bekräftigt. In ihrer Stellungnahme fordern die Präsidiumsmitglieder Neuverhandlungen, deren Inhalte auch Gültigkeit für weitere Handelsabkommen haben. Die Bundesregierung sowie die Bundestags- und Europaabgeordneten müssten sich dafür einsetzen, dass Handelsabkommen die gleichen hohen Anforderungen an Importe stellen, wie sie die EU bzw. die Bundesregierung an ihre Landwirte stellt. „Alles andere wäre eine Doppelmoral der Politik“, erklärte Präsident Felßner.