Erntepressegespräch für 2026 im Landkreis Erding
Auf dem Brielmair-Hof in Grucking
Wegen der extremen Hitze und der Trockenheit von April bis Juni ist die Landwirtschaft im Landkreis mit erheblichen Ernteverlusten konfrontiert. Auf dem Brielmair-Hof in Grucking fasste Dr. Josef Schächtl, stellvertretender Behördenleiter am Amt für Ernährung und Landwirtschaft, die Situation zusammen und verwies auf Standortvorteile als entscheidenden Faktor. Demnach speichern Böden, wie in Grucking Wasser länger, trotzdem rechnet Schächtl bei Winterraps und Winterweizen mit Ernteeinbußen. Auf dem Erntepressegespräch erklärte er zudem, dass die Situationen in Bezug auf die Standorte je nach Region aber unterschiedlich ausfallen. Der Bürgermeister von Fraunberg, Simon Selmeier, berichtete von gegensätzlichen Verhältnissen nur wenige Kilometer weiter. Seine Äcker liegen in hügeligem Gelände, dort sei Erosion stärker und der Boden ist anfälliger. Selmeier baut auch Sojabohnen an, da diese aus Asien stammende Pflanze gut mit den klimatischen Bedingungen zurecht kommt. Auch der Mais verkraftet die Hitze gut. Als Top-Kultur im Landkreis sei er etabliert und Schächtl rechnet hier nur mit geringen Einbußen. Wer früh Mais angebaut habe, sagte Fraunbergs Ortsbäuerin Angelika Wenhart , sei eindeutig im Vorteil, da sich im frühen Wachstumsstadium die Wurzeln tiefer in den Boden hinein entwickelten und die Pflanze dadurch robuster wird. Bei der Bewertung der Grünlandflächen sprach Schächtl von schlechteren Aussichten, da Mais viele Flächen im Landkreis bedecke und die Trockenheit das Gras im Wachstum hemmt. Die Landwirte können daher noch Zwischenfrüchte oder zusätzlich Mais anbauen, um den Futterbedarf für die Tiere zu decken. Eindrucksvoll hob Schächtl eine gute Wertschöpfung bei Dinkel und anderen Nischenkulturen hervor. Weizen bleibe hingegen weltweit handelbar und die Trockenheit führe zu schlechteren Erträgen, was sich unmittelbar am Preis zeige, insbesondere wenn Schiffe aus der Ukraine blockiert seien. Die Unkalkulierbarkeit der Preise bleibe ein zentrales Problem, wie Lengdorfs Bürgermeister Bernhard Hartl betonte. Jakob Maier, Kreisobmann ergänzte, dass der Preis für Schweinefleisch im Keller liege. Irmgard Posch, Kreisbäuerin, bestätigte einen Milchpreis von rund 40 Cent pro Liter. Auch der Kartoffelanbau sei von der Trockenheit betroffen. Dr. Josef Schächtl sprach von einer „schlechten Erlössituation“ und einem Rückgang des Anbaus. Jakob Maier wies darauf hin, dass fast jeder Kartoffelbauer im Landkreis mittlerweile eine Bewässerungsanlage nutze. Regionale Anpassungen der Anbaumethoden um Erträge zu stabilisieren und regionale Wertschöpfung zu stärken, ist gefragt!