Mehr Entlastungen und klare Perspektiven nötig!
5-Punkte-Katalog der Kreisobmänner und Kreisbäuerinnen des Bayerischen Bauernverbandes
Die aktuellen geopolitischen Entwicklungen betreffen die bayerische Land- und Forstwirtschat ganz konkret auf den Bauernhöfen. Der massive Preisanstieg auf den Energie- und Düngemittelmärkten schlägt bei den Landwirten direkt durch. Die massiv steigenden Kosten bei Diesel, Gas und Düngemitteln treffen in der wirtschaftlichen Praxis der Bauern mit vielfach völlig unzureichenden Erzeugerpreisen zusammen. Für viele landwirtschaftliche Familienbetriebe entsteht daraus eine existenzielle Gefahr in der wirtschaftlichen Tragfähigkeit und damit der Zukunft ihrer Bauernhöfe.
Der Beschluss im Koalitionsausschuss am 12. April für die Senkung der Mineralölsteuer um 17 Cent je Liter für zwei Monate kann dabei aber nur ein erster Schritt sein. Umso mehr sind alle Ebenen von Landes- Bundes- und Europapolitik gefordert. Eine leistungsfähige heimische Land- und Forstwirtschaft ist Grundlage für Versorgungssicherheit und stabile ländliche Räume. Ernährungssicherung, Energieversorgung und wirtschaftliche Stabilität gehören zusammen.
Von der Bayerischen Staatsregierung, der Bundesregierung und der EU-Kommission fordern die Kreisobmänner und Kreisbäuerinnen auf ihrer Frühjahrstagung 2026 zügige Entscheidungen, konkrete Maßnahmen und eine konsequente Umsetzung:
1. Energie bezahlbarer machen
• Aussetzen der CO2-Abgabe auf Energie.
• Spürbare Entlastung bei Diesel und Gas für land- und forstwirtschaftliche Betriebe.
• Ausbau der Leitungsnetze zur Stärkung der dezentralen, regionalen Stromversorgung.
Bezahlbare Energie ist Voraussetzung für wirtschaftliche Produktion und Versorgungssicherheit.
2. Düngemittel bezahlbar und verfügbar machen
• Aussetzen der EU-Zölle und Abgaben beim Import von Düngemitteln nach Europa.
• Nutzung verfügbarer Gasmengen in Europa gezielt für die heimische Düngemittelproduktion.
• Stärkung europäischer Produktionskapazitäten, der effizienten Nutzung von organischem Dünger und der bedarfsorientierten Nährstoffversorgung, insbesondere Umsetzung der Derogation.
• Tierhaltung fördern und damit geschlossene Nährstoffkreisläufe erreichen.
Ohne ausreichend und leistbare Düngemittel werden Ernten gefährdet. Hier beginnt Ernährungssicherheit, die auch Tierhaltung braucht.
3. Heimische, nicht-fossile Bio-Kraftstoffe stärken
• Steuerliche Freistellung für erneuerbare, heimische Biokraftstoffe und nicht-fossile Kraftstoffe (z.B. HVO).
Erneuerbare, heimische Kraftstoffe sind skalierbar, reduzieren Importabhängigkeiten und stärken die regionale Wertschöpfung.
4. Biogas ausbauen und absichern
• Schaffung von Rahmenbedingungen für die Zukunft von bestehenden Biogasanlagen.
• Sicherung des Beitrags zur Grundlastfähigkeit und Netzstabilität.
Biogas liefert verlässlich erneuerbare Energie aus der Region und stabilisiert das Energiesystem.
5. Erneuerbare Energien und deren Nutzung konsequent stärken
• Stärkung von Holzenergie als Wärmequelle und von Holz als Baustoff.
• Nutzung von Photovoltaik und Windenergie im Einklang mit Land- und Forstwirtschaft.
• Förderung der Nutzung von regenerativem Eigenstrom auf den Bauernhöfen als Ersatz für konventionelle Antriebe.
Erneuerbare Energien aus der Region erhöhen die Unabhängigkeit und sichern langfristig die Energieversorgung.