Fairer Preiskorridor und partnerschaftlicher Umgang sollen regionale Wertschöpfungsketten sichern
Fleischerverband Bayern und Bayerischer Bauernverband appellieren an Zusammenhalt in der Schweinekrise
Bayern verfügt im bundesweiten Vergleich über eine einzigartige Struktur regionaler Erzeugung
und Verarbeitung. Viele handwerkliche Metzgereien arbeiten seit Jahrzehnten eng mit
landwirtschaftlichen Familienbetrieben zusammen. Diese Partnerschaften bilden das Fundament
einer regionalen Fleischversorgung und schaffen Vertrauen bei den Verbraucherinnen und
Verbrauchern.
Vor diesem Hintergrund empfehlen die beiden Verbände den Handwerksmetzgereien, mit ihren
Vertragslandwirten eine faire Preisuntergrenze von 1,60 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht zu
vereinbaren. Gleichzeitig soll bei einer späteren Markterholung ein partnerschaftlicher und fairer
Umgang auch in die andere Richtung gelten. Deshalb sprechen sich die Verbände dafür aus, im
Rahmen der individuellen Vertragsgestaltung auch einen Orientierungswert von 2,20 Euro je
Kilogramm als eine mögliche Preisobergrenze anzuvisieren. Die Empfehlung für diesen
Preiskorridor ist auf das Kalenderjahr 2026 ausgerichtet.
„Wir stehen zu unseren Landwirten. Deswegen empfehlen wir auch eine absolute Preisuntergrenze
von 1,60 Euro. Viele Betriebe haben uns bereits signalisiert, ohnehin schon eine Untergrenze mit
ihrem Landwirt vereinbart zu haben. Wir können allerdings nur an Fairness appellieren. Die
Entscheidung treffen immer beide Partner vor Ort. Aber eine gute Partnerschaft ist keine
Einbahnstraße. Deswegen ist uns auch das klare Bekenntnis der Landwirte wichtig, die
gegenseitige Bedeutung, die Unterstützung des Metzgerhandwerks und den fairen Preiskorridor
auch im Falle von steigenden Preisen zu einem späteren Zeitpunkt nicht zu vergessen.“, erklärt
der Landesinnungsmeister des bayerischen Metzgerhandwerks, Konrad Ammon.
Auch der Bayerische Bauernverband sieht in der Initiative ein wichtiges Signal für den Erhalt der
regionalen Schweinehaltung. Nur wenn Erzeuger und Verarbeiter gemeinsam Verantwortung
übernehmen, können die bestehenden Strukturen dauerhaft gesichert werden. „Es geht
momentan in dieser Erzeugerpreiskrise für viele Ferkelerzeuger und Schweinemäster um die
Existenz! Und wenn den Schweinehaltern die Luft ausgeht, zerfällt die gesamte
Wertschöpfungskette Schweinefleisch. Damit steht Versorgung mit bayerischem Schweinefleisch
auf dem Spiel. Das Marktrisiko darf nicht einseitig auf die Erzeuger abgewälzt werden. Die
Empfehlung für einen Preiskorridor zwischen Schweinemästern und Handwerksmetzgern ist genau
das, was es jetzt braucht: Ein faires Miteinander in der Wertschöpfungskette, betont der Präsident
des Bayerischen Bauernverbandes, Günther Felßner. Felßner appelliert aber auch an die
Schweinemäster, ihre Ferkelerzeuger nicht zu vergessen und auch hier ein partnerschaftliches
Miteinander zu leben.
Beide Verbände betonen, dass Fleisch kein Ramschprodukt werden darf. Eine hochwertige regionale Erzeugung setzt wirtschaftlich tragfähige Rahmenbedingungen sowohl für die landwirtschaftlichen Betriebe als auch für das Metzgerhandwerk voraus.
Die Verbände appellieren daher an alle Beteiligten, den partnerschaftlichen Dialog fortzusetzen und gemeinsam Verantwortung für die Zukunft der bayerischen Schweinehaltung und des Fleischerhandwerks zu übernehmen. Nur mit fairen und verlässlichen Beziehungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette können die regionalen Strukturen erhalten und weiterentwickelt werden.
Hinweis: Bei dem Preiskorridor handelt es sich lediglich um einen Appell an die Fairness in der Wertschöpfungskette sowie um eine Empfehlung für eine mögliche Lösung vor Ort. Der Korridor stellt keine Vorgabe oder feste Vereinbarung dar. Die individuelle Preisgestaltung wird zwischen den Betrieben vor Ort vereinbart.
Ansprechpartner zu dieser Pressemitteilung:
Lars Bubnick
Mail: bubnick@metzgerhandwerk.de
Tel.: 0821 568 61 0
Mobil: 0176 4554 43 42
Markus Drexler
Mail: markus.drexler@bayerischerbauernverband.de
Tel.: 089 55873-314
Mobil: 01578 3923859