Herausfordernde Spargelsaison geht zu Ende
Bayerische Spargelbauern ziehen zufriedenstellende Bilanz
Das Wetter gab den Takt vor: Dank Verfrühungsmaßnahmen stand zum offiziellen Saisonstart Anfang April bereits heimischer Spargel zur Verfügung – in Teilen Frankens lief die Ernte flächendeckend erst nach Ostern an. Kühle Nächte und Temperaturschwankungen bremsten das Wachstum im Mai immer wieder aus, bevor sommerliche Temperaturen rund um Pfingsten es beschleunigten – und damit Ernte und Qualitätssicherung anspruchsvoller machten.
Spargelbetriebe zwischen Kostendruck und Preiskonkurrenz
Angebot und Nachfrage blieben weitgehend im Gleichgewicht. „Es gab weder über längere Zeit deutlich zu viel noch deutlich zu wenig Spargel am Markt“, sagt Patrick Scharl, Referent für Obst und Gartenbau beim Bayerischen Bauernverband. Stammkundschaft blieb Hofläden und Verkaufsständen treu. Gleichzeitig schauen viele Verbraucher genauer auf den Preis – vor allem im Vergleich zu Aktionsware des Lebensmitteleinzelhandels. Das setzt Direktvermarkter unter Druck. „Den Betrieben bereiten die hohen Kosten und der hohe Handarbeitsanteil in Verbindung mit dem gestiegenen Mindestlohn Sorgen – verschärft durch den Preisdruck günstiger Handelsangebote“, so Scharl. „Regionaler Spargel steht für kurze Wege, Frische und heimische Wertschöpfung. Das muss sich auch im Preis widerspiegeln.“
Amtliche Erntezahlen für 2026 liegen noch nicht vor. Aus der Praxis zeichnet sich aber eine normale bis gute Saison mit regionalen Unterschieden ab. Zum Saisonende zum Johannistag hin gingen die Mengen wie gewohnt zurück; viele Betriebe beendeten die Ernte wegen trockenheitsbedingt dünnerer Stangen früher – auch um die Anlagen zu schonen. Nach dem 24. Juni wird traditionell kein Spargel mehr gestochen: Die mehrjährigen Pflanzen brauchen nun Zeit zur Regeneration. Über das Spargelkraut sammeln sie Energie für den Austrieb nach der Winterruhe – die Basis für beste Qualität im kommenden Jahr.