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Diesel Zapfsäule
© BBV - canva.com

Kostenexplosion trifft auf Preiskrise: Dringend konkrete Entlastung für Landwirtschaft nötig!

Bayerischer Bauernverband fordert sofortige Maßnahmen bei Energie, Dünger und erneuerbaren Energien

01.04.2026 | Die bayerische Landwirtschaft steht angesichts steigender Energie- und Düngemittelpreise bei gleichzeitig zu niedrigen Erzeugerpreisen unter massivem wirtschaftlichem Druck. Die aktuellen geopolitischen Entwicklungen, insbesondere die Eskalation im Nahen Osten, verschärfen die Situation zusätzlich. Der BBV fordert ein sofortiges Aussetzen der CO2-Abgabe, eine Sicherung der Dünger-Versorgung sowie eine Steuerbefreiung für heimische Bio-Kraftstoffe und Anschlussregelungen für Biogasanlagen.

"Wir erleben derzeit eine gefährliche Schieflage: Die Kosten für Diesel, Energie und Dünger steigen erneut deutlich, während viele Erzeugerpreise - etwa im Getreidebereich - auf niedrigem Niveau verharren. Das bringt zahlreiche Betriebe an ihre wirtschaftlichen Grenzen", sagt Bauernpräsident Günther Felßner. Das von der Bundesregierung auf den Weg gebrachte Kraftstoffmaßnahmenpaket bringt keine konkrete Entlastung für landwirtschaftliche Betriebe.

Vor diesem Hintergrund fordert der Bayerische Bauernverband kurzfristig wirksame Entlastungen und verlässliche politische Rahmenbedingungen, um die Lebensmittelerzeugung zu sichern. "Wenn wir Versorgungssicherheit und regionale Erzeugung erhalten wollen, muss die Politik jetzt handeln. Symbolpolitik reicht nicht aus - wir brauchen echte Entlastung", so Felßner.

Zentrale Forderungen des BBV:

1 . CO2-Abgabe aussetzen und sofortige Entlastung schaffen
Eine temporäre Aussetzung der CO2-Abgabe würde unmittelbar zu spürbaren Entlastungen führen. Beim Diesel entspricht dies einer Entlastung von rund 17 bis 20 Cent je Liter. Auch im Bereich Gas - etwa im Gewächshaus oder in der Tierhaltung - würde dies die Kosten deutlich senken.

2. Düngemittelversorgung sichern und stabilisieren
Eine ausreichende und bezahlbare Versorgung mit Düngemitteln ist Grundlage jeder landwirtschaftlichen Produktion. Steigende Düngerpreise bei gleichzeitig niedrigen Getreidepreisen bringen die betriebliche Kalkulation zunehmend ins Wanken. Neben der Sicherung der internationalen Versorgung gilt es daher, heimische Potenziale konsequent zu nutzen - insbesondere durch eine noch bessere Nutzung organischer Dünger wie Gülle und Mist sowie stabile Rahmenbedingungen für Tierhaltung mit geschlossenen Nährstoffkreisläufen.

3. Erneuerbare Energien aus der Land- und Forstwirtschaft stärken
Die Land- und Forstwirtschaft kann einen entscheidenden Beitrag zur Energieunabhängigkeit leisten - etwa durch Biogas, erneuerbare Kraftstoffe, Holzenergie sowie Solar- und Windenergie. Dafür braucht es verlässliche wirtschaftliche Perspektiven. Dazu zählen insbesondere die Steuerfreistellung erneuerbarer, heimischer Kraftstoffe sowie tragfähige Anschlussregelungen für bestehende Biogasanlagen.

"Die aktuellen Entwicklungen zeigen deutlich: Ernährungssicherung und Energieversorgung gehören zusammen. Wer beides ernst nimmt, muss die Land- und Forstwirtschaft stärken und darf sie nicht weiter zusätzlich belasten", fordert BBV-Präsident Felßner.

Kraftstoffmaßnahmenpaket greift zu kurz: Entlastung statt Symbolpolitik!

Der Bayerische Bauernverband (BBV) wertet den Gesetzentwurf zum sogenannten Kraftstoffmaßnahmenpaket kritisch. Zwar sind mehr Transparenz und ein funktionierender Wettbewerb auf den Kraftstoffmärkten grundsätzlich zu begrüßen. "Die vorgesehenen Maßnahmen bleiben jedoch weit hinter dem zurück, was landwirtschaftliche Betriebe derzeit dringend benötigen. Die Bundesregierung reagiert auf Symptome – nicht auf die Ursachen der Krise“, kritisiert Markus Drexler, Sprecher des Bayerischen Bauernverbandes. "Die Begrenzung von Preiserhöhungen an Tankstellen auf einmal täglich sowie verschärfte kartellrechtliche Eingriffe können kurzfristig für mehr Preistransparenz sorgen, lösen aber nicht das zentrale Problem der massiv steigenden Betriebsmittelkosten für die Landwirte bei gleichzeitig desaströsem Erzeugerpreisniveau."

Gerade die Landwirtschaft ist für die Erzeugung von Lebensmitteln und damit für die Ernährungssicherung in besonderem Maße auf Diesel, Energie und daraus produzierten Mineraldünger angewiesen. Steigende Kraftstoffpreise wirken unmittelbar kostensteigernd entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Gleichzeitig stehen viele Betriebe unter erheblichem wirtschaftlichem Druck, weil die Erzeugerpreise in zentralen Produktionsbereichen vielfach nicht kostendeckend sind. "Insbesondere bei der Aussetzung CO2-Bepreisung hätte Deutschland die Möglichkeit die Kosten für die Betriebe zumindest teilweise zu senken. Statt gezielter Entlastungen für die landwirtschaftlichen Betriebe setzt die Politik auf ordnungspolitische Detailregelungen, deren Wirkung ungewiss ist. Auch die Annahme, dass allein durch mehr Wettbewerb spürbare Preisentlastungen entstehen, greift zu kurz", erläutert Drexler.

Weiterführend: Auswirkungen des Irankrieges auf die Getreidemärkte