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Übersicht Düngeverordnung: Düngedokumentation

Düngedokumentation

Die Vorgaben der Düngeverordnung 2020

Düngedokumentation

Da das Bundeslandwirtschaftsministerium die Verordnung inzwischen auch formell veröffentlicht hat, gelten die Regeln der neuen Düngeverordnung. Unter anderem ist es damit ab sofort Pflicht, Aufzeichnungen der Düngung für jeden Schlag bzw. jede Bewirtschaftungseinheit zu erstellen.

Konkret bedeutet dies: Wer Gülle oder Mineraldünger ausbringt, muss das dokumentieren.

Der Bauernverband hatte diese Regelung kritisiert, der Bundesrat hat diese Dokumentationspflicht trotzdem beschlossen.

Deshalb müssen bis spätestens zwei Tage nach der jeweiligen Düngemaßnahme aufgezeichnet werden:

  1. eine eindeutige Bezeichnung des Schlages / der Bewirtschaftungseinheit (z.B. FID, Schlagbezeichnung, Verweis auf laufende Nummerierung Flächennutzungsnachweis)
  2. die Größe des Schlages / der Bewirtschaftungseinheit
  3. Art und Menge des aufgebrachten Düngers
  4. die aufgebrachte Menge Gesamtstickstoff und Gesamtphosphat sowie für organische und organisch-mineralischen Dünger zusätzlich die verfügbare Stickstoffmenge.

Bei Weidehaltung gilt die Zwei-Tages-Frist nicht. Stattdessen muss der Betriebsinhaber die Zahl der Weidetage sowie die Art und Zahl der auf der Weide gehaltenen Tiere erst nach Abschluss der Weidehaltung aufzeichnen.

Die aufgebrachten Mengen der Nährstoffe sind bis zum Ablauf des 31. März des Folgejahrs zu einer betrieblichen Gesamtsumme des jährlichen  Nährstoffeinsatzes zusammenzufassen.

 

Wer ist befreit von der Düngedokumentation?

Grundsätzlich befreit sind:

  1. Betriebe, die...
    • die abzüglich der Flächen nach den Nummern 4 und 5 weniger als 15 ha bewirtschaften und
    • weniger als 2 ha Sonderkulturen (Gemüse, Hopfen, Wein, Erdbeeren) im Anbau haben und
    • weniger als 750 kg N-Ausscheidung aus eigener Tierhaltung (ohne Anrechnung von Verlusten) haben und
    • keinen Wirtschaftsdünger oder Biogasgärrest aufnehmen.
       
  2. Betriebe, die auf keinem Schlag wesentliche Nährstoffmengen an Stickstoff oder/und Phosphat (mehr als 50 kg Stickstoff oder 30 kg Phosphat je ha und Jahr) ausbringen.
     
  3. Flächen, auf die keine wesentlichen Nährstoffmengen an Stickstoff und Phosphat (mehr als 50 kg Stickstoff oder 30 kg Phosphat je ha und Jahr) ausgebracht werden
     
  4. Flächen mit ausschließlich Zierpflanzen oder Weihnachtsbaumkulturen, Baumschul-, Rebschul-, Strauchbeeren- und Baumobstflächen, nicht in Ertrag stehende Dauerkulturflächen des Wein- oder Obstbaus sowie Flächen mit schnellwüchsigen Forstgehölzen zur energetischen Nutzung.
     
  5. Reine Weideflächen, die jährlich nur über die tierischen Ausscheidungen mit maximal 100 kg Stickstoff je Hektar gedüngt werden.
     
  6. Bei der Düngebedarfsermittlung für Phosphat sind zusätzlich Schläge, die kleiner sind als ein Hektar, ausgenommen.

 

In grünen Gebieten kann Bayern die Befreiungstatbestände weiter fassen. Davon können Betriebe aktuell Gebrauch machen, wenn sich mindestens 80 % ihrer LF innerhalb der grünen Gebietskulisse befinden. Jeder Betrieb kann in iBalis überprüfen, ob dies auf seinen Betrieb zutrifft.

Für diesen Fall sind Betriebe befreit, die...

  • ... abzüglich der Flächen nach den oben genannten Nummern 4 und 5 weniger als 30 ha bewirtschaften und
  • ... weniger als 3 ha Sonderkulturen (Gemüse, Hopfen, Wein, Erdbeeren) im Anbau haben und
  • ... weniger als 110 kg N-Ausscheidung pro ha LF aus eigener Tierhaltung (ohne Anrechnung von Verlusten) haben und
  • ... keinen betriebsfremden Wirtschaftsdünger oder Biogasgärrest aufnehmen.

Zusätzlich gelten die oben genannten Punkte 2 bis 6.

 

Wie muss ich dokumentieren?

Jedem Landwirt steht es frei, in welcher Form die Aufzeichnungen nach Düngeverordnung erfolgen. Dies kann theoretisch handschriftlich oder mit Hilfe von EDV-Anwendungen erfolgen.

Als Hilfe bei der Düngedokumentation stellen der Bayerische Bauernverband, das Kuratorium Bayerischer Maschinen- und Betriebshilfe e.V (KBM), das Landeskuratorium für pflanzliche Erzeugung in Bayern e.V. (LKP) und das Landeskuratorium der Erzeugerringe für tierische Veredelung in Bayern e.V. (LKV)  gemeinsame Formblätter für die Düngedokumentation zur Verfügung.

Je nach Betriebs- und Anbaustruktur bestehen unterschiedliche Anforderungen an eine Düngedokumentation:

  • Schlagkarteiblatt
    Damit hat der Betrieb die Möglichkeit, alle bei Düngung und Pflanzenschutz relevanten Angaben auf einer Seite in einer Schlagkartei zu dokumentieren.

Hier können Sie die Vorlage für das Schlagkarteiblatt herunterladen

  • Tagebuch Aufzeichnung Düngung
    Mit diesem Blatt besteht die Möglichkeit der Dokumentation einer gleichen Düngemaßnahme gleichzeitig für mehrere Flächen, z.B. die erste Frühjahrsgabe zu einer Kultur, wenn sie in gleicher Höhe mit gleichem Dünger für verschiedene Schläge erledigt wird.
    Bei vielen verschiedenen Schlägen kann es auch praktikabel sein, nicht immer die FID aufzuschreiben, weshalb wir die Möglichkeit bieten, auf die laufende Nummerierung laut Flächennutzungsnachweis (kurz) zu verweisen. Dort ist die laufende Nummer einer bestimmten FID zugewiesen. Dabei sollte auch beachtet werden, dass Flächenveränderungen nach Stellung des Mehrfachantrags sich in dieser Liste und der laufenden Nummerierung auswirken.

Hier können Sie die Vorlage für die schlagweise Aufzeichnung der Düngung herunterladen

  • schlagweise Aufzeichnung Düngung
    Dieses Dokument ist eine für die Düngedokumentation auf die wichtigsten Punkte reduzierte Version der Schlagkartei.


 

Hier können Sie die Vorlage für das Tagebuch zur Aufzeichnung der Düngung herunterladen

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