Bio Bayern Tour
© BBV

Bio-Königin Annalena I. unterwegs

Bio-Bayern-Tour startet in Oberfranken

Die Bayerische Bio-Königin Annalena I. besucht im Sommer 2022 auf Einladung des Bayerischen Bauernverbandes interessante Bio-Betriebe in allen bayerischen Bezirken.

Die Vielfalt der bayerischen Bio-Landwirtschaft entdecken, den Verbrauchern näher bringen, wie man beim Einkaufen an die heimischen Erzeuger denkt – auch wenn die Verbraucherpreise steigen – und Lust auf die wertvollen Lebensmittel machen – mit diesen Zielen im Gepäck besucht die Bayerische Bio-Königin Annalena I. im Sommer 2022 auf Einladung des Bayerischen Bauernverbandes interessante Bio-Betriebe in allen bayerischen Bezirken.

Wann? Wo? Worum gehts?

4.6.2022   
Oberfranken, Landkreis Forchheim    
Bio-Kirschen und -Äpfel, Bio-Obstbrände, Generationenfolge

Pünktlich zum Auftakt der Süßkirschensaison besuchte Bio-Königin Annalena I. den Bio-Betrieb Willi Schmidt in Mittelehrenbach, mitten in der Fränkischen Schweiz. Vater Willi und Sohn Jochen bewirtschaften zusammen einen Ökobetrieb im Vollerwerb und erzeugen auf rund 25 Hektar Kern- und Steinobst. Mit dieser Betriebsfläche zählt der Hof zu den größten Bio-Obstbetrieben in Oberfranken. Zu ihren Hauptanbaufrüchten gehören Kirschen, Zwetschgen, Mirabellen, Äpfel, Birnen, Quitten und Walnüsse. Das Obst wird über Großhandel (Fa. Denree, Töpen) und Wiederverkäufer vermarktet. Selbst gemachte Säfte, Liköre, Apfelsecco, Cidre und Schnäpse runden das Angebot ab und werden meist an Wiederverkäufer und Einzelhandel sowie online und ab-Hof verkauft.

© BBV
Bio Bayern Tour in Oberfranken
v.l.: Betriebsleiter Willi und Jochen Schmidt, Obstbaufachberater Thomas Riehl vom AELF Kitzingen, Kreisbäuerin Rosi Kraus, Biokönigin Annalena I., oberfränkischer BBV-Präsident Hermann Greif, Landrat Dr. Hermann Ulm mit Tochter Felicitas und Bürgermeister Florian Kraft aus Leutenbach
© BBV
Bio Bayern Tour in Oberfranken Bild Apfelcidre
Neben Kirschen als Frischobst ist der Apfelcidre eine der Spezialitäten des Biobetriebs Schmidt in der Fränkischen Schweiz

14.6.2022     
Schwaben, Landkreis Günzburg    
Marktfruchtbau, Saatgutvermehrung und -aufbereitung, Spezialkulturen

Öko-Saatgut für andere Öko-Betriebe - das ist das wichtigste Erzeugnis von Bio-Landwirt Michael Wiedemann aus dem schwäbischen Krumbach. Er probiert gerne Neues aus und so wächst eine unglaubliche Vielfalt von rund 20 Kulturen auf seinen Feldern - neben Winterweizen und Gerste auch Urgetreide wie Emmer und Dinkel, Sojabohnen, Ackerbohnen, Hanf, Gelbsenf, Kümmel und mehr. Neben der Saatguterzeugung bereitet er auch Speisegetreide und Ölsaaten für die Supermarkt Feneberg mit der bio-regionalen Marke "Von Hier" sowie für Naturland auf. Schulkindern ermöglicht er Einblicke in die regionale Öko-Landwirtschaft bei den Projektwochen "Alltagskompetenz".

© BBV
Bio-Bayern Tour in Schwaben
Hier reinigt Ökolandwirt und Mitglied im BBV-Ökoausschuss Michael Wiedemann das Ökosaatgut, lagert es und füllt es in den benötigten Mengen ab - sowohl aus eigener Ernte als auch für Berufskolleg/-innen.

   

© BBV
vier Personen auf einem Feld mit einer Hanfpflanze in der Hand
Herausforderung Beikräuter im Ökolandbau - hier eine aus dem Vorjahr durchgewachsene Hanfpflanze im Sojafeld. Von links Kreisobmann Stephan Bissinger, Kreisbäuerin Marianne Stelzle, Ökolandwirt Michael Wiedemann und Bio-Königin Annalena.

