Zum Hauptinhalt springen
Zur Suche springen
Zum Footer springen
Zur Navigation springen
Düngung Mineraldünger David Brown/adobestock.com
© David Brown / adobestock.com

Geplanter EU-Düngemittelaktionsplan verbesserungswürdig

Erste Bewertung des BBV-Landesfachausschusses für pflanzliche Erzeugung und Vermarktung

20.05.2026 | Die aktuellen globalen Krisen führen uns Europas Abhängigkeit von funktionierenden Lieferketten und bezahlbarer Energie vor Augen. Der geplante Aktionsplan der EU-Kommission ist daher ein Schritt in die richtige Richtung, hat aber auch Schwachstellen.

Mit dem geplanten EU-Düngemittelaktionsplan hat sich der Landesfachausschuss für pflanzliche Erzeugung und Vermarktung (LFA) im Bayerischen Bauernverband auseinandergesetzt: 

Die grundlegende Ausrichtung zur Sicherung der Versorgung und Stabilisierung der Märkte wird von den Mitgliedern begrüßt. An anderen Stellen besteht jedoch Nachbesserungsbedarf. 

Was bringen die für 2026 geplanten Maßnahmen?

Die geplanten Maßnahmen für 2026 sind weitgehend positiv zu bewerten:

Die Einstufung von Düngemitteln als „kritische Güter“ sowie staatliche Beihilfen sind richtige Signale. Auch die gezielte Förderung der Präzisionslandwirtschaft wird ausdrücklich unterstützt. 

Der Ausschuss warnt aber davor, Mittel aus der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) umzuschichten. Dies darf auf keinen Fall zulasten bestehender, fest eingeplanter Programme gehen. Hier muss die EU-Kommission mit den Mitgliedstaaten zusätzliche Gelder vorsehen.

Wie ist die Strategie bis 2034 zu beurteilen?

Mit Blick auf die langfristige Strategie bis 2034 sieht der LFA den Ausbau der EU-eigenen Produktion von Ammoniak und Düngemitteln positiv. 

Aber: Die Förderung darf nicht ausschließlich auf grünen Ammoniak und biobasierte Dünger beschränkt bleiben! Um die europäische Produktion von Düngemitteln krisensicher zu machen, müssen auch ausreichende Mengen an Erdgas für die Düngerproduktion reserviert werden. 

Keine Kreislaufwirtschaft ohne Nährstoffrückgewinnung!

Ein massiver Nachbesserungsbedarf besteht beim Thema Kreislaufwirtschaft: Die europäische Strategie muss viel stärker auf die Nährstoffrückgewinnung ausgerichtet werden, insbesondere des endlichen Rohstoffs Phosphor. Innovative Verfahren zur qualitätsgesicherten Phosphatrückgewinnung aus Klärschlamm, wie die Hydrothermale Carbonisierung (HTC), müssen sowohl rechtlich als auch finanziell gefördert werden. Nährstoffe, die aus Abwässern zurückgewonnen werden, müssen der Landwirtschaft in pflanzenverfügbarer Form zur Verfügung gestellt werden.