Wald & Jagd

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Wildschweine mit Frischlingen

ASP - Jetzt Schwarzwild reduzieren

ASP bedroht Bayern – Schwarzwildjagd verstärken und unterstützen

Der Bayerische Bauernverband (BBV) und seine Arbeitsgemeinschaften der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer ARGE) appellieren nachdrücklich an alle Jäger, mit allen rechtlich zulässigen Mitteln das Schwarzwild schnell und massiv zu reduzieren. Dazu zählt an erster Stelle die flächendeckend konsequente Umsetzung der amtlichen Richtlinien zur Reduzierung der Schwarzwildbestände und des Maßnahmenpakets des bayerischen Landwirtschaftsministeriums.

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine für Haus- und Wildschweine hochgefährliche und hochinfektiöse Seuche. Ein einziges infiziertes Wildschwein in Bayern hätte verheerende Folgen für unsere schweinehaltenden Betriebe, aber auch für die Jagd. Die Darstellung der aktuellen Situation darf nicht als Panikmache interpretiert werden, aber ein „weiter so“ käme einem Verschließen der Augen vor einer immer größer werdenden reellen Gefahr gleich.

Über die Ausbreitung in Europa informiert das Friedrich-Löffler-Institut auf seiner Website:


Seit 2014 grassiert die Tierseuche von Russland kommend im Baltikum, im Osten Polens, in der Ukraine, in Moldawien und vermutlich in Weißrussland. Die jetzt beobachtete sprunghafte Ausbreitung des Seuchengeschehens nach Tschechien zeigt, dass die Tierseuche droht, sich weiter Richtung Deutschland und Bayern auszubreiten. Und: Es ist nicht vorhersehbar, wo in Bayern die ASP zuerst auftreten wird.

Das in Deutschland für Tiergesundheit und Tierseuchen zuständige Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hat deshalb seine Risikoeinschätzung am 12. Juli 2017 angepasst und sieht nun eine deutlich erhöhte Gefährdungslage für Deutschland: Die Gefahr einer Einschleppung der Tierseuche durch den Menschen zum Beispiel über mitgebrachte Wurstwaren gilt seither als hoch, die Gefahr durch direkten Kontakt zwischen Wildschweinen als mäßig.

 

Keine Gefahr für den Menschen, jedoch hochgradig gefährlich für Haus- und Wildschweine

Für den Menschen besteht keine gesundheitliche Gefahr, aber unsere heimischen Haus- und Wildschweinbestände sind in höchstem Maße bedroht. Für den Fall einer zu befürchtenden Einschleppung wären die Schäden für die Schweinehalter, aber ebenso für die gesamte Volkswirtschaft, verheerend! Wie die Situation im Baltikum zeigt, hätte ein Ausbruch der ASP das Potenzial, einen massiven Strukturwandel in der landwirtschaftlichen Schweinehaltung und den nachgelagerten Bereichen auszulösen.

Außerdem ist zu befürchten, dass die Seuche aufgrund der langen Ansteckungsfähigkeit des Virus nicht mehr ausgerottet werden kann. Da es keinen Impfstoff gibt, ist die Ausmerzung sehr schwierig bis unmöglich und bisher noch in keinem der befallenen Gebiete gelungen.

Für den Fall einer Einschleppung bleibt nur die Möglichkeit einer konsequenten und massiven Tierseuchenbekämpfung. Die dafür vorgesehenen Maßnahmen würden gravierende Eingriffe sowohl in die Schweineerzeugung und –vermarktung mit Bestandskeulungen und Restriktionsgebieten (u.U. sind bei Gemischtbetrieben auch andere Tierarten betroffen) als auch in der Jagd bedeuten.

Bei einem einzigen Fall von Afrikanischer Schweinepest bei Wildschweinen in Deutschland würde laut Maßnahmenplan des bayerischen Umweltministeriums zwar im ca. 15-km-Umkreis des Fundortes u.a. ein Jagdverbot ausgesprochen werden, aber in einem Radius um diesen gefährdeten Bezirk (zusätzlich ca. 15 km) müssten die Schwarzwildbestände um 90% auf unter 10 % mit allen Mitteln reduziert werden. Dies wäre ein Gebiet von mindestens 2.100 km², was mehr als dem Dreifachen der Fläche des Landkreises München entspricht! Die Kreisverwaltungsbehörden wären für die Umsetzung der dazu notwendigen Maßnahmen zuständig und verantwortlich.

