Betrieb & Entwicklung

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Digitalschlepper

Digital auf dem Feld und im Stall

Bauernverband gestaltet und begleitet Digitalisierung auf bayerischen Bauernhöfe

Melkroboter in den Milchviehställen, Präzisionslandwirtschaft auf den Äckern oder ein ausgefeiltes betriebliches Datenmanagement: die Digitalisierung ist längst auch auf den bayerischen Bauernhöfen angelangt. Im Ackerbau und  in der Tierhaltung machen es Satelliten, Roboter, Sensoren und automatische Bilderkennung möglich, noch umweltfreundlicher, effizienter und komfortabler zu arbeiten.
Eine aktuelle Studie des vbw Bayern zur Digitalisierung in der Land- und Ernährungswirtschaft finden Sie hier. Laut Studie sind viele bayerische Landwirte neuen Technologien gegenüber sehr aufgeschlossen.

Für den Bayerischen Bauernverband steht auch bei der Digitalisierung die Landwirtsfamilie im Mittelpunkt. Bei allen möglichen Leistungen für Umwelt und Gesellschaft ist die Wirtschaftlichkeit der neuen Techniken die Grundvoraussetzung.Der Landwirt ist fest in die dörfliche Gesellschaft eingebunden. Eine breite Akzeptanz dieser neuen, hochtechnisierten Verfahren ist daher unabdingbar. Junge Landwirte verlangen von der neuen Technik einen Gewinn an Komfort und eine Steigerung der Produktivität, damit künftig wieder mehr Zeit für die Familie bleibt.

Bauernverband für Förderprogramme

Doch hemmen die hohen Investitionskosten dem Zukunftsrat der Bayerischen Wirtschaft zufolge derzeit  die verstärkte Nutzung digitaler Technologien und Produkte in der Landwirtschaft. Damit sowohl kleinere als auch größere Betriebe von der technischen Entwicklung profitieren können, setzt sich der Bauernverband für gezielte Förderprogramme  ein.

Ressourcenschutz dank Digitalisierung

Denn: Die Digitalisierung in der Landwirtschaft kann positive Effekte für den Umwelt- und Tierschutz sowie Einsparungen, zum Beispiel beim Pflanzenschutz, ermöglichen. Und das kommt auch in der Öffentlichkeit gut an: Während Verbraucher beim Stichwort „moderne Landwirtschaft“ oft skeptisch sind, werden moderne Verfahren und neue Technologien in Zusammenhang mit der Digitalisierung durchaus positiv gesehen. Und es stimmt ja auch: die Digitalisierung kann Landwirten dabei helfen, noch ressourcenschonender zu arbeiten.

Der Bayerische Bauernverband unterstützt Betriebsleiter und ihre Angestellten in der Aus- und Fortbildung. Daher werden geeignete Schulungen für Anfänger und Fortgeschrittene bereitgestellt. Veranstaltungen gibt es unter anderem im Haus der bayerischen Landwirtschaft.

Digitalisierungspaket Land- und Forstwirtschaft

Der Bauernverband hat sich bereits erfolgreich dafür eingesetzt, dass die bayerische Staatsregierung in ihrem „Masterplan Bayern Digital II“  die Belange der bäuerlichen Familien angemessen berücksichtigt. Zur Umsetzung dieses Masterplans haben Bauernpräsident Walter Heidl und Ministerpräsident Dr. Markus Söder in seiner damaligen Funktion als Finanz- und Heimatminister, den Digitalpakt  Land- und Forstwirtschaft unterzeichnet.

 

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Bauernpräsident Heidl und Ministerpräsident Söder sitzen auf einem Schlepper mit RTK Signal
Staatsminister Söder und Bauernpräsident Heidl unterzeichneten im September 2017 gemeinsam den Digitalisierungspakt für die Land- und Forstwirtschaft.

Inhalte des Digitalisierungspaktes

  • Das Programm „Höfebonus“ für den Breitbandausbau, mit dem der Anschluss von Streusiedlungen, Weilern und Einzelgehöften an das schnelle Internet auf Basis leistungsstarker Glasfasertechnik speziell gefördert wird. Dafür stehen bayernweit 400 Millionen Euro zur Verfügung. Kommunen können noch bis September 2018 einen Antrag stellen.
     
  • Freier Zugang zum RTK-Signal über den Landwirtschaftlichen Fahrzeugpositionierungs-Service (LFPS) für bayerische Landwirte. Dadurch fällt ein großer Kostenblock beim Einsatz von „Precision Farming“-Techniken weg. Der BBV Computerdienst berät Sie gerne, wie Sie den Zugang zum LFPS einrichten und wie Sie diese Technik am sinnvollsten einsetzen.
     
