Landwirtschaft & Umwelt

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Blühende Rahmen mit Wildblumen zum Schutz der Artenvielfalt auf einem Feld in Bayern

Blühende Rahmen

So legen Landwirte Blühstreifen und Blühflächen an

Das zeigen die vielen „Blühenden Rahmen“, die bereits seit 2011 bei einer gemeinsamen Aktion des Bayerischen Bauernverbandes und des Landesverbandes Bayerischer Imker Jahr für Jahr angelegt werden. Bei der Aktion legen bayerische Landwirte freiwillig Blühstreifen am Feldrand oder Blühflächen an und schaffen so wertvollen Lebensraum für Bienen und Wildtiere.

 

Wie Sie Blühende Rahmen anlegen - und dabei auch gewinnen können - erfahren Sie hier auf unserem Schwerpunkt:

 

 

Jetzt Blühstreifen anlegen und in interaktive Karte eintragen

Zum 100-jährigen Jubiläum des Freistaats Bayern hat der Bauernverband seine Mitglieder unter dem Motto „Bauern schenken Blumen“ aufgerufen, möglichst viele Blühstreifen und Blühflächen anzulegen und in eine interaktive Karte eintragen.

Machen Sie mit, legen Sie Blühflächen an und tragen Sie sich auf der interaktiven Karte ein. So können die bayerischen Bäuerinnen und Bauern zeigen: Wir engagieren uns freiwillig und in enormen Maße für den Umwelt- und Naturschutz!

„Ich danke allen Landwirten, die freiwillig wertvollen Lebensraum für Bienen, Insekten und andere Wildtiere schaffen“, sagt der bayerische Bauernpräsident Walter Heidl. „Mit Blühenden Rahmen können wir beim Thema Biodiversität und Artenschutz mit Engagement und positiven Botschaften punkten.“

 

Wettbewerb „Blühende Rahmen“: Mitmachen und gewinnen!

Viele Landwirte nutzen „Blühende Rahmen“ bereits zur Öffentlichkeitsarbeit, für Kooperationen mit Imkern oder haben die Blühflächen mit einer guten Idee in den Betrieb integriert. Besonders gute Ideen werden vom Bauernverband, vom Landesverband der bayerischen Imker, von der BayWa und BSV-Saaten beim Wettbewerb „Blühende Rahmen“ ausgezeichnet. Landwirte können mit ihrem Projekt am Wettbewerb „Blühende Rahmen“ teilnehmen. Es winken attraktive Preise, wie Maissaatgut und Blüh- und Zwischenfruchtmischungen.

Einfach über folgendes Formular  mitmachen. Laden Sie Fotos sowie eine Beschreibung zu Ihrem „Blühende Rahmen“-Projekt hoch.

 

 

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Alternativ können Sie sich auch per E-Mail an Umwelt@BayerischerBauernverband.de, Betreff „Wettbewerb Blühende Rahmen“
oder per Post an
Bayerischer Bauernverband
„Wettbewerb Blühende Rahmen“
Max-Joseph-Straße 9
80333 München bewerben.

Senden Sie uns auch hier Fotos sowie eine Beschreibung zu Ihrem Projekt. Teilnahmeberechtigt sind alle Landwirte aus Bayern, die Blühstreifen oder Blühflächen anlegen.

 

 

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Sonnenblume

Warum „Blühende Rahmen“?

Die „Blühenden Rahmen“ sind eine wirkungsvolle Maßnahme für jeden Landwirt, um Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben und freiwilliges Engagement zu zeigen. Blumen sagen mehr als tausend Worte.

Mit diesem Engagement haben die bayerischen Bauern 2014 den ersten „European Bee Award“ gewonnen. „Ich danke allen Landwirten, die freiwillig wertvollen Lebensraum für Bienen, Insekten und andere Wildtiere schaffen“, sagte der bayerische Bauernpräsident Walter Heidl bei der Preisverleihung in Brüssel. „Mit Blühenden Rahmen können wir den zahlreichen Kritikern mit Engagement und positiven Botschaften entgegentreten.“
 
Dass sich diese Anstrengungen für den Umwelt- und Naturschutz lohnen, beweist der aktuelle Bayerische Artenschutzbericht. Demnach sind 80.000 der insgesamt 100.000 in Deutschland heimischen Arten in Bayern daheim. Das bayerische Umweltministerium bestätigt in einem aktuellen Bericht zudem, dass 700.000 Hektar an KULAP-Flächen ganz besonders zur Biodiversität beitragen. Über das Vertragsnaturschutzprogramm engagieren sich Bauern freiwillig auf weiteren 80.000 Hektar durch besondere Naturschutzmaßnahmen.

 

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Der Bayerische Bauernverband erhält für die Blühenden Rahmen die Auszeichnung zum Schutz der Bienen, den European Bee Award

Wie funktioniert die Aussaat?

Bei der Maisaussaat bzw. Anlage anderer Kulturen spart der Landwirt die gewünschte Arbeitsbreite als Randstreifen oder als Streifen in der Fläche aus. Dort sät er anschließend den „Blühenden Rahmen“ ein. Der Bauernverband rät, für die Einsaat mit anderen Landwirten zusammenzuarbeiten.

Übrigens: Ein „Rahmen“ kann auch ein Blühstreifen an nur einer Seite des Feldes sein.

Einen Flyer der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft mit Tipps zur richtigen Anlage von Blühstreifen und Blühflächen gibt es hier zum Download.

  

Wo gibt es das Saatgut?

Saatgut für Blühmischungen bieten zahlreiche Saatgutproduzenten und Händler an.
Um die Auswahl zu erleichtern, hat der BBV mit zwei Saatgutanbietern passende Mischungen ausgewählt und Vergünstigungen für Mitglieder vereinbart.

2017 und 2018 haben BBV-Mitglieder auf folgende Mischungen Rabatte erhalten:

BayWa AG

  • Green Trip Blüh Mix 10 kg 
  • BG 80 Biogasmischung einjährig 10 kg

BSV-Saaten

  • NaturPlus+BM 100 hoch - einjährige Blühmischung, hochwachsend

 

Wir weisen Sie darauf hin, dass die für die Rabattaktion ausgewählten Mischungen nicht KULAP-tauglich sind. Für die Anlage von Blühstreifen im KULAP sind spezielle Mischungen vorgeschrieben, die dann über die KULAP-Prämie gefördert werden.

  

Feldschilder im BBV-Shop

Markieren Sie Ihre Blühstreifen! Zwei verschiedene Feldschilder - für Mais und kulturunabhängig - erhalten Sie im BBV-Shop.

 

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Logo und Beschreibung der Blühenden Rahmen

Das müssen Sie bei Planung und Antragstellung beachten

Die ab 2018 wieder eingeführte vereinfachte Codierung für Mais mit Blühstreifen kann aufwendiges Herausmessen bei der Mehrfachantragstellung ersparen. Blühstreifen können zur Umsetzung des Greening genutzt werden.

Alle förderrechtlichen Aspekte zur Mehrfachantragstellung 2018 finden Sie in unserem Handzettel „Blühflächen und Blühstreifen – Grundsätzliche Infos und förderrechtliche Aspekte“.

   

Gemeinsamer Aufruf: Mehr Brachen und Randstreifen anlegen

In einer gemeinsamen Erklärung rufen das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und der Bayerische Bauernverband die bayerischen Bauern dazu auf, weiteren Lebensraum für Wildtiere, Bienen und viele weitere Insekten zu schaffen.

In der Erklärung wird auch für die neue Maßnahme „Brachen mit Honigpflanzen“ geworben. Der Anrechnungsfaktor liegt mit dem Faktor 1,5 um die Hälfte höher als bei normalen Brachen. Im Jahr 2018 gilt außerdem eine vereinfachte Regelung, wonach die solche Flächen lediglich mit mindestens einer blühenden Art aus einer Artenliste (Anlage 5) angesät werden muss. Ab dem Anbaujahr 2019 Jahr wird eine spezielle Mischung von Blühpflanzen vorgegeben sein.

   

So legen Sie Blühende Rahmen mit Blick auf KULAP, Mehrfachantrag und Greening an

Wir erläutern Ihnen außerdem, wie Sie „Blühende Rahmen“ angesichts der Neurungen bei Mehrfachantrag, Greening und KULAP umsetzen:

  1. Greening – ökologische Vorrangflächen (ÖVF): auch Blühstreifen möglich
  2. Was ist bei der Abgabe des Mehrfachantrages zu beachten?
  3. Was ist im Kulturlandschaftsprogramm (KULAP) möglich?