Prävention oberstes Gebot der Stunde!

Um dieses Horrorszenario möglichst zu vermeiden, muss deshalb alles darangesetzt werden, eine Einschleppung nach Bayern zu verhindern! Neben den erforderlichen Biosicherheitsmaßnahmen in der Schweinehaltung und –vermarktung und im Transport- und Reiseverkehr liegt ein Fokus auf der Jagd. Vorbeugend muss die Schwarzwildjagd nochmals deutlich intensiviert werden, um die Population zu reduzieren. Alle rechtlich zulässigen Hilfsmittel müssen dafür von unseren Jägern genutzt werden können.

Es ist allgemein anerkannt, dass die Wildschweindichte das Risiko für einen Ausbruch und die Ausbreitung der ASP entscheidend beeinflusst. Das sagen die nationalen und internationalen Tierseuchenspezialisten. Denn je mehr Wildschweine es gibt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass zum Beispiel ein achtlos von Osteuropareisenden weggeworfenes Wurstbrot, das die gefährlichen ASP-Viren enthält, von einem Wildschwein gefunden und gefressen wird. Ist die Tierseuche einmal bei den Wildschweinen ausgebrochen, verbreitet sich die für die Wild- und Hausschweine meist tödlich verlaufende Krankheit leichter, je mehr andere Wildschweine ein erkranktes Tier kontaktieren kann.

Die Bekämpfung der ASP beim Schwarzwild in der freien Natur gestaltet sich äußerst schwierig und gilt als nahezu unmöglich. Deshalb ist es ganz entscheidend, durch massive Reduktion der Wildschweinbestände das Entstehen von Infektionsketten von vornherein zu verhindern.

Eine orale Immunisierung der Wildschweine, wie dies in der Vergangenheit bei der Klassischen Schweinepest mit Erfolg durchgeführt wurde, steht nicht zur Verfügung. Solange Wildschweine als Infektionsquelle vorhanden sind, besteht immer eine Gefahr für Hausschweine sich durch mittelbaren oder unmittelbaren Kontakt anzustecken.

Jäger und Behörden in der Verantwortung

Die bisherigen Anstrengungen der Jäger erkennen der BBV und die ARGE ausdrücklich an! Allerdings müssen wir aufgrund der bei uns eingehenden Rückmeldungen zu Wildschäden und Beobachtungen von Schwarzwildrotten davon ausgehen, dass eine spürbare Reduktion der Schwarzwildbestände allein mit den herkömmlichen Jagdmethoden bisher nicht möglich war. Vielmehr führt die aktuelle Situation deutlich vor Augen, dass in Ergänzung dazu dringend neue Wege, die die Jagdgesetze bereits jetzt über Ausnahmegenehmigungen zulassen, beschritten werden müssen. Dazu zählt insbesondere der Einsatz von Saufängen, Nachtsichtvorsatzgeräten für Zielfernrohre und künstlichen Lichtquellen. Dies hat der Berufsstand aufgrund der Erfahrungen aus dem Projekt „Brennpunkt Schwarzwild“ wiederholt eingefordert.

Der bayerische Landwirtschaftsminister Helmut Brunner (MdL) hat 2015 mit dem „Maßnahmenpaket zur nachhaltigen Reduktion von Schwarzwild“ in enger Abstimmung mit dem bayerischen Innenministerium in vorausschauender Weise für Rechtssicherheit beim Einsatz dieser von Nachtsichtvorsatzgeräten für Zielfernrohre und künstlichen Lichtquellen gesorgt. Nicht zuletzt erfüllt der Minister damit den Auftrag des Bayerischen Landtags (siehe Beschluss des Landtags vom 03.03.2015, Drucksache Nr. 17/5539). Die Jagdbehörden in ganz Bayern wurden vom bayerischen Landwirtschaftsministerium vor kurzem erneut über die Rechtslage informiert.

Der präventive und verstärkte Einsatz von revierübergreifenden Bewegungsjagden, Saufängen, Nachtsichtvorsatzgeräten und Schonzeitaufhebungen ist in der jetzigen, deutlich erhöhten Risikosituation unerlässlich. BBV und ARGE haben daher die Landräte gebeten, Anträge von Jägern auf diese Hilfsmittel schnell und unkompliziert zu genehmigen. Hier sind die Behörden gefordert, durch unbürokratische Regelungen Verantwortung zu übernehmen.

