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Referentin Sabine Schindler

Bayerns jüngste Kreisbäuerin im Interview

„Ich liebe es, Kreisbäuerin zu sein“

27.05.2021 |

Sabine Schindler wurde 1983 geboren und wuchs im Landkreis Bad Tölz auf. Nach ihrem Sozialpädagogik-Studium arbeitete sie in der Familienhilfe. Sie heiratete einen Milchbauern in der Oberpfalz und ist Mutter von zwei Kindern. Seit 2016 ist sie Kreisbäuerin im BBV Kreisverband Schwandorf.

BBV: Was bringt Ihnen das Ehrenamt persönlich?

Schindler: Sehr viel! Als Bäuerin und Mutter bin ich zuhause stark gefragt. Doch mein Ehrenamt gehört mir. Hier kann ich mich selbst verwirklichen. Corona hat die Arbeit natürlich verändert. Seit einem Jahr finden keine Veranstaltungen in Präsenz statt – die Arbeit verlagert sich ins Virtuelle. Ich freue mich aber, wenn es wieder losgeht. Als Kreisbäuerin auf der Bühne zu stehen, das Gefühl ist für mich das allergrößte. Ich wollte mal Musicaldarstellerin werden, doch gesanglich hat´s nur für den Gospelchor gereicht. Aber auch als Kreisbäuerin habe ich viel Kontakt zu Menschen und bringe sie zusammen, denken wir an die Landfrauentage. Mit den Frauen unterwegs sein, ihre Interessen vertreten, für sie da sein – das erfüllt mich. Ich liebe es, Kreisbäuerin zu sein!

Wie gestalten Sie die Zusammenarbeit in der Kreisvorstandschaft?

Ein gutes Team braucht eine gute Teamleitung – damit fängt es an. Ich nehme diese Verantwortung an: Klare Entscheidungen, klare Kommunikation sind hierbei wichtig. Eine gute Teamleiterin richtet den Fokus auf das Gelingen – nicht auf das Scheitern. Sie will Gutes vermehren, gute Energie fördern und positive Entwicklungen vorantreiben. Doch dabei darf man nicht außer Acht lassen, dass jeder Mensch anders ist. Unterschiede sind wertvoll! Ein bisschen Fingerspitzengefühl im Umgang mit Menschen gehört dazu.

Wie bringen Sie Alltag und Ehrenamt unter einen Hut?

Wichtige Frage! Ein Ehrenamt verlangt Zeit und Energie, da darf man sich und anderen nichts vormachen. Doch Spontaneität hilft: Immer wieder flexibel reagieren, nicht so starre Pläne haben. Die Basis dafür muss sein, dass der Partner oder die Partnerin das Ehrenamt mitträgt. Rückhalt in der Familie ist enorm wichtig. Man muss sich darauf verlassen können, dass es zuhause auch funktioniert, wenn man mal nicht da ist. Meine Kinder müssen auch mal einspringen und anpacken: Spülmaschine ausräumen, Wäsche aufhängen oder Melkstand herrichten. Aber das schadet ihnen auch nicht. Im Ehrenamt hat man aber auch ein besonderes Privileg: Es ist kein Muss auf Biegen und Brechen. Wer mich kennt, weiß, dass ich immer vollen Einsatz zeige. Doch wenn Familie oder Betrieb mich unbedingt brauchen, dann werde ich als Kreisbäuerin eben vertreten. Das passt dann auch.

 

 

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