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kreisbaeuerinnentagung-2026
© BBV

Frauen stärken heißt Landwirtschaft stärken

BBV-Landfrauen fordern konkrete Maßnahmen zum UN-Jahr der Bäuerin und Landwirtin 2026

26.03.2026 | Das UN-Jahr der Bäuerin und Landwirtin 2026 rückt die zentrale Rolle von Frauen in der Landwirtschaft weltweit in den Fokus. Frauen sichern regionale Wertschöpfungsketten, erhalten Kulturlandschaften und treiben nachhaltige Entwicklungen voran. Dennoch sind ihre Leistungen häufig wenig sichtbar. Nicht nur weltweit, sondern auch in Bayern braucht es gezielte Unterstützung, dass Frauen bereit sind, Verantwortung in landwirtschaftlichen Betrieben zu übernehmen.

Im Rahmen ihrer jährlichen Arbeitstagung haben sich die BBV-Kreisbäuerinnen und ihre Stellvertreterinnen aus ganz Bayern intensiv mit zentralen Handlungsfeldern für mehr Chancengleichheit und eine zukunftsfähige Landwirtschaft auseinandergesetzt. „Wir fordern konkrete Maßnahmen, um Frauen auf unseren Höfen nachhaltig zu stärken“, brachte Landesbäuerin Christine Singer die Anliegen der rund 140 ehrenamtlich engagierten Frauen auf den Punkt.

Vier zentrale Handlungsfelder für Chancengleichheit und zukunftsfähige Landwirtschaft

 

  1. Gemeinsame Agrarpolitik (GAP): Frauen gezielt fördern
    Förderprogramme müssen systematisch auf ihre Inanspruchnahme durch Frauen und Männer überprüft werden, so dass der gleichberechtigte Zugang gewährleistet ist. Dort, wo Zugangshürden für Frauen identifiziert werden, sollen entsprechende Anpassungen vorgenommen werden. Vorbilder liefern Länder wie Spanien und Irland, die bereits spezifische Förderansätze etabliert haben.

    Ergänzend dazu braucht es Beratung und Qualifizierungsangebote, die Frauen bei der Übernahme von Verantwortung unterstützen.
     
  2. Barrieren abbauen, Potenziale nutzen: Frauen in der Finanzierung stärken
    Aufgrund geringerer Sicherheiten wie Besitz und Vermögen haben Frauen erschwerten Zugang zu Krediten und Investitionsmitteln. Gleichzeitig zeigen Studien, dass frauengeführte Betriebe oft wirtschaftlich stabiler sind, nachhaltiger wirtschaften und ein verlässlicheres Rückzahlungsverhalten aufweisen. Letzteres muss bei der Kreditvergabe stärker berücksichtigt werden.

    Gefordert werden außerdem verstärkt gezielte Beratungs- und Coachingangebote, um Finanzierungskompetenz und Fördermittelakquise zu stärken und dadurch Hemmnisse beim Zugang zu Kapital abzubauen. 

 

  1. Soziale Absicherung verbessern
    Die soziale Absicherung von Frauen auf landwirtschaftlichen Betrieben ist vielfach unzureichend. Studien wie die „Bäuerinnenstudie Bayern 2019“ und „Frauen.Leben.Landwirtschaft“ zeigen deutlichen Handlungsbedarf.

    Der BBV hat das Thema soziale Absicherung der auf den landwirtschaftlichen Betrieben lebenden Personen in den letzten Jahren intensiv in den Blick genommen. Ein persönlicher Versicherungsschutz für mitarbeitende Partnerinnen und Partner muss an der aktuellen Situation der Betriebe ausgerichtet werden, um die Zukunftsfähigkeit der Betriebe zu garantieren. 

 

  1. Frauengesundheit stärker berücksichtigen
    Gesunde Frauen sind eine zentrale Voraussetzung für resiliente landwirtschaftliche Betriebe. Die BBV Landfrauen fordern eine geschlechtersensible medizinische Versorgung, die Unterschiede in Prävention, Diagnose und Therapie stärker berücksichtigt.

    Geschlechterspezifische Aspekte müssen in allen medizinischen Ausbildungsberufen und Studiengängen sowie in der Fort- und Weiterbildung berücksichtigt werden, um eine gleichwertigere Versorgung der gesamten Gesellschaft zu erzielen.

    Da viele medizinische Standards bislang überwiegend auf Daten männlicher Probanden basieren, braucht es mehr Forschung zu geschlechtsspezifischen Unterschieden mit entsprechenden Stichprobengrößen. Gerade Frauen in der Landwirtschaft sind häufig besonderen körperlichen und psychischen Belastungen ausgesetzt und benötigen eine gezielte gesundheitliche Unterstützung.

 

Chancengleichheit als Schlüssel für die Zukunft der Landwirtschaft

Das UN-Jahr der Bäuerin und Landwirtin bietet die Chance, die Leistungen von Frauen sichtbarer zu machen und notwendige Reformen anzustoßen. Eine moderne, nachhaltige Landwirtschaft kann nur gelingen, wenn Frauen gleichberechtigt beteiligt sind und ihre Arbeit angemessen anerkannt und abgesichert wird.

 

„Gleichstellung verankern bedeutet, Frau immer mitzudenken. Gleiche Chancen, Rechte und Perspektiven sind Voraussetzung für eine zukunftsfähige Landwirtschaft und erfordern konkrete Maßnahmen – und zwar weit über das UN-Jahr hinaus“, so Landesbäuerin Singer.

Positionspapier "Frauen stärken" zum Download:

Ihr Kontakt beim BBV

© Pixel-Shot-stock.adobe.com | thomas-kirchberger.unsplash.com Pressesprecher
Bayerischer Bauernverband
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