 

Bauernverband erreicht finanziellen Anreiz für Schwarzwildjagd

Im Sinne der präventiven Seuchenbekämpfung hat die Bayerische Staatsregierung auf Vorschlag des Landtags am 19. Dezember 2017einen finanziellen Anreiz in Höhe von 20 Euro je erlegtem Tier für den Abschuss von Wildschweinen (Frischlinge, Überläufer und Bachen) beschlossen. Damit wurde eine wichtige Forderung des Bayerischen Bauernverbandes erfüllt.

Informationen zur Auszahlung der Aufwandsentschädigung finden Sie unter: http://www.wildtierportal.bayern.de/wildtiere_bayern/185480/index.php

 

Verzicht auf Gebühren für Trichinenschau und Verkehrssicherung

Weiterhin haben BBV und ARGE darum gebeten, für eine Unterstützung der Jäger bei der Straßenverkehrssicherung zu sorgen, die bei Bewegungsjagden vorgeschrieben ist. Die Gebühren für die Trichinenuntersuchung von erlegtem Schwarzwild (v.a. bei Frischlingen deckt der Verkaufserlös des Wildbrets kaum oder nicht die Gebühren) stellen leider ein Hemmnis in der Schwarzwildbejagung dar. BBV und ARGE appellieren an die Landkreise, ihre Gebührenhoheit zu nutzen, um – zumindest in der aktuellen Situation – auf die Erhebung von Gebühren für die Trichinenuntersuchung zu verzichten.

Ein weiterer Punkt ist die Biosicherheit in der Jagd. Der Aufbruch sollte biosicher entsorgt werden. Entsorgungsmöglichkeiten und Sammelstellen für den Aufbruch, die es in einigen Landkreisen schon gibt, sollten von den Landkreisen flächendeckend kostenlos zur Verfügung gestellt werden.

 

Landwirte müssen Jäger unterstützen

Seitens des BBV haben wir unsere Landwirte und Jagdgenossen aufgefordert, die Jäger bestmöglich bei der Schwarzwildbejagung zu unterstützen. Dazu zählt insbesondere die schnelle Information der Jäger, wenn Schwarzwild oder Wildschäden gesichtet wurden, die Information darüber, wann Raps- oder Maisfelder geerntet werden, in denen Schwarzwild zu erwarten ist, die Unterstützung bei revierübergreifenden Bewegungsjagden durch Bereitstellung von Transportfahrzeugen, durch Mithilfe als Treiber oder Bereitstellung von Material für den Hochsitzbau für Bewegungsjagden oder bei deren Bau selbst. Ebenso erachten wir die Anlage von Bejagungsschneisen in großen Flächen für sinnvoll, wenn die Jäger gewährleisten können, dass dort intensiv gejagt wird.

Unterstützen können die Landwirte und Jagdgenossenschaften die Jäger auch z.B. durch gemeinsame Antragstellungen für Saufänge oder Nachtsichtvorsatzgeräte gegenüber der unteren Jagdbehörde am Landratsamt.

Alle Beteiligten können und müssen einen wichtigen Beitrag zur Prävention vor einer Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest leisten. Der Bau von Zäunen, wie in Polen auf über 700 Kilometer Länge entlang der Grenze zu Weißrussland oder Tschechien auf 45 Kilometer Länge rund um das Seuchengebiet, kann und wird nicht die Lösung sein.

 

Wie ist ASP am lebenden Stück und am erlegten Stück Schwarzwild für den Jäger zu erkennen?

Die Symptome einer Infektion mit ASP sind von denen der Klassischen Schweinepest (KSP bzw. ESP) nicht zu unterscheiden, obwohl es ganz verschiedene Viren sind. Daher ist der für Europa vorgesehene Impfstoff gegen die ASP auch völlig unwirksam.

Bei der ASP können, hauptsächlich abhängig von der Virulenz, mehrere Verlaufsformen unterschieden werden. Bei der sogenannten perakuten Verlaufsform verenden die Tiere innerhalb weniger Tage ohne vorher charakteristische Krankheitssymptome gezeigt zu haben.

