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Artenschutz
© BBV

Zusammenarbeit Landwirtschaft und Artenschutz

Bayerischer Bauernverband zusammen mit dem LBV Weißenburg-Gunzenhausen

31.03.2026 | Zusammenarbeit beim Thema Artenschutz

Gute Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Artenschutz im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen 

Weißenburg-Gunzenhausen – Ein kühler Frühjahrsmorgen auf einem Feld im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen. Schon beim Aussteigen sind die typischen Rufe der Kiebitze zu hören – ein durchdringendes, fast klagendes „ki-witt“, das weit über die offenen Äcker hallt. Ein deutliches Zeichen dafür, dass hier Brutgebiete der selten gewordenen und geschützten Vögel liegen. 

Vor Ort treffen sich Vertreter des Bayerischen Bauernverbands Weißenburg-Gunzenhausen, darunter Geschäftsführer Daniel Meier und BBV-Kreisobmann Erwin Auernhammer, gemeinsam mit der ehrenamtlichen Wiesenbrüterberaterin Seiß vom LBV- Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern und Landwirt Dominik Loy auf dessen Feld, um die Praxis des Kiebitzschutzes zu besichtigen. 

Heidi Seiß betreut einen Teil der Kiebitzbrutstellen auf landwirtschaftlichen Flächen im nördlichen Teil des Landkreises. Ihre Arbeit ist ausgesprochen aufwendig: Mit einem Spektiv beobachtet sie über längere Zeit die Felder. Erkennt sie, dass eine Kiebitzhenne an einer bestimmten Stelle auffällig häufig sitzt, deutet dies in der Regel auf ein Gelege. Die Herausforderung besteht dann darin, das gut getarnte Nest auf der Fläche aus 200 bis 300 Metern Entfernung zu lokalisieren, ohne es zu gefährden.

„Die Kommunikation ist das Fundament für die funktionierende Zusammenarbeit. Nur wenn der Landwirt weiß, wo die Gelege sind, und ich weiß, wann der Landwirt seine Arbeit auf dem Feld macht, können die Gelege und später auch die Küken sicher vor der Bearbeitung geschützt werden“, erklärt Heidi Seiß. 

Nach dem Auffinden eines Geleges markiert Seiß die Stelle mit kleinen Stäben und informiert den Landwirt, der bei der Bewirtschaftung Rücksicht nimmt und zudem Frau Seiß über geplante Arbeiten auf der Fläche informiert. Landwirt Dominik Loy bestätigt: „Klar sind die Absprachen nötig, aber ich, wie meine Berufskollegen auch, mache es gerne, da man sieht, dass die Arbeit Früchte trägt. Vom Schlepper aus sind weder die Küken noch die Gelege erkennbar.“ 

Auch Daniel Meier weist auf einen weiteren wichtigen Aspekt des Schutzes hin: „In diesem Zusammenhang möchte ich darauf hinweisen, wie wichtig das Anleinen der Hunde ist. Denn die Kiebitzküken sind leichte Beute für Hunde.“ Er appelliert an alle Hundehalter, ihre Tiere nicht frei auf landwirtschaftlichen Flächen herumlaufen zu lassen. 

Der Kiebitz brütet in der Regel 28 Tage, während der Hahn das Gelege verteidigt. Die Nestflüchter verlassen das Nest kurz nach dem Schlüpfen, werden jedoch noch wenigstens 35 Tage von den Eltern bei der Futtersuche geführt. Die Vögel sind auf lückige hagere Feuchtwiesen angewiesen, da diese in unserer Agrarlandschaft selten geworden sind, weichen sie auf feuchte Ackerstandorte aus. Entsprechend ist ein Schutz der Flächen von Mitte März bis Ende Mai besonders wichtig. 

Heidi Seiß kommuniziert aktuell wegen der Kiebitze mit sechs bis sieben Landwirten, auf deren Flächen sich Gelege befinden könnten, wodurch eine koordinierte Schutzarbeit möglich wird. Die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Naturschutz und Landwirtschaft zeigt eindrucksvoll, dass Kiebitzschutz und moderne Landwirtschaft Hand in Hand gehen können.

 

Auf dem Bild sind zu sehen von links nach rechts:

Heidi Seiß (Vorsitzende LBV WUG), Daniel Meier (Geschäftsführer BBV RH-WUG), Erwin Auernhammer (Kreisobmann BBV WUG), Domink Loy (Landwirt)

 

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