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Bayerischer Agrarbericht 2026: Positiver Rückblick - Ausblick bereitet Sorge

BBV fordert entschlossenes politisches Handeln für die bayerischen Familienbetriebe

21.10.2026 | Der neue bayerische Agrarbericht 2026 zeigt, dass Bayern mit rund 98.000 bäuerlichen Betrieben Landwirtschaft in seiner DNA trägt. Rund ein Drittel aller landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland wirtschaftet in Bayern, 64 Prozent davon im Nebenerwerb.

Wichtig ist: Der zweijährlich erscheinende Agrarbericht ist ein Rückblick, der in Teilen positiv ausfällt, aber nicht über die aktuell schwierige wirtschaftliche Lage auf den Betrieben hinwegtäuschen darf. "Wer Ernährungssicherheit haben will, muss den Familienbetrieben Perspektiven und Verbindlichkeit bieten", sagt Carl von Butler, Generalsekretär des Bayerischen Bauernverbands. 

Starke zukünftig GAP nötig

Die landwirtschaftliche Nutztierhaltung bildet das ökonomische Rückgrat der bayerischen Landwirtschaft, wobei diese momentan insbesondere in der Schweinehaltung massiv unter Druck steht. „Der aktuelle Agrarbericht bestätigt, dass Bayern weiterhin von bäuerlichen Familienbetrieben und vielfältigen Betriebsstrukturen geprägt ist, die tagtäglich ihren Beitrag zur Ernährungssicherung leisten und attraktive ländliche Räume schaffen", so von Butler. 

 

Bayerns Landwirtschaft ist vielfältig: Mehr als 66 Prozent der Betriebe verfügen über einen weiteren Betriebszweig wie Urlaub auf dem Bauernhof oder Direktvermarktung. Damit dies langfristig so bleibt, muss mit Blick auf die neue Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) ab 2028 ein klares Bekenntnis zur ausreichenden Finanzierung in Brüssel erfolgen. "Denn rund ein Drittel des Einkommens von Betrieben kommt über diese Schiene. Wer hier die Axt anlegt, gefährdet die bäuerlichen Familienbetriebe in Bayern“, warnt von Butler. „Umso mehr muss klar sein, dass Agrarpolitik jeden Euro wert ist. Die Erste-Hektare-Flächenförderung muss im Sinne der Familienbetriebe gestärkt werden und jeder Betrieb, insbesondere im Nebenerwerb, muss Zugang zur GAP haben.“ 

Sofortmaßnahmen nötig, sonst stehen erste Familienbetriebe in Kürze vor dem Aus

Die wirtschaftliche Situation vieler landwirtschaftlicher Familienbetriebe in Bayern ist aktuell sehr angespannt, was der Agrarbericht im Rückblick nicht abbilden kann. Massive Kostensteigerungen, gravierende Ertragsausfälle und katastrophale Erzeugerpreise insbesondere in der Schweinehaltung stellen zahlreiche Betriebe vor existenzielle Herausforderungen. „Unsere Botschaft an die Politik auf allen Ebenen ist deshalb unmissverständlich: Die Politik, ganz besonders auf Bundesebene, muss jetzt handeln, damit die bäuerlichen Familienbetriebe in Bayern auch eine Zukunft haben“, betont von Butler. Für viele Familienbetriebe geht es längst nicht mehr nur um langfristige Perspektiven, sondern aktuell um die wirtschaftliche Sicherung ihrer Existenz. „Gerade die Schweinehalter benötigen kurzfristige politische Maßnahmen, um ihre Liquidität zu sichern. Ein Sofortprogramm für Schweinehalter mit bundesweit rund 500 Millionen Euro ist dringend geboten und würde vor Ort investiert werden. Beim Agribusiness mit seinen vor- und nachgelagerten Bereichen in Bayern handelt es sich um über 900.000 Arbeitsplätze im ländlichen Raum. Deshalb ist jetzt aktives Handeln gefragt“, so von Butler. 

 

Den Bayerischen Agrarbericht 2026 finden Sie unter www.agrarbericht.bayern.de 

 

Agrarbericht 2026 - Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus