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Trockener Weizen

Hitze und Dürre machen Bauern massiv zu schaffen

Versorgungssicherheit in Gefahr: Politik ist gefordert

02.08.2022 |

Die Landwirtschaft in Bayern, ganz besonders in Nordbayern, ist massiv gezeichnet von wochenlanger Trockenheit und zudem Hitze. Trotz weiterentwickelter, ressourceneffizienter Anbaumethoden und veränderter Fruchtfolgen in den letzten Jahrzehnten erleiden die Bauern deutliche Schäden in den Beständen auf den Äckern sowie auf Wiesen und Weiden. Das Ausmaß der kritischen Auswirkungen von Niederschlagsmangel und ungewöhnlich hohen Temperaturen ist zudem regional unterschiedlich in Bayern.

Die Mitglieder der Präsidentenkonferenz des Bayerischen Bauernverbandes sind aufs Äußerste besorgt, wie Hitze und Dürre den Bauern bereits jetzt massiv zu schaffen machen. Dringend erforderlich wäre eine deutliche Abmilderung des Hitzewetters und vor allem flächendeckend so viel Regen, dass die Pflanzen auf den Äckern, die noch aufstehenden Sonderkulturen und auch das Grünland sich weiterentwickeln können. Über das Wetter entscheiden letztlich höhere Gewalten.

Vorsorgend richten die Mitglieder der Präsidentenkonferenz des Bayerischen Bauernverbandes folgende Forderungen an die Politik, um frühzeitig zur Stabilisierung der Situation für die Landwirtschaftsbetriebe beizutragen und damit auch die Versorgungssicherheit zu stützen:

Steuerfreie Risikorücklage: einzelbetriebliches Risikomanagement stärken!
Jetzt muss seitens der Bundespolitik rasch zumindest die in 2022 auslaufende Steuerregelung zur Tarifermäßigung verlängert werden. Zudem zeigt die gewaltige Herausforderung von Dürre und Hitze leider erneut, dass die Bundespolitik dringend eine steuerfreie Risikorücklage einführen muss. Die Landwirte in Deutschland brauchen dieses Instrument für ein künftiges, einzelbetriebliches Risikomanagement.    

Hilfe untereinander: überbetriebliche Bereitstellung von Flächen zum Zwischenfruchtanbau
Allen Landwirten wird empfohlen, sich in den von Hitze und Trockenheit betroffenen Regionen sowie auch darüber hinaus gegenseitig zu unterstützen, indem Betriebe Flä-chen auch überbetrieblich den besonders betroffenen Berufskollegen für den Anbau von Zwischenfrüchten zur Verfügung stellen. So können die Ertragsausfälle über Hilfe untereinander abgemildert werden.  Darüber hinaus können Angebote und Gesuche für Futter auf der ganzjährig 24/7 verfügbaren Online-Futterbörse genutzt werden: www.BayerischerBauernVerband.de/futterboerse    

Für die Herausforderungen durch Trockenheit und Hitze braucht es in Bayern dringend eine Strategie und praxistaugliche Maßnahmen zur Sicherung der Landbewirtschaftung
Gerade für die Landwirtschaft in Nordbayern, bedarf es seitens der Bayerischen Staatsregierung einer langfristigen und wirksamen Trockenheitsstrategie, denn der Trend der Jahresdurchschnittstemperaturen in den letzten zwei Jahrzehnten ist besorgniserregend.
Es braucht ein Bündel an Maßnahmen und Instrumenten, damit sich die Bauern den Herausforderungen von Trockenheit und Hitze stellen können und auch in Zukunft
Ernten stabil halten können. Und dies ist von der Bayerischen Staatsregierung zu unterstützen und umzusetzen, zum Beispiel:

  • mehr angewandte Forschung mit einem Netzwerk an Praxisbetrieben
  • Züchtung trockenheitsresilienter Pflanzen
  • beschleunigte Zulassungsverfahren für weiterentwickelte Sorten
  • Innovation von Kulturen und Anbauverfahren
  • umweltverträgliche Bewässerungssysteme
  • nachhaltiges Wassermanagement für die heimische Nahrungsmittelerzeugung.

Trockenheit muss fester Bestandteil der in Bayern geplanten, staatlich unterstützten Mehrgefahrenversicherung sein    
Bei der ab 2023 in Bayern geplanten, staatlich unterstützten Mehrgefahrenversicherung für Äcker, Grünland und Sonderkulturen muss das Trockenheitsrisiko verbindlicher Bestandteil sein. Die Beiträge zur Absicherung von bedeutenden Risiken für den Aufwuchs und die Ernten in der bayerischen Landwirtschaft müssen für die Landwirte bei der geplanten, staatlich unterstützten Mehrgefahrenversicherung ausgewogen sein.    

Bei anhaltenden Dürre- und Hitzeschäden in der Landwirtschaft bedarf es Soforthilfe
Sofern in nächster Zeit sich die Auswirkungen von Hitze und anhaltender Trockenheit zu katastrophalen Ertragsschäden für Ackerbauern, Futterbaubetriebe, Biogasbetriebe, Sonderkulturbetriebe und für sonstige Landwirtschaftsbereiche auswachsen, muss die Politik rasch Soforthilfen auf den Weg bringen. Die Politik hat durch die Corona-Pandemie und auch die Auswirkungen des russischen Kriegs in der Ukraine die Bedeutung der Versorgungssicherheit und Ernährungssicherung sowie die Sicherstellung des Funktionierens der Lebensmittelkette selbst wieder als systemrelevant eingeordnet. Deshalb sind in Notlagen der Landwirtschaft auch künftig Soforthilfen bei Bedarf vorzusehen.   

Die Bäuerinnen und Bauern spüren die Auswirkungen des Klimawandels ganz besonders auf ihren Flächen. Deshalb nimmt die Land- und Forstwirtschaft die Folgen sehr ernst und arbeitet aktiv an zusätzlichen Beiträgen zum Klimaschutz. Als Teil der Lösung bieten Bäuerinnen und Bauern dementsprechend vielfältige Ansätze an. Weitere Infos unter: https://www.BayerischerBauernVerband.de/klimaschutzstrategie

 

 

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