Landwirtschaft & Umwelt

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Landwirtschaftliche Maschine beim Ernten auf dem Feld
Innovationen im Ackerbau ermöglichen es den Landwirten, die Belange des Boden-, Wasser- und Umweltschutzes noch stärker zu berücksichtigen.

Position: Zukunftskonzept für einen innovativen Ackerbau in Bayern

Position des Präsidiums des Bayerischen Bauernverbandes

19.03.2018 |

Einsparung von Produktionsmitteln

Besondere Herausforderungen liegen im Pflanzenschutz und der Düngung: Neben der gesellschaftlichen Kritik verursachen sie auch Produktionskosten für den Landwirt. Sie sind aber zugleich die Voraussetzung für einen erfolgreichen modernen Ackerbau. Die Landwirte befürworten eine Minimierung des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln, sofern dies in der Praxis umsetzbar und für bäuerliche Familienbetriebe leistbar bleibt.

Digitalisierung ist die Schlüsseltechnik für die Optimierung der Produktion

Innovative digitalisierte Technologien bieten eine Perspektive, um hohe Erträge und Qualitäten bei gleichzeitig optimierten Produktionsmitteleinsatz zu ermöglichen. Für eine hohe Breitenwirkung und um bäuerlichen Betriebsstrukturen den Zugang offen zu halten, brauchen wir die flächenbezogene Förderung des Einsatzes von präzisen Ackerbauverfahren. Dadurch erhalten auch kleinere und mittlere Familienbetriebe in bayerischen Strukturen wirtschaftlich Zugang zu digitaler Einsatztechnik und digitalen Verfahren und es wird eine Zwei-Klassen-Gesellschaft im Bereich der digitalen Landwirtschaft verhindert. Eine Weiterentwicklung und Ergänzung des Agrarumweltprogramms „Bayerisches Kulturlandschaftsprogramm“ (KULAP) mit flächen-bezogenen Maßnahmen für nachhaltige innovative Verfahren der Präzisionslandwirtschaft ist unverzichtbar. Zusätzlich fordert der Bayerische Bauernverband den Ausbau der Förderung für Forschung und Entwicklung von Innovationen im landtechnischen Bereich.

Der Pflanzenschutz ist eine unverzichtbare Stütze im modernen Ackerbau

Wir brauchen sachorientierte und umsetzbare Rahmenbedingungen auch bezüglich des Pflanzenschutzes. Beim chemischen Pflanzenschutz als Teil der Phytomedizin bei Nutzpflanzen steht die Sicherheit von Anwendern und Verbrauchern an erster Stelle. Grundlage für eine sachliche Beurteilung von Wirkstoffen sind unabhängige und fachlich kompetente nationale und europäische Prüf- und Zulassungsbehörden. Zunehmende Resistenzen von Schadinsekten, Pilzen und Beikräutern stellen eine Herausforderung dar, der auch durch die Zulassung neuer Wirkstoffe begegnet werden muss.

Um der Sensibilität der Gesellschaft bezüglich Rückstände, insbesondere von Glyphosat, in Lebensmitteln Rechnung zu tragen, stehen wir hinter dem vollständigen Verzicht von Glyphosat zur Ernteabreife (Sikkation). Gleichzeitig weisen wir auf die Vorteile dieses Wirkstoffs für den Bodenschutz und zur Vermeidung von Erosion hin.

Neue Wirkstoffe und Verfahren, auch die Weiterentwicklung von Verfahren aus dem Ökolandbau, sind unverzichtbar, um auch in Zukunft die hohen Qualitäten und Erträge sicher zu stellen. Die hohen Kosten der Zulassung von Wirkstoffen führen dazu, dass insbesondere in Sonderkulturen keine breite Wirkstoffpalette zur Verfügung steht. Die Möglichkeit der Ausweitung des Geltungsbereichs von Zulassungen auf geringfügige Verwendungen (sog. Lückenindikation) muss darum erhalten bleiben.

Pflanzenschutz nur für Profis

Während Landwirte regelmäßig ihre Sachkunde nachweisen und Schulungen besuchen, wird ein nicht unerheblicher Teil (2016: 5.838 t) chemischer Pflanzenschutzmitteln von nichtberuflichen Anwendern eingesetzt. Eine nicht sachkundige Verwendung stellt ein erhebliches Risiko für unsere Insektenwelt dar. Pflanzenschutzmittel sollten grundsätzlich nur noch von sachkundigen Anwendern bezogen und eingesetzt werden.

Biodiversität ist uns schon lange ein Anliegen

Als aktiver Beitrag zum Erhalt der Biodiversität und von Lebensräumen setzen wir uns für die Fortführung der Initiative „Blühender Rahmen“ mit inzwischen mehr als 500 km Blühstreifen ein. Wir unterstützen die mehr- und einjährigen Blühstreifen und -flächen des bayerischen Kulap-Programms mit inzwischen insgesamt mehr als 14.000 ha, sowie die Streifenelemente bei den ökologischen Vorrangflächen mit inzwischen über 2.300 km Länge. Die Landwirte bauen im Übrigen mehr als 40  verschiedene Nutzpflanzen (Fläche jeweils über 1.000 ha) an. Der Bayerische Bauernverband wirbt nach wie vor über Informations-, Beratungs- und Öffentlichkeitsarbeit für freiwillige Leistungen unserer Bäuerinnen und Bauern zum Erhalt der Biodiversität.

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