Hormone in Rindfleisch: "Wer unsere Standards unterläuft, hat auf dem EU-Markt nichts zu suchen!"
Brasilien darf ab 3. September 2026 keine Lebensmittel tierischen Ursprungs mehr in die EU exportieren
Ende Dezember 2025 hatte EU-Gesundheitskommissar Olivér Várhelyi angekündigt, Importe von pflanzlichen und tierischen Lebensmitteln stichprobenartig auf deren Qualität zu überprüfen. Diese Ankündigung erfolgte kurz nach der COPA-Demonstration am 18. Dezember, in der der Berufsstand – gerade auch der Bayerische Bauernverband – noch einmal vehement seine Kritik an dem Agrarteil des Handelsabkommens kundgetan hatte.
Dem jetzt beschlossenen Einfuhrstopp waren außerdem Recherchen aus Irland vorausgegangen sowie Meldungen im Europäischen Schnellwarnsystem für Lebens- und Futtermittel vor Östradiol sowie Rückständen von Tierarzneimitteln in Rindfleisch aus Brasilien. Die Handelssperre gilt unbefristet. Sie gilt also mindestens so lange, wie Brasilien die vollständige Einhaltung der EU-Vorgaben nicht nachprüfbar belegt hat.
"Wer unsere Standards unterläuft, hat auf dem europäischen Markt nichts verloren!"
Für den Bayerischen Bauernverband steht fest: Die Europäische Union muss künftig konsequent kontrollieren, damit Importe denselben Anforderungen genügen wie die heimische Erzeugung. "Unsere Bauernfamilien dürfen nicht durch Waren verdrängt werden, die unter Bedingungen produziert wurden, die in Europa längst verboten sind. Wer Handel will, muss auch die Regeln respektieren. Die europäischen Bauernfamilien produzieren nach weltweit höchsten Standards. Wer diese Standards unterläuft, hat auf dem europäischen Markt nichts verloren!", macht Felßner deutlich. "Der aktuelle Fall zeigt, dass es nicht genügt, auf dem Papier gleiche Regeln und Standards zu versprechen. Entscheidend ist, dass ihre Einhaltung lückenlos kontrolliert und Verstöße konsequent sanktioniert werden."
Völlig unverständlich ist jedoch, dass der beschlossene Importstopp erst Anfang September in Kraft treten soll. "Wenn verbotene Wachstumshormone nachgewiesen werden, darf es keine monatelange Übergangsfrist geben. Für funktionierenden Verbraucherschutz und fairen Wettbewerb muss sofort gehandelt werden. Im Zweifel müssen Schiffe dann eben umdrehen!", fordert Felßner.
Der BBV hat gerade mit Blick auf die Verhandlungen über das Mercosur-Abkommen über viele Jahre immer wieder das Thema Prozessqualität in den Mittelpunkt gerückt und fordert deren Berücksichtigung in Handelsabkommen. Die Funde von Wachstumshormonen in brasilianischem Rindfleisch bestätigt, dass dieser Fokus der BBV-Arbeit mehr als berechtigt ist. Der BBV wird auf jeden Fall weiter wachsam verfolgen, ob und wie die EU-Kommission bei diesem wichtige Thema wirklich durchgreift und die hohen EU-Standards schützt.
Alle Infos zum Thema Mercosur unter www.BayerischerBauernVerband.de/Mercosur