 

1. Greening – ökologische Vorrangflächen (ÖVF): auch Blühstreifen möglich

Seit 2015 müssen landwirtschaftliche Betriebe mit mehr als 15 Hektar Ackerfläche mindestens fünf Prozent ökologische Vorrangflächen nachweisen. Eine der verschiedenen Umsetzungsmöglichkeiten ist dabei die Anlage von Blühstreifen oder Blühflächen in Form von Feld-, Puffer- oder Waldrandstreifen.

Folgende Details sind bei der Einrichtung von Blühflächen oder Blühstreifen als ökologische Vorrangfläche zu beachten:

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Tabelle zu den Blühenden Rahmen

 

2. Was ist bei der Abgabe des Mehrfachantrages zu beachten?

Seit 2018 gelten zwei neue Nutzungscodes: "Silomais mit Blühstreifen / Bejagungsschneisen“ (Nutzungscode 410) und "Körnermais mit Blühstreifen / Bejagungsschneisen“ (Nutzungscode 177).

Betriebe können aber nach wie vor Streifen als Blühstreifen auf Feldstücken einrichten, indem sie auf diesem Feldstück einen Schlag für den vorgesehenen Blühstreifen als Unterteilung zeichnerisch (geographisch) bei der Mehrfachantragsstellung beantragen. Ebenso können Sie auch Feldstücke komplett als Blühflächen vorsehen. Wie Sie Ihre Blühmischung dafür zusammenstellen oder was Sie als Blühpflanzen dort ansäen, steht Ihnen frei, sofern Sie diese Streifenfläche nicht auch für die KULAP-Maßnahmen „Blühflächen (B47, B48)“ nutzen. Damit können Sie auch die für Mitglieder zum Teil vergünstigt angebotenen Blühsaatenangebote für solche Streifen verwenden, wenn die Streifenfläche nicht als KULAP-Blühfläche dienen soll.

Als Nutzungscodierungen können die Betriebe diese Teilflächen zum Beispiel:

  • als normale Brache mit der Nutzungscodierung NC 591 „Ackerland aus der Erzeugung genommen“ (unter anderem grundsätzliche Bearbeitungsruhe vom 1.4. bis 30.6.; keine landwirtschaftliche Erzeugung im gesamten Antragsjahr; kein Pflanzenschutz; keine Düngung; Mindestparzellengröße: 1.000 m²)
     
  • als ÖVF-Brache mit der Nutzungscodierung NC 062 „Brachliegende Flächen (ÖVF)“ und somit Anrechnung als ökologische Vorrangfläche beim Greening (1 ha ÖVF-Brache = 1 ha ÖVF; ohne Erzeugung; keine landwirtschaftliche Nutzung des Aufwuchses im Antragsjahr; Selbstbegrünung oder gezielte Begrünung durch Ansaat; kein Pflanzenschutz/Düngung; 1.April bis 30. Juni: kein Mulchen oder Mähen zulässig (Bearbeitungsruhe); ab 1. August: Vorbereitung und Aussaat von Pflanzen, die im Folgejahr geerntet werden; auch Düngung und Pflanzenschutz sind ab 1. August möglich; Mindestparzellengröße: 1.000 m²)
     
  • als Feldrandstreifen mit der Nutzungscodierung 058 „Feldränder (ÖVF)“ (1 ha Feldrand ÖVF = 1,5 ha ÖVF; ohne Erzeugung; Selbstbegrünung oder gezielte Begrünung durch Ansaat; keine landwirtschaftliche Nutzung des Aufwuchses im Antragsjahr => Häcksler darf bei der Maisernte nicht den Aufwuchs des Feldrandstreifens „mitnehmen“; kein Pflanzenschutz/Düngung; 1. April bis 30. Juni: kein Mulchen oder Mähen zulässig (Bearbeitungsruhe); ab 1. August: Vorbereitung und Aussaat von Pflanzen zulässig, die im Folgejahr geerntet werden; Mindestbreite 1 m und Maximalbreite 20 m; keine Mindestparzellengröße)
     
