Demonstrationen in Brüssel gegen EU-Agrarpolitik
BBV Mittelfranken mit vor Ort - Demo zeigte Wirkung: Abstimmung über das Mercosur-Abkommen verschoben
Vor dem Europäischen Parlament, der Europäischen Kommission und dem Europäischen Rat forderten sie eine verlässliche Agrarpolitik, faire Handelsbedingungen sowie ein klares Bekenntnis der EU zur Versorgungssicherheit. Auch aus Bayern war eine große Delegation angereist. Aus Mittelfranken waren Bäuerinnen und Bauern mit zwei Bussen zu der Demonstration nach Brüssel gefahren.
BBV-Präsident und DBV-Vizepräsident Günther Felßner sprach vor Ort zu den Teilnehmerinnen und Teilnehmern und betonte: "Wir stehen hier als Europäer. Europa braucht Stabilität – und diese Stabilität beginnt bei der Landwirtschaft. Die gemeinsame Agrarpolitik ist kein Subventionsprogramm. Sie ist ein Stabilisierungsinstrument für Ernährungssicherheit, für den ländlichen Raum und für den Zusammenhalt Europas."
Zusammen mit anderen bayerischen BBV Bezirksverbänden und weiteren Landesbauernverbänden fand DBV-Vizepräsident Günther Felßner großen Zuspruch bei seiner Rede und dem anschließenden friedlichen Demonstrationsmarsch im Zentrum Brüssels.
Die Demonstration fand zeitgleich mit dem Treffen der Staats- und Regierungschefs der EU zusammen. Auf der Tagesordnung standen der EU-Haushalt ab 2028 und das künftige Agrarbudget, bei dem deutliche Kürzungen im Raum stehen.
Felßner warnte: "Wer an der GAP spart, sägt an einem tragenden Pfeiler Europas." Kritik kam zudem an überbordender EU-Bürokratie und an der drohenden Form des Mercosur-Abkommens auf: "Wir sind für Handel, aber für fairen Handel. Gleiche Standards für alle – alles andere spaltet Europa statt es zu stärken." Dass sich die aufgenommenen Strapazen der weiten Fahrt nach Brüssel gelohnt hatten, wurde direkt durch das Aufschieben der Abstimmung auf Mitte Januar klar.
„Do we like Europe? Yes!“ Diese Worte aus Günther Felßners Rede spiegeln die Einstellung des gesamten Verbandes und aller Beteiligten wider. Das Konstrukt der Europäischen Union ist trotz der hausgemachten Probleme für unsere Gemeinschaft enorm wichtig, die Probleme können aber nur durch konstruktiven Austausch und nicht mit Gewalt – auch nicht bei Demonstrationen - gelöst werden. Daher bedankt sich der BBV bei allen deutschen Teilnehmern, die sich friedlich für die Belange unserer Landwirtschaft eingesetzt haben!
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