Bei der akuten Verlaufsform haben die betroffenen Tiere hohes Fieber, verweigern die Futteraufnahme und wirken teilnahmslos. In der fortgeschrittenen Phase können Bewegungsstörungen, Krämpfe und Blutungen (z.B. Nasenbluten) auftreten. Auch plötzliche Todesfälle sind möglich. Organveränderungen sind selten spezifisch, auffällig sind jedoch häufig vergrößerte, fast schwarze Lymphknoten im Bereich des Magens und der Leber sowie punkt- oder flächenhafte Blutungen in der Haut und in den inneren Organen (v.a. Niere) und in der Harnblase. Die Lunge wirkt teigig. Eine Vergrößerung der Milz und diverser Körperlymphknoten können ebenfalls auffällig sein. Da die Erkrankung das Immunsystem stark schwächt, findet man häufig schwere bakterielle Begleitinfektionen und auch Parasiten (z.B. Lungenwürmer oder starke Räude).

Hat sich die Seuche in einem Gebiet einmal etabliert, dann nimmt die Sterblichkeit auf 30-70 Prozent ab. Dann sprechen die Tiermediziner von einem subakuten oder chronischen Verlauf.

Bei Wildschweinen ist davon auszugehen, dass die betroffenen Sauen Suhlen und Wasserläufe aufsuchen und die Scheu vor Menschen und Hunden verlieren. Da die Erkrankung sehr schnell verläuft, treten weniger abgekommene Stücke auf als bei der Klassischen Schweinepest. In den betroffenen Regionen Osteuropas hat man ganze Rotten verendet in ihren Einständen gefunden. Im Gegensatz zur Klassischen Schweinepest ist keine Altersabhängigkeit der Symptome zu erwarten. Der Frischling zeigt die gleichen Symptome wie die Bache oder der Keiler.

 

Was müssen Jäger und Schweinehalter, die auch Jäger sind, generell zur Seuchenvorsorge beachten?

as FLI sowie das niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit geben federführend für ganz Deutschland folgende wichtige Informationen für Jäger und Landwirte. Diese finden Sie im Internet zum Download zahlreiche Informationen:

Was können Jäger vorbeugend tun?

  • spürbare Reduktion der Wildschweinbestände durch konsequente Bejagung
  • kontinuierliche Beteiligung an den Überwachungsprogrammen (Monitoring)
    • Möglichst jedes Stück Fallwild und krank erlegtes Schwarzwild zur Untersuchung bringen. Möglich sind Milz, Lymphknoten und/oder Rachenmandeln (ca. 30 g je Organ), Flüssigkeit aus der Körperhöhle, Bluttupfer oder Skelettreste bei starker Verwesung
    • Merkblatt zur Probenahme bei verendetem oder auffällig erlegtem Schwarzwild: www.lgl.bayern.de/downloads/tiergesundheit/doc/merkblatt_probennahme_schwarzwild_verendet.pdf
    • Beprobung von erlegten Wildschweinen im Rahmen des durch die bestehende Verordnung Monitoringprogramms
    • Merkblatt zur Probenahme bei erlegtem Schwarzwild: www.lgl.bayern.de/downloads/tiergesundheit/doc/merkblatt_blutproben_schwarzwild.pdf
    • Jäger erhalten in Bayern aktuell eine Prämie von 20 Euro je abgegebener Probe. Die Kreisverwaltungsbehörden (Veterinärämter) geben Informationen dazu sowie entsprechende Materialen, z.B. das Tupferbesteck. Die Kreisjägervereinigungen wurden auch durch den Landesjagdverband Bayern informiert.
  • keine Verwendung von Aufbruch von Schwarzwild, Speiseabfällen, Schlachtresten usw. zur Kirrung oder auch am Luderplatz für den Fuchs
  • Keine Verbringung von Abfallprodukten bei der Verwertung von Schwarzwild in das Revier, sondern in den vom Landkreis bereitgestellten Konfiskatbehälter oder notfalls als Abfall entsorgen.
  • Speiseabfälle und Essensreste nicht im Revier entsorgen.
  • bei Auffälligkeiten (Fallwildhäufung, abgekommenen Tiere, mangelnde Scheu, besondere Merkmale an erlegten Stücken usw.) unverzüglich zuständiges Veterinäramt/Jagdbehörde informieren
  • Generell sollte bis auf weiteres von Jagdreisen in betroffene Gebiete (Osten Tschechiens, Estland, Lettland, Litauen Ostpolen, Russland, Weißrussland, aber auch Sardinien) abgesehen werden.

 

Was müssen Schweinehalter, die auch Jäger sind, generell zur Seuchenvorsorge beachten?

