PRESSEMITTEILUNG

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Milchflasche im Grünen

Milch

Von der Kuh zum wertvollen Lebensmittel

  • Fakten zum wertvollen Lebensmittel Milch
  • Zitat der Landesbäuerin
  • Zahlen zur Milch

Frischmilch, längerfrische Milch, H-Milch, das Ganze als Vollmilch, fettarme Milch oder entrahmt – Milchtrinker haben die Qual der Wahl. Laktosefreie Milch ist mittlerweile gängig, Rohmilch gibt’s nur beim Bauern, Vorzugsmilch in ausgewählten Geschäften. Was sind die Unterschiede und was steckt dahinter?

Rohmilch

Milch, wie sie von der Kuh kommt, wird Rohmilch genannt. Rohmilch darf nur direkt ab Hof abgegeben werden. Betriebe, die Rohmilch verkaufen, müssen die gesetzlich üblichen Hygieneanforderungen für Milchviehbetriebe erfüllen. Zum Schutz vor Infektionen muss an der Abgabestelle der Hinweis „Rohmilch – vor dem Verzehr abkochen“ angebracht sein. Vorzugsmilch dagegen ist gefilterte Rohmilch aus streng kontrollierten Betrieben, die gekühlt und verpackt in einzelnen Supermärkten angeboten wird. Vorzugsmilch muss hohen hygienischen Anforderungen genügen und innerhalb von 24 Stunden verkauft werden. Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät Risikogruppen wie Kindern, Schwangeren und älteren Menschen aufgrund einer möglichen Infektionsgefahr auf Rohmilch und Rohmilchprodukte zu verzichten.

Haltbar durch Wärmebehandlung

Erst wenn Milch wärmebehandelt wird, werden Krankheitserreger abgetötet, und die Milch ist länger haltbar. Frischmilch wird kurzzeitig bei 72 bis 75 °C pasteurisiert. Sie ist ungeöffnet und gekühlt etwa 7 bis 10 Tage haltbar. Längerfrische Milch, auch als ESL-Milch (extended shelf life) bezeichnet, ist ungeöffnet im Kühlschrank gelagert rund drei Wochen haltbar. Sie wird entweder auf rund
130 °C erhitzt oder mikrofiltriert und pasteurisiert. H-Milch steht für haltbare Milch, die durch Ultrahocherhitzung (UHT) bis zu 150 °C haltbar gemacht wird. H-Milch ist ungeöffnet mindestens 8 Wochen ohne Kühlung haltbar. Geöffnete Milchpackungen gehören in den Kühlschrank und sind innerhalb einiger Tage aufzubrauchen.

Unterschiedliche Fettgehalte

Der natürliche Fettgehalt von Kuhmilch liegt bei ca. 4,2 %. In der Molkerei wird die angelieferte Milch zentrifugiert und in Rahm, Magermilch und Nichtmilchbestandteile getrennt. Dabei wird die Milch von Verunreinigungen befreit. Anschließend wird der Magermilch wieder Rahm zugefügt, bis der gewünschte Fettgehalt erreicht ist. Vollmilch enthält mindestens 3,5 % Fett. Fettarme bzw. teilentrahmte Milch weist einen Fettgehalt von 1,5 bis 1,8 % auf. Entrahmte Milch, auch als Magermilch bezeichnet, besteht zu höchstens 0,5 % aus Fett. Um eine Rahmschicht auf der Milch zu verhindern, wird die Milch mit hohem Druck durch feine Drüsen gepresst. Die Fetttröpfchen werden dabei zerkleinert, gleichmäßig in der Milch verteilt und steigen nicht mehr an die Oberfläche auf. Der Vorgang wird als Homogenisieren bezeichnet.

Was steckt in der Milch?

Milch besteht zu rund 90 % aus Wasser und enthält rund 3,4 % biologisch hochwertiges Eiweiß. Der Zuckeranteil macht etwa 5 % aus, dabei handelt es sich um den Zweifachzucker Laktose. Wer an einer Laktoseintoleranz leidet, greift besser zu laktosefreier Milch, bei welcher der Zweifachzucker in die Einzelbestandteile Glukose und Galaktose gespalten und in dieser Form für Laktoseintolerante gut verträglich ist. Laktosefreie Milch ist durch die Aufspaltung des Zuckers etwas süßer im Geschmack als herkömmliche Milch. Milch ist außerdem reich an Vitamin A, Vitamin B2 und B12 und enthält die Mineralstoffe Magnesium, Jod, Zink und Kalzium in nennenswerten Mengen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt täglich Milch und Milchprodukte zu verzehren. Zu welcher Milch der Verbraucher greift, bleibt ihm überlassen. Genug Auswahl gibt es.

 

Landesbäuerin Anneliese Göller über das Lebensmittel Milch

"Milch ist ein wertvolles Lebensmittel. Sowohl die Milch selbst als auch daraus hergestellte Produkte sind eine wichtige Quelle für lebensnotwendige Nährstoffe und Wirkstoffe wie Vitamine und Mineralstoffe. Aus der Milch besonders gut verfügbar sind z. B. die  Vitamin B2 und B12, sowie die Mineralstoffe Kalzium und die Spurenelemente Zink und Jod. Wenn man bedenkt, dass der Bedarf an Vitamin B12 nur über tierische Lebensmittel gedeckt werden kann und die empfohlene Menge an Kalzium in Deutschland weder von den Erwachsenen noch von den Jugendlichen erreicht wird, ist der tägliche Griff nach einem Glas Milch in Sachen Gesundheit sicher eine gute Entscheidung – auch für Vegetarier!“

 

Milch in Zahlen

Milch in Bayern

Anzahl/ Menge

2018

Rinderhaltungen 44.962
Rinder 3,1 Mio.
Milchkuhhaltungen 29.653
Milchkühe 1,174 Mio.

Quelle: Statistisches Landesamt, Stichtag 3. Mai 2018

Wie das Bayerische Landesamt für Statistik mitteilt, stehen hinter den 1,17 Mio. Rindern 44 962 Haltungen. Die durchschnittliche Rinderzahl je Haltung lag im Mai 2018 bei knapp 69 Rindern. Milchkühe stellen mit 1,17 Mio. Tieren (29.653 Milckuhhaltungen) einen Anteil von 38 Prozent am gesamten Rinderbestand dar. Die durchschnittliche Zahl der Milchkühe je Milchkuhhaltung beträgt 40 Tiere.

Weitere Zahlen zum Export, zum Verbrauch und zu den Preisen finden Sie hier.

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