„Jetzt müssen aus Sichtbarkeit konkrete Verbesserungen werden“
Veranstaltung der Berliner Verbändeallianz zum UN-Jahr der Landwirtin und Bäuerin: Landesbäuerin Singer fordert verlässliche Rahmenbedingungen für Frauen in der Landwirtschaft
„Frauen sind aus der Landwirtschaft nicht wegzudenken. Sie führen Betriebe, treffen unternehmerische Entscheidungen und übernehmen Verantwortung für Familien und den ländlichen Raum. Das UN-Jahr hat ihnen mehr Sichtbarkeit gegeben. Jetzt müssen daraus konkrete Verbesserungen entstehen“, sagt Landesbäuerin Christine Singer.
Das UN-Jahr habe zahlreiche Aktivitäten und neue Netzwerke angestoßen. Auch die bayerischen Landfrauen setzen auf Austausch und Weiterbildung. Beim „2. Tag der landwirtschaftlichen Unternehmerin“ am 29. Oktober 2026 in Beilngries geht es unter dem Motto „Führung mit Weitblick – für mich, meine Familie, meinen Betrieb“ um betriebliche, persönliche und finanzielle Bildung.
„Frauen leisten viel“ reicht nicht mehr
Aus Sicht der Landfrauen muss die Diskussion über die Leistungen von Frauen hinausgehen. Entscheidend sei, welche Rahmenbedingungen Frauen brauchen, um mehr Verantwortung übernehmen zu können. Dazu zählen insbesondere:
- bessere Vereinbarkeit von Familie und Betriebsführung
- soziale Absicherung und Mutterschutz für Selbstständige
- bessere Chancen bei Hofnachfolge und Zugang zu Kapital
- Weiterbildung, Qualifizierung und Coaching
- mehr Führungs- und Leitungsverantwortung
- politische Beteiligung und Mitgestaltung.
Mutterschutz für selbstständige Landwirtinnen umsetzen
Besonders beim Mutterschutz für Selbstständige sehen die Landfrauen Handlungsbedarf. „Die Vorschläge liegen auf dem Tisch. Jetzt geht es darum, sie umzusetzen“, fordert Singer. Zu einem wirksamen Mutterschutz gehörten neben einem Einkommensausgleich auch Betriebshilfe, eine gute Hebammenversorgung und die Möglichkeit, Unterstützung für Betrieb und Haushalt selbst zu organisieren.
Hofnachfolge als Chance für Frauen
Auch die Hofnachfolge ist aus Sicht der Landfrauen ein wichtiger Hebel. Auf rund 40 Prozent der Höfe steht in den kommenden Jahren eine Hofübergabe an. Die Landfrauen fordern deshalb Rahmenbedingungen, die Frauen und Männern gleichermaßen Chancen auf die Hofnachfolge eröffnen. Ziel ist es, den Anteil weiblicher Betriebsleitungen bis 2035 auf 20 Prozent zu erhöhen. Auch auf europäischer Ebene brauche es entsprechende Impulse, etwa bei der Junglandwirteförderung.
„Das UN-Jahr darf kein Strohfeuer bleiben“
„Das UN-Jahr darf kein Strohfeuer bleiben. Entscheidend ist, was über 2026 hinaus daraus entsteht. Wir brauchen nachhaltige Verbesserungen der Rahmenbedingungen und eine Landwirtschaft, in der Frauen selbstverständlich als Unternehmerinnen, Betriebsleiterinnen und Entscheidungsträgerinnen sichtbar sind“, sagt Singer.
Für die bayerischen Landfrauen steht damit fest: Mehr Sichtbarkeit war der Anfang. Jetzt müssen konkrete Beschlüsse folgen.
Weitere Informationen zur Veranstaltung der Verbändeallianz am 21. September 2026 unter
www.bauernverband.de/veranstaltungen/diversitaet-als-innovationsmotor-im-agrarsektor