Frauen gestalten Zukunft der Landwirtschaft
2026 ist UN-Jahr der Landwirtin: Frauen stärken heißt Landwirtschaft stärken
Landwirtinnen prägen regionale Wertschöpfungsketten, erhalten Kulturlandschaften und treiben nachhaltige Entwicklungen voran. Ob in der Milchviehhaltung, im Ackerbau, in der Direktvermarktung oder in neuen Betriebszweigen wie Agro-Photovoltaik oder regenerativer Landwirtschaft – bayerische Landwirtinnen stehen für Zukunft, Vielfalt und Verantwortung. 2026 bietet die Chance, ihre Arbeit sichtbar zu machen und ihren Beitrag zur Ernährungssicherheit und zum ländlichen Raum zu würdigen.
Für das Jahr 2026 fordern die Vereinten Nationen alle Mitgliedstaaten auf, das Bewusstsein zu schärfen, welche entscheidende Rolle die Landwirtinnen auf der ganzen Welt in Agrar- und Ernährungssystemen spielen, wie auch für deren Beiträge zur Ernährungssicherheit und Armutsbekämpfung.
In Bayern verfolgt die Landfrauengruppe rund um das Jahr 2026 klare Ziele:
- die Sichtbarkeit von Landwirtinnen stärken
- für das Berufsbild der Landwirtin werben
- die Rahmenbedingungen für Landwirtinnen verbessern
- die Frauen miteinander vernetzen, um Austausch, Zusammenarbeit und gegenseitige Unterstützung zu fördern.
- Es geht um Anerkennung und konkrete Perspektiven für die Zukunft landwirtschaftlicher Unternehmerinnen.
BBV-Zukunftskonzept soll bayerische Landwirtschaft weiblicher machen
Im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz am 9. Januar 2026 haben Landesbäuerin Christine Singer und BBV-Präsident Günther Felßner das Konzept der Landfrauen im Bayerischen Bauernverband zum UN-Jahr der Landwirtin 2026 vorgestellt. Ziel ist es, die bayerische Landwirtschaft deutlich weiblicher zu machen und die Zahl der weiblichen Betriebsleiterinnen bis 2035 auf 20 Prozent zu erhöhen. Damit sich innerhalb der nächsten zehn Jahre die Anzahl der Betriebsleitungen in Bayern verdoppeln, braucht es ein gemeinsames Handeln der Entscheidungsträger in unserer Gesellschaft in Politik, Wirtschaft und Medien.
Das neue Konzeptpapier der Landfrauen beschreibt, wie der Weg nach vorn aussehen kann.
Zukunftskonzept: Frauen stärken heißt Landwirtschaft stärken
Tag der landwirtschaftlichen Unternehmerin am 29. Oktober 2026: Netzwerken, sich inspirieren lassen und Zukunft gestalten
Nachdem der 1. Tag der landwirtschaftlichen Unternehmerin im vergangenen Jahr ein voller Erfolg war, planen die BBV-Landfrauen auch dieses Jahr einen Unternehmerinnen-Tag. Im Mittelpunkt dabei: sich vernetzen, weiterbilden und Impulse für die eigene unternehmerische Zukunft mitnehmen.
Am besten gleich im Terminkalender vormerken:
2. Tag der landwirtschaftlichen Unternehmerin am 29. Oktober 2026 im ABG-Tagungszentrum Beilngries.
Alles Wissenswerte zum 1. Tag der landwirtschaftlichen Unternehmerin gibt es hier.
Exklusiv für Mitglieder: WhatsApp-Gruppe landwirtschaftliche Unternehmerinnen
Unternehmerinnen in der Landwirtschaft verbinden sich hier, um Ideen auszutauschen, voneinander zu lernen und gemeinsam die Herausforderungen von heute und morgen zu meistern.
Einfach mit Mitgliedsdaten einloggen und sich dann hier vernetzen.
Rückblick auf bisherige Veranstaltungen und Angebote
Ausgewählte Veranstaltungen in den Kreisverbänden:
Landfrauen des BBV Bad Kissingen bewirten auf der Trimburg
Am 31. Mai 2026 kamen zahlreiche Besucherinnen und Besucher der Trimburg bei Elfershausen in einen besonderen Genuss: Die Bad Kissinger Landfrauen bewirteten die Gäste mit Kaffee, hausgemachten Kuchen und regionalen Spezialitäten. Das Highlight in der Atmosphäre der historischen Anlage: Vier Landwirtinnen gaben Einblick in ihren Beruf und berichteten offen über ihren oft herausfordernden Alltag.