  • Der WebService Jagdkataster bietet Jagdgenossenschaften nötige Daten zu einem deutlich gesenkten Preis. Dies konnte der Bauernverband mit dem Bayerischen Finanzministerium vereinbaren. Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an Ihre BBV-Geschäftsstelle.

 

Digitalisierungspakt Land- und Forstwirtschaft

Neue Technik muss funktionieren

Landwirte sind bereit, in die Digitalisierung ihrer Betriebe zu investieren. Ein großer Vorteil der neuen Techniken ist es, dass umfangreiche Daten erfasst und weiter verarbeitet werden können. Nötig ist, dass Landmaschinen problemfrei zusammenarbeiten, auch wenn sie von unterschiedlichen Herstellern stammen.  Die Voraussetzung dafür sind einheitliche Datenformate und gut dokumentierte Schnittstellen.

Datenhoheit des Landwirts

Bei der Digitalisierung sowie der Erfassung und Nutzung von großen Datenmengen entstehen aber auch unweigerlich Fragen und Probleme:

  • Wie steht es um die Datensicherheit und die Hoheit über eigene Daten?
  • Wie kann verhindert werden, dass Technikhersteller oder Dienstleister die Daten auswerten oder weiterverkaufen?
  • Wie kann die Privatsphäre der Techniknutzer geschützt werden?  

Der Bauernverband vertritt in dieser Diskussion eine klare Haltung: Die Daten vom Acker und aus dem Stall gehören den Bauern!

Eine gemeinsame Branchenempfehlung für die Erhebung, Nutzung und den Austausch digitaler Betriebsdaten in der Land- und Forstwirtschaft können Sie unten herunterladen. Diese gemeinsame Empfehlung soll dem Landwirt im Umgang mit seinen Wirtschaftspartnern die Rechte an seinen Daten sichern und Transparenz über erfasste Daten, ihre Verarbeitung und Nutzung gewährleisten.

Grundlage ist die gemeinsame Position von Bauernverband, Maschinenring, Lohnunternehmern, DLG, Raiffeisenverband, LandBauTechnik und VDMA: „Die auf land- und forstwirtschaftlichen Flächen und Betrieben gewonnenen Daten gehören grundsätzlich den Bewirtschaftern der Höfe.“ Mit der Branchenempfehlung wollen die Verbände das Vertrauen in datenträchtige Prozesse und Geschäfte fördern.

Laden Sie hier die gemeinsame Branchenempfehlung herunter!

Flächendeckender Breitbandausbau nötig

Wenn die Digitalisierung auf dem Land funktionieren soll, ist außerdem eines notwendig: flächendeckende Glasfasernetze sowie funktionierende Mobilfunknetze auf dem Acker und im Stall. „Eine gute Internetverbindung ist so wichtig wie der Anschluss an die Wasser- und Stromversorgung und muss genauso selbstverständlich werden“, macht der bayerische Bauernpräsident Walter Heidl deshalb immer wieder deutlich.

Der Staat ist gefordert, die nötigen Mittel für einen schnellen und flächendeckenden Breitbandausbau bereitzustellen. Gerade der „Höfebonus“ ist ein bedeutender Schritt, um in Bayern die Lücken im ländlichen Raum zu schließen.

Langsames Internet auf dem Land

Dem Konjunkturbarometer des Deutschen Bauernverbandes zufolge haben jedoch immer mehr Landwirte mit einem zu langsamen Internetzugang zu kämpfen. Im März 2018 gaben 77 Prozent der Landwirte an, dass sie Probleme mit der Geschwindigkeit des Internets auf dem Hof haben. Der Grund: die Anforderungen an die Bandbreite nehmen stetig zu, doch der Ausbau des Internets in den ländlichen Regionen geht weiterhin zu langsam.

Das Präsidium des Bayerischen Bauernverbandes fordert daher in seinem Positionspapier zur Digitalisierung:

  • Breitbandausbau weiter vorantreiben und Lücken schließen
  • Keine Technologiemonopole beim Vectoring
  • Datensicherheit und Datenhoheit gewährleisten.

Das vollständige Positionspapier inklusive Einzelmaßnahmen – wie die Gleichstellung von privat getragenen, genossenschaftlichen Netzausbau mit kommunalen Trägern – lesen Sie hier.

 


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