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Trockenheit und Hitze schmälern Ernte in Bayern

Bauernverband erwartet allenfalls durchschnittliche Ernte 2026 – Niedrige Preise und hohe Kosten belasten Höfe zusätzlich

09.07.2026 | Hitze und Trockenheit haben die Pflanzen auf Bayerns Felder in den vergangenen Monaten massiv getroffen. „Wegen den ausgebliebenen Niederschlägen und der sengenden Hitze rechnen Bayerns Landwirtinnen und Landwirte für die Ernte 2026 bestenfalls mit einer durchschnittlichen, mancherorts aber auch richtig schlechten Ernte“, sagte der bayerische Bauernpräsident Günther Felßner im Rahmen der diesjährigen Erntepressefahrt, die der Bauernverband gemeinsam mit dem Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus am Donnerstag im Landkreis Mühldorf am Inn durchgeführt hat. Besonders Weizen und Raps litten unter der langanhaltenden Trockenheit und der außergewöhnlichen Hitzewelle Ende Juni. Wie die Ernte letztlich ausfällt, entscheidet sich heuer stärker als sonst von Region zu Region.

Wetter und Markt setzen Betriebe unter Druck

„Das Anbaujahr ist gut gestartet – doch dann folgten eine lange Trockenheit und eine außergewöhnliche Hitzewelle. Selten waren die Unterschiede zwischen den Regionen und sogar zwischen benachbarten Feldern so groß wie heuer“, sagt Hermann Greif, Vorsitzender des Landesfachausschusses für pflanzliche Erzeugung im Bayerischen Bauernverband. „Wir erwarten heuer bestenfalls eine durchschnittliche Ernte.“ Während die Wintergerste vielerorts noch vergleichsweise ordentliche Erträge brachte, kamen die Niederschläge für Weizen und Raps häufig zu spät. Besonders auf leichten Böden führten Hitze und Trockenheit zu deutlichen Ertragseinbußen. Mais, Kartoffeln und Zuckerrüben leiden ebenfalls unter Trockenstress, könnten sich bei ausreichenden Niederschlägen regional aber noch erholen. Neben den Wetterextremen verschärft die wirtschaftliche Situation die Lage vieler Ackerbaubetriebe zusätzlich. Hohe Kosten für Dünger und Energie treffen auf niedrige Erzeugerpreise. „Die Kosten-Erlös-Schere wird für viele Betriebe zunehmend zur Zerreißprobe“, so Greif. Während der Weizenpreis unter enormem Druck steht, bleibt der Rapsmarkt derzeit der einzige Lichtblick für Ackerbauern.

Landwirtschaft braucht verlässliche Rahmenbedingungen

Für BBV-Präsident Günther Felßner zeigt die Ernte 2026 einmal mehr, dass Wetterextreme längst zum Alltag der Landwirtschaft gehören. „Für uns ist der Klimawandel bereits Realität. Wir haben tagtäglich mit den Auswirkungen auf den Feldern, Wiesen und im Wald zu kämpfen. Wir Landwirte wollen und werden sich an die veränderten Bedingungen anpassen. Dafür brauchen wir endlich bessere Rahmenbedingungen. Deswegen ist jetzt die längst angekündigte Risikoausrücklage nötig, um Wetterextreme wirtschaftlich ausgleichen zu können und die Steuerbefreiung für Bio-Kraftstoffe, um Kosten zu senken“, fordert Felßner. Außerdem setzt sich der Bayerische Bauernverband für ein starkes EU-Agrarbudget, mehr Mut zu Innovationen und Klimaanpassung sowie wirksamen Bürokratieabbau ein. „Nur wenn die politischen Weichenstellungen anders und besser werden, können wir auch künftig hochwertige Lebensmittel und erneuerbare Energie erzeugen und die Versorgung mit regionalen Lebensmitteln und nachwachsenden Rohstoffen gewährleisten“, so Felßner.

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Präsentierten die Ernteaussichten 2026 für Bayern (v. l. n. r.): Betriebsleiter Veronika Koch und Stefan Meier, BBV-Präsident Günther Felßner, Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber, Betriebsleiter Kristina und Stefan Keilhacker, BBV-Pflanzenbaupräsident Hermann Greif

 

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Tabellen und Graphiken zur Erntepressefahrt 2026