Mehr zu dem tollen Engagement der Landfrauen und dem Tag auf der Trimburg gibt's hier.
Mehr Infos und Hintergründe zur Situation von Frauen in der Landwirtschaft
Landwirtschaftliche Unternehmerinnen in Bayern und in Deutschland
Frauen stellen einen bedeutenden Anteil der Arbeitskräfte in der Landwirtschaft in Bayern, sind aber vergleichsweise selten in Leitungsfunktionen vertreten. Die folgende Übersicht fasst aktuelle und auch bundesweite Daten, Fakten und Entwicklungen zusammen.
Wie das Thünen-Institut mitteilt, waren 2023 ein Drittel der Arbeitskräfte in der deutschen Landwirtschaft Frauen. Nur wenige davon sind in leitenden Positionen. In Bayern werden knapp 10 % der Agrarbetriebe von Frauen geleitet.
Doch der Trend steigt: Immer mehr Frauen wählen grüne Berufe und sind in Betriebsleitungen aktiv. Positiv ist auch, dass im Vergleich zu früheren Erhebungen es mehr Hofnachfolgerinnen gibt. Eine Sonderauswertung des Thünen-Instituts für Betriebswirtschaft, basierend auf den Daten der Landwirtschaftszählung 2020 zeigt, dass Töchter häufiger als Nachfolgerin bestimmt werden, wenn der Betrieb bereits in der übergebenden Generation von einer Frau geleitet wurde.
Hier gibt es mehr Daten zur aktuellen Entwicklung .
Da die Erhebung und das Sichtbarmachen von geschlechtsspezifischen Daten wichtige Voraussetzungen für eine Verbesserung der Gleichstellung sind, sollen für den Bereich Landwirtschaft künftig noch weitere geschlechterspezifische Daten veröffentlicht werden, gibt das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat bekannt.
Weitere Informationen unter www.bmel-statistik.de/landwirtschaft/gleichstellung-in-der-landwirtschaft
Rolle und Bedeutung der Frauen in der Landwirtschaft in Bayern
Zur Lebens- und Arbeitssituation der Frauen in der Landwirtschaft in Bayern hat die Bäuerinnen-Studie 2019 wesentliche Ergebnisse geliefert.
Die Bäuerinnen-Studie zeigt, dass die Frauen weit über die klassischen weiblichen Bereiche hinaus Verantwortung im Betrieb tragen:
- Frauen übernehmen häufig zentrale Aufgaben im Betrieb und gelten als „Herz und Fundament“ der Bauernfamilien.
- Als Unternehmerinnen und Partnerinnen der Betriebsleiter bringen sie Kreativität und Innovationsgeist ein, setzen Trends um und reagieren flexibel auf Marktanforderungen.
- Frauen in der Landwirtschaft gestalten Innovationen auf den Betrieben mit, sichern die Existenz der Höfe und bereichern den ländlichen Raum – auch durch die Schaffung neuer Arbeitsplätze und sozialem Engagement. Neben der Bewirtschaftung des Hofes engagieren sich Frauen häufig in der Direktvermarktung, regionalen Initiativen und der ländlichen Entwicklung.
- Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie die Absicherung der mitarbeitenden Ehepartnerinnen sind Themen mit politischer und gesellschaftlicher Relevanz.
Hier gibt es weitere Details und alle Ergebnisse zur Bäuerinnen-Studie 2019.
Lebenssituation von Frauen auf landwirtschaftlichen Betrieben in Deutschland
Die Studienergebnisse zeigen die vielfältigen Leistungen von Frauen im Betrieb, in der Familie, im außerlandwirtschaftlichen Beruf und im Ehrenamt auf. Gleichzeitig werden deren Beiträge oft unterschätzt, es fehlt an Sichtbarkeit.
Jahrelang hat der Deutsche LandFrauenverband (dlv) für die erste gesamtdeutsche Studie zur Lebens- und Arbeitssituation von Frauen in der Landwirtschaft gekämpft. Die Ergebnisse schließen viele Datenlücken und geben klare Handlungsempfehlungen für eine Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen von Frauen auf landwirtschaftlichen Betrieben.
Mehr dazu gibt es hier: www.studie-frauen-landwirtschaft.de