20.6.2022     
Oberpfalz, Landkreis Amberg-Sulzbach    
Bio-Masthähnchen, Direktvermarktung, Bio-Bäuerinnen / Frauen in der Landwirtschaft

In Erkelsdorf im Landkreis Amberg-Sulzbach besuchte Biokönigin Annalena den Bioland-Betrieb von Silke und Stephan Kunert, den diese seit der Betriebsübernahme 2003 im Nebenerwerb ökologisch bewirtschaften. Die Direktvermarkter bewirtschaften rund 21 Hektar und halten neben 16 Schweinen auch Mastgockel, letztere in einem mobilen Maststall. Das Geflügel schlachten und zerlegen sie im hofeigenen Schlachtraum selbst. Eine Besonderheit sind die höheren Schlachtgewichte von 1,8 bis 2,5 Kilogramm. Die Betriebsleiterin: "Das Fleisch ist einfach besser, wenn die Tiere schwerer sind. Und von 2,5 Kilo Fleisch werden mehr Leute satt als von 1,2 Kilo."

© BBV
bio-bayern-tour-oberpfalz
Bio-Mastgockel und -schweine mit Direktvermarktung und im Nebenerwerb - Silke und Stephan Kunert stellen Biokönigin Annalena ihr Betriebskonzept vor.
© BBV
bio-bayern-tour-oberpfalz-2
Frisches Grünfutter für die Mastschweine

23.6.2022     
Niederbayern, Landkreis Passau    
Junglandwirte, Kooperation, Ökoferkel, Stallneubau

Junge Betriebsleiter wagen großen Neubau: Die Fischer & Tischer GbR verfolgt ein gemeinsames Ziel, und zwar die Schweinefleischerzeugung im geschlossenen System in Bioqualität. Julius Fischer ist bereits seit 2016 Bio-Schweinemäster beim Anbauverband Naturland. "Anfangs war meine größte Herausforderung das fehlende, stabile Angebot von Bio-Ferkel zur Weitermast für meinen Betrieb. Mit der Zeit wurde es zwar deutlich besser, aber der Bio-Ferkelmarkt hält immer wieder mehr, mal weniger Ferkel bereit.", so Fischer. Dadurch reifte in ihm der Gedanke auch die Zucht der Bioferkel selbst in die Hand zu nehmen. "Mir war klar, das ist eine gute Möglichkeit - aber alleine wollte ich dieses Riesenprojekt nicht stemmen", erzählte er den Anwesenden. 
Julius und Andreas sind Nachbarn und kennen sich bereits seit Ihrer Kindheit. Freundschaft und Vertrauen sind also bereits Basis der zukünftigen Kooperation. Gemeinsam begannen sie mit den Planungen des Riesenprojekts an einem neuen Standort. Baugenehmigung, Finanzierung, Planung der Stallungen, um nur einige der Herausforderungen zu nennen. Am neuen Standort werden zukünftig 320 Zuchtsauen und 1.600 Mastschweine erzeugt und gemästet. Derzeit herrscht noch reges Baustellengewusel, zum Karpfhamer Volksfest, also Ende August, werden aber die ersten Sauen in den Stall einziehen, die gedeckt werden. Peu à peu werden dann auch die restlichen Stallungen fertig werden, die dann wiederum die ersten am Standort geborenen Bioferkel beziehen werden. Ein offenes Stallkonzept mit Auslauf, viel Stroh, offene Tränkebecken und individuelle Fütterung, je nach Kondition der Sau, werden für viel Tierwohl sorgen. 

© BBV
bio-bayern-tour-niederbayern
Die Fütterungstechnik ist schon eingebaut. Von links Julius Fischer, Biokönigin Annalena und Andreas Tischer.
© BBV
bio-bayern-tour-niederbayern
Pünktlich zum Karpfhamer Fest sollen die Ställe fertig für die grunzenden Bewohner sein. Von links: Gerhard Stadler, niederbayerischer BBV-Präsident, Andreas Tischer, Biokönigin Annalena, Nachbar und früherer BBV-Präsident Gerd Sonnleitner, Julius Fischer und BBV-Ökoreferentin Daniela Gehler

2.7.2022     
Unterfranken, Landkreis Rhön-Grabfeld    
Innovativer Gartenbau, Kooperation

Große Veränderungen gab es im Betrieb der Familie Rothhaupt in Lebenhan in der Rhön. Vor einigen Jahren hielt Christoph Rothhaupt noch Milchvieh, nun sind die Milchkühe ausgezogen, der Betrieb ist auf Bio umgestellt und hat mit Bio-Feldgemüse ein neues Standbein geschaffen - und das mit neuen Partnern - Sarah Walz und Daniel Flach in der neu gegründeten Löwenhain GbR. Mit Unterstützung der BBV-Geschäftsstelle wurde das neue, Schritt für Schritt umgesetzte Betriebskonzept entwickelt. Die erzeugten regionalen Bio-Produkte verkaufen die innovativen Betriebsleiter im Selbstbedienungs-Hofladen "Adele's" - der Name verweist auf Rothhaupts Oma, die früher auch schon Eier im Dorf verkauft hat. 

