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Containerhafen
© BBV

Auswirkungen des Irankrieges auf die Getreidemärkte

Agrarmärkte drehen sich, Effekte aber auch auf der Kostenseite

12.03.2026 | Die massiven Luftangriffe der USA und Israels auf den Iran und dessen Gegenschläge seit dem Wochenende des 28. Februar 2026 stürzen auch die Agrarmärkte in den Ausnahmezustand. Der globale Handel hängt von der Sicherheit seiner Handelsrouten ab. Unsicherheiten und die Angst vor der Sperrung wichtiger Schifffahrtswege, wie der Straße von Hormus, über die ca. 20 Prozent der globalen Rohöl- und Flüssiggasexporte abgewickelt werden, oder eine Bedrohung des Suez-Kanals führen dazu, dass ganze Warenströme neue, sehr viel längere Wege um Afrika herum suchen. Das verlängert Transportzeiten, lässt Versicherungen steigen, verknappt Frachtkapazitäten und treibt Preise für Schiffsfrachten nach oben. Was das konkret für die Landwirtschaft bedeutet:

Agrarmärkte drehen ins Plus

Die preisbestimmenden Agrarbörsen reagieren prompt. Im gesamten Jahr 2025 kannte der Weizenkurs an der Euronext (Matif) nur eine Richtung: fallend. Am 9. Februar 2026 schloss der Mai-Termin noch mit 189 Euro pro Tonne. Bereits ab dem 19. Februar ging es dann steil bergauf und auch an der 200 Euro/t-Marke gab es kein Halten. An den Fundamentaldaten hat sich freilich nichts geändert: Nach fünf Jahren Bestandsabbau liegt die Produktion für die Saison 2025/2026 mit 842 Mio. t (USDA WASDE vom Februar) deutlich über dem Verbrauch von 824 Mio. t. Die Lagerbestände steigen auf 278 Mio. t, das entspricht ca. 34 Prozent des jährlichen Verbrauchs.

Viele Landwirte haben ihre Lager aktuell noch voll und beobachten jetzt den lang erhofften Aufschwung, der auch vermutlich noch so lange weiter gehen wird, wie der Krieg im Nahen Osten dauert. Danach werden aber voraussichtlich wieder die fundamentalen Faktoren die Oberhand gewinnen und den Preisaufschwung zur Preisspitze formen. Wer also noch Ware im Lager hat, sollte jetzt sehr genau die Nachrichten und den Börsenverlauf verfolgen, um den richtigen Verkaufszeitpunkt nicht zu verpassen. Wer die Möglichkeit hat, versucht sowieso, den Markt möglichst kontinuierlich zu bedienen und vermarktet in mehreren Teilschritten.

Wende leider auch bei Düngerkosten

Unmittelbar an den Energiepreisen hängt leider auch der Preis für Stickstoffdünger. Der Nahe Osten produziert 15 Prozent des globalen Harnstoffs; 25 Prozent des weltweiten Handels mit Stickstoffdüngern laufen über die bedrohte Straße von Hormus. Genau zum Saisonstart melden Marktteilnehmer Preisaufschläge für Stickstoffdünger zwischen zehn und dreißig Euro pro Tonne.