Konsequentes Hygienemanagement auf dem Betrieb, Einhaltung der Biosicherheitsmaßnahmen gemäß Schweinehaltungshygieneverordnung:

  • nicht mit Jagdbekleidung, Jagdausrüstung oder Jagdhund den Stall betreten oder mit Schweinehaltern in Kontakt kommen
  • nach der Jagd den Stall erst nach gründlicher Reinigung (Dusche) und Kleiderwechsel betreten
  • kein Wildschwein auf dem Betrieb aufbrechen
  • kein Kontakt von Hausschweinen zu Blut bzw. blutverunreinigten Gegenständen
  • besondere Vorsicht beim Aufbrechen/ Zerwirken / Entsorgen der nicht verwertbaren Reste
  • möglichst kein Schwarzwild anderer Jäger in eigener Wildkammer aufnehmen

Nehmen Sie bereits bei Verdacht einer Infektion sofort Kontakt zu Ihrem Hoftierarzt bzw. Veterinäramt auf! Bitte achten Sie auf vermehrt auftretendes Fallwild und schicken Sie ggf. Proben an die zuständige veterinärmedizinische Untersuchungseinrichtung ein. Trockene Bluttupfer reichen für eine verlässliche Erregerdiagnostik aus. Im Extremfall reicht auch ein markhaltiger Knochen. Optimal sind Schweiß- und Milzproben, da sie eine erweiterte Diagnostik und Charakterisierung erlauben. Die Qualität der Probe spielt eine sehr untergeordnete Rolle. Sogar in Verwesung befindliche Stücke können noch untersucht werden! Seien Sie besonders vorsichtig mit Dingen, die Schweißkontakt hatten. Dazu gehören auch Stiefel, Lappen, Wildwannen, Messer und Kleidungsstücke.

 

BBV auf allen Ebenen im Gespräch

Neben der Sensibilisierung in den eigenen Reihen, von den Schweinehaltern bis zu den Jagdgenossenschaften, sucht der BBV mit allen Akteuren den Kontakt, die für Präventionsmaßnahmen wichtig sind.

BBV-Präsident Walter Heidl, Veredlungspräsident Gerhard Stadler und ARGE Sprecher Albert Robold baten die politisch Verantwortlichen, von den Landräten bis zu den Vertretern des Landtags und das Bundeslandwirtschaftsministerium um tatkräftige Unterstützung bei der Seuchenprävention. Der BBV ist mit der bayerischen Staatsregierung in einem ständigen Austausch, insbesondere mit dem für die Tierseuchenbekämpfung zuständige Umweltministerium, dem Landwirtschaftsministerium sowie dem Innenministerium.

Darüber hinaus ist der BBV auf die Bezirksregierungen, den Landkreistag, die Spediteure, die Verbraucherzentrale, die Forstunternehmer, den Tiergesundheitsdienst, die Landestierärztekammer, die Industrie- und Handelskammer, die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft und die Verbände des Baugewerbes zugegangen, um nur einen Ausschnitt zu nennen. Die Information der in Deutschland arbeitenden Osteuropäer und der Osteuropareisenden ist ein wichtiger Präventionsbaustein. Das Gefahrenpotenzial ist aktuell so groß geworden, dass ein halbherziges Handeln falsch wäre.

Auf Initiative des Bayerischen Bauernverbandes kamen Vertreter des BBV und des Landesjagdverbandes Bayern e. V. (BJV) bereits Anfang August 2017 zu einem fachlichen Austausch über die Afrikanische Schweinepest zusammen.
Im September 2017 folgte unmittelbar ein Gespräch mit den Verantwortlichen der Bayerischen Staatsforsten (BaySF).

Die Auswirkungen im Falle eines ASP-Ausbruchs in Bayern wären weit über die Landwirtschaft hinaus massiv. Dazu würde ein ASP-Fall bei einem einzigen Wildschwein ausreichen. Gravierende Marktverwerfungen, verursacht durch das Inkrafttreten von Handelsrestriktionen und ein damit einhergehender Preisverfall, würden die Existenz vieler Bauernfamilien gefährden. Die Jagd würde unter dem Gesichtspunkt der Tierseuchenbekämpfung behördlich geregelt, Wildfleisch würde unverkäuflich.

 

 

Weitere Informationen zu ASP

Weitere Informationen zu ASP finden Sie in unserem Themenschwerpunkt "Afrikanische Schweinepest".


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