© BBV
bio-bayern-tour-unterfranken
Ein neues Verfahren im Gemüsebau - Pflanzung direkt in eine Mulchschicht - schont den Boden und schützt vor Austrocknen.
© BBV
bio-bayern-tour-unterfranken
Im Pressegespräch war die mutige und innovative Betriebsentwicklung Thema - v. l. Daniel Flach, Biokönigin Annalena, Sarah Walz; re. Christoph Rothhaupt.

12.7.2022
Mittelfranken, Landkreis Neustadt a.d. Aisch – Bad Windsheim    
Ökomilcherzeugung, Diversifizierung, Urlaub auf dem Bauernhof (Blauer Gockel), Kräuterpädagogin

Die Vielfalt der bayerischen Ökobetriebe ist bei Familie Humann auf einem einzigen Betrieb vereint. So ist der Betrieb nicht nur ein klassischer Milchviehbetrieb mit Weidehaltung, sondern hat sich neben der Milcherzeugung noch ein weiteres interessantes Standbein aufgebaut. Als Erlebnis-Ferien-Bauernhof „Rangau“ bietet die Familie Ferienhäuser und Apartments auf dem Bauernhof an, insbesondere für die Gästezielgruppe Familien mit Kindern. „Angefangen vom Babybett, über Kinderhochstuhl bis hin zu Bobbycar und Streicheltieren ist bei uns auf dem Hof alles vorhanden, was Familien mit Kindern einen entspannten Urlaub ermöglicht“, erklärt Anita Humann. Natürlich wird auch ein besonderes Augenmerk auf ein sicheres Umfeld für die Kleinen gelegt. 

Johannes Leibold, selbst Leiter eines Öko-Milchviehbetriebes im Nürnberger Land und ehrenamtlicher Bezirksvertreter im BBV-Landesfachausschuss Ökolandbau, sprach beim Pressetermin Herausforderungen an, mit denen ein Bio-Betrieb aktuell in Bayern zu kämpfen hat. Bedingt durch die hohen Energie- und Dieselpreise sind die Kosten für die Milcherzeugung auch bei Bio-Betrieben immens gestiegen. Der Auszahlungspreis, den der Landwirt für seine Milch erhält, steigt hingegen vor allem im Bio-Bereich nur sehr langsam an. Zudem sorgen auch immer strenger werdende Auflagen für Herausforderungen bei den Betrieben. Konkret nennt Leibold hier die Neuerung der EU-Öko-Verordnung um den Grundsatz der Weidemaximierung. „Wir Bio-Betriebe sind von den positiven Aspekten der Weidehaltung überzeugt, jedoch sollte die Umsetzung der Weidepflicht mit Maß und Ziel umgesetzt werden. Nicht jedem Betrieb ist es bedingt durch die äußeren Gegebenheiten gleichermaßen leicht möglich, genügend Weideflächen zur Verfügung zu stellen“. Bei Familie Humann sind idealerweise genügend Weideflächen in unmittelbarer Umgebung des Betriebes vorhanden, um sowohl den Jungtieren als auch den Milchkühen Weidezugang zu ermöglichen. 

© BBV
bio-bayern-toour-mittelfranken
Weidehaltung gehört für die Bio-Kühe der Familie Humann dazu. v.l.n.r.: Lukas Humann, Anita Humann, Florian Humann, Bayerische Bio-Königin Annalena I., Johannes Leibold, Betriebsleiter eines Bio-Milchviehbetriebes im Nürnberger Land und ehrenamtlicher Bezirksvertreter im BBV-Landesfachausschuss Ökolandbau, Jürgen Dierauff, BBV-Kreisobmann des Landkreises Neustadt/Aisch-Bad Windsheim
© BBV
bio bayern tour in mittelfranken
Der "Blaue Gockel"-Betrieb mit auf Familien zugeschnittenen Ferienhäusern und Apartments ermöglicht den Gästen intensive Erlebnisse und Einblicke in die Bio-Landwirtschaft.

Die bayerische Bio-Königin wird von den vier Öko-Anbauverbänden Naturland, Bioland, Biokreis und demeter sowie dem Bayerischen Bauernverband ernannt. Sie ist jeweils für zwei Jahre Botschafterin für „Bio aus Bayern“. Aktuell suchen die Verbände die Nachfolgerin für Annalena I., die noch bis Herbst 2022 im Amt ist.

© Martin Beaumont
Biokönigin Annalena