Trockenheit verschärft Druck auf Bayerns Bauernfamilien
BBV fordert Sofortmaßnahmen zur Entlastung der Betriebe und konsequente Umsetzung europäischer Hilfen
„Wir Bäuerinnen und Bauern sind die Leidtragenden von Wetterextremen und den Folgen der Klimakrise. Politik und Gesellschaft stehen in der Pflicht unsere regionalen Erzeugungsstrukturen zu erhalten - und dafür zu sorgen, dass die immensen Kosten und unkalkulierbaren Risiken nicht zur existenziellen Belastung für die landwirtschaftlichen Familien werden“, sagt BBV-Präsident Günther Felßner.
Der BBV fordert deshalb nachdrücklich ein strukturelles Entlastungspaket - und zwar jetzt. Dazu gehören die Energiesteuerbefreiung für regionale Biokraftstoffe und HVO für die Land- und Forstwirtschaft, das Aussetzen von Abgaben auf notwendige Düngemittelimporte sowie die Einführung der steuerlichen Risikorücklage, die im Koalitionsvertrag festgeschrieben ist.
Die Verlängerung des Tankrabatts über den 1. Juli hinaus sei wichtig, da gerade die Ernte zu den energieintensivsten Arbeitsphasen des Jahres zählt. Zugleich müsse die Bundesregierung die Gelder aus dem EU-Aktionsplan für Düngemittel - für Deutschland stehen hier rund 60 Millionen Euro in Aussicht - schnell und unbürokratisch an die betroffenen Betriebe weitergeben und durch Bundesmittel auf 180 Millionen Euro aufstocken. Der BBV fordert eine unbürokratische Auszahlung über die Landwirtschaftliche Sozialversicherung, wie dies auch schon anderweitig praktiziert wurde.
Die aktuellen Wetterextreme unterstreichen zugleich die Forderungen der Delegierten des Deutschen Bauerntages: eine starke Gemeinsame Agrarpolitik, weniger Bürokratie und mehr Planungssicherheit sowie bessere Wettbewerbsbedingungen. Der BBV ergänzt die „Freiburger Erklärung“, die sich auf EU-Agrarpolitik ab 2028 konzentrierte, um konkrete Sofortmaßnahmen durch die Politik. Denn heiße und trockene Tage lassen sich nicht verhindern – ihre Folgen für die bäuerlichen Familienbetriebe aber durchaus abmildern.