  • als Waldrandstreifen mit der Nutzungscodierung 054 „Beihilfefähige Ackerstreifen an Waldrändern (ÖVF)“ (1 ha Streifen Waldrand ÖVF = 1,5 ha ÖVF; ohne Erzeugung; Selbstbegrünung oder gezielte Begrünung durch Ansaat; landwirtschaftliche Nutzung des Aufwuchses nach dem 30. Juni möglich, wenn sich Aufwuchs von restlichen Ackerfläche unterscheidet => Häcksler dürfte bei der Maisernte den Aufwuchs des Streifens „mitnehmen“; kein Pflanzenschutz/Düngung; 1. April bis 30. Juni: kein Mulchen oder Mähen zulässig (Bearbeitungsruhe); ab 1. August: Vorbereitung und Aussaat von Pflanzen zulässig, die im Folgejahr geerntet werden; Mindestbreite 1 m und Maximalbreite 20 m; keine Mindestparzellengröße)
     
  • als Pufferstreifen mit der Nutzungscodierung 056 „Pufferstreifen Ackerland (ÖVF)“ (1 ha Pufferstreifen ÖVF AL = 1,5 ha ÖVF; ohne Erzeugung; Selbstbegrünung oder gezielte Begrünung durch Ansaat; landwirtschaftliche Nutzung des Aufwuchses nach dem 30.6. möglich, wenn sich Aufwuchs von restlichen Ackerfläche unterscheidet => Häcksler dürfte bei der Maisernte den Aufwuchs des Streifens „mitnehmen“; kein Pflanzenschutz/Düngung; 1. April bis 30. Juni: kein Mulchen oder Mähen zulässig (Bearbeitungsruhe); ab 1. August: Vorbereitung und Aussaat von Pflanzen zulässig, die im Folgejahr geerntet werden; Mindestbreite 1 m und Maximalbreite 20 m; keine Mindestparzellengröße).

 

3. Was ist im Kulturlandschaftsprogramm (KULAP) möglich?

Das bayerische Landwirtschaftsministerium bietet seit 2015 über das KULAP zwei Maßnahmen für Blühflächen bzw. Blühstreifen an, bei denen letztlich das Saatgut genau vorgeschrieben ist und über die KULAP-Prämie gefördert wird:

  • jährlich wechselnde Blühflächen (B47)
  • Blühflächen an Waldrändern und in der Feldflur (B48)

„Blühende Rahmen“ können Sie somit auch über diese KULAP-Maßnahmen umsetzen. Sie müssen aber beachten, dass KULAP stets für fünf Jahre als freiwillige Verpflichtung vereinbart wird. Die Detailbestimmungen zu beiden KULAP-Maßnahmen:

 

KULAP – B47 – Jährlich wechselnde Blühflächen

  • Anlage von Blühstreifen bzw. kleinen Blühflächen auch auf jährlich wechselnden Feldstücken
  • Vor dem 1. September ist weder Befahren, Bearbeiten noch eine Nutzung zulässig
  • spezielle Saatgutmischungen (siehe KULAP-Merkblatt)
  • grundsätzlich mindestens 0,1 ha je Feldstück
  • maximal 3 ha je Antragsteller
  • 600 Euro/ha
  • Achtung: Kombination mit ÖVF (Greening) ist möglich: 220 Euro/ha aus Doppelförderungsgründen. Diese Blühmischungen dürfen dann in Rücksprache mit dem Amt auch im April oder sogar noch Mai [Bearbeitungsruhe 1. April bis 30. Juni] eingesät werden.

 

KULAP – B48 – Blühflächen an Waldrändern und in der Feldflur

  • Anlage von Blühstreifen bzw. kleinen Blühflächen auf derselben Fläche
  • spezielle Saatgutmischungen differenziert nach Feldrändern und Feldflur (siehe KULAP-Merkblatt)
  • weder Bearbeiten noch Nutzung zulässig; Ausnahmen bei Nachsaat oder Unkrautbekämpfung
  • mindestens 0,2 ha je Feldstück, außer Feldstück kleiner
  • maximal 3 ha je Antragsteller
  • bis EMZ 5.000: 600 €/ha und je weitere 100 EMZ + 15 Euro/ha
  • Achtung: Kombination mit ÖVF (Greening) ist möglich: 220 Euro/ha und ab 5.000 EMZ je weitere 100 EMZ plus 15 Euro/ha aus Doppelförderungsgründen. Diese Blühmischungen dürfen im Ansaatjahr dann in Rücksprache mit dem Amt auch im April oder sogar noch Mai [Bearbeitungsruhe 1. April bis 30. Juni] eingesät werden.

 

 

Sofern Sie die KULAP-Maßnahmen zu Blühflächen nutzen, müssen Sie im Mehrfachantrag angeben, welche Flächen Sie hierfür verwenden.

 

 


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