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Waldbrand
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Trockenes Frühjahr: Waldbrandgefahr in Bayern

Bauernverband rät zu Achtsamkeit im Wald und waldnahen Gebieten

29.04.2026 | Die anhaltend trockene und warme Witterung führt aktuell in Bayern zu einer deutlich erhöhten Waldbrandgefahr – regional bereits mit sehr hoher Warnstufe. Für Waldbesucher und Waldbesitzer ist jetzt besondere Aufmerksamkeit im Umgang mit Feuer und im Wald entscheidend.

Waldbrandgefahr in Bayern steigt weiter an

Die anhaltend trockene und warme Witterung führt in Bayern aktuell zu einer deutlich erhöhten Waldbrandgefahr. Besonders betroffen sind ländliche Regionen mit trockenen Waldbeständen sowie Gebiete mit wenig Niederschlag in den vergangenen Wochen.

Nach Einschätzung des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus ist die Gefahr insbesondere in folgenden Bereichen erhöht:

  • lichte Kiefern- und Fichtenwälder
  • sonnige Südhänge
  • stark frequentierte Ausflugs- und Erholungsgebiete

Auch alltägliche Situationen können zum Risiko werden: Bereits heiße Fahrzeugteile wie Katalysatoren können trockenes Gras entzünden. Fahrzeuge sollten daher keinesfalls auf leicht entzündbarem Untergrund abgestellt werden. Weitere Informationen vom Landwirtschaftsministerium finden Sie hier. 

Da sich Brände unter trockenen Bedingungen sehr schnell ausbreiten können, kommt der Vorbeugung eine entscheidende Rolle zu. Bereits kleine Zündquellen können ausreichen, um Feuer auszulösen.

Bauernverband: Gefahren vermeiden

Der Bayerische Bauernverband macht darauf aufmerksam, dass nicht nur die im Art. 17 des Bayerischen Waldgesetzes verankerten Präventionsvorschriften wie das Verbot offener Feuer (z. B. Verbrennen von Reisig, Grillen, Rauchen von Zigaretten) näher als 100m vom Wald entfernt zwingend zu beachten sind. Vielfach ist fahrlässiges Verhalten von Waldbesuchern Ursache für die Entstehung von Waldbränden. Aber Vorsicht ist in diesen Tagen auch für Waldschutzmaßnahmen im Rahmen der Borkenkäferbekämpfung geboten, v.a. in Franken, der nördlichen Oberpfalz und in den von Unwetterschäden im Wald betroffenen Gebieten. Statt fängisches Ast- und Kronenmaterial im Wald zu verbrennen, sollten die Waldbesitzer dieses Holz besser häckseln oder aus dem Wald rausfahren.

Waldbesucher informieren

Regelmäßig veröffentlichen die forstlichen Behörden bei erhöhter Waldbrandgefahr Warn- und Verhaltenshinweise für Waldbesucher. Als Waldbesitzer/innen können Sie mit waldrandnahen Hinweistafeln oder in Gesprächen ebenfalls dazu beitragen, die Bevölkerung aufzuklären und zu sensibilisieren.

Bei erhöhter Waldbrandgefahr beachten Sie bitte folgende Hinweise:

  • Melden Sie Waldbrände sofort an die Feuerwehr unter Tel. 112
  • In den Wäldern gilt Rauchverbot vom 1. März bis 31. Oktober (gilt zwar nicht für Waldbesitzer und Waldarbeiter, sie sollten aber Vorbild sein)
  • Werfen Sie beim Autofahren keine Zigarettenkippen aus dem Fenster
  • Machen Sie im Wald oder in Waldnähe (bis 100 m) kein offenes Feuer
  • Parken Sie Ihren PKW nicht auf trockenem Gras, da es sich am heißen Katalysator entzünden kann
  • Parken Sie stets so, dass Betriebs-, Rettungs- und Löschfahrzeuge nicht behindert werden
  • Seien Sie besonders vorsichtig in lichten, grasreichen Wäldern, denn trockenes Gras entzündet sich sehr leicht. Da reicht eine achtlos weggeworfene Zigarettenkippe
  • Waldbesitzer sollten Reisig und Restholz bei Waldbrandgefahr nicht verbrennen, sondern abtransportieren, häckseln oder einen Witterungsumschwung abwarten

Die Waldbrandbekämpfung ist extrem schwierig. Die finanziellen Folgen für den Brandverursacher und die landeskulturellen Folgen für den Wald und für die Bevölkerung können enorm sein.

Besonders anfällig für Waldbrände sind junge Kiefern- und Fichtenbestände auf trockenen Standorten sowie Flächen mit starker Vergrasung. Auch Wälder mit einer dichten Schicht aus trockenem, noch nicht zersetztem Laub im Frühjahr können ein erhöhtes Brandrisiko aufweisen. Feuer entstehen fast immer als Bodenfeuer und können später über den Stamm auf die Kronen übergreifen. Mit dem Erlöschen des nährenden Bodenfeuers wird jedoch gleichzeitig immer dem Feuer in den Baumkronen die Energie entzogen.

Je nach Intensität, Art und Dauer des Waldbrandes fallen die Schäden unterschiedlich stark aus. Wird schnell eingegriffen und ein Übergreifen in die Kronen verhindert, ist der Bestand meist noch zu retten. In jungen und dichten Beständen von circa 15 bis 20 Metern Höhe sind dagegen schnell existenzgefährdende Waldbrandschäden am Bestand möglich.

Mit Mischwäldern und Brandschutzstreifen vorbeugen

Da vor allem reine Nadelholzbestände durch Waldbrände gefährdet sind, schützen am besten standortsangepasste Mischbestände. Laubbäume sind weniger brandanfällig und wirken wie eine Barriere. Bei akuter Waldbrandgefahr erfüllen Brandschutzstreifen, Wege oder Linien, die von Bewuchs freigehalten werden, den gleichen Zweck.

Güllefässer mit Wasser füllen

Da im Falle eines Brandes im Wald eine ausreichende Versorgung mit Löschwasser oft nicht sichergestellt ist, sollten Landwirte ihre Güllefässer mit Wasser füllen. So steht dieses Wasser schnell zur Brandbekämpfung zur Verfügung. Gerade die ersten Minuten entscheiden oft darüber, ob ein Brand schnell unter Kontrolle und zum Erlöschen gebracht werden kann. Gerade die Landwirte sind als Einsatzkräfte für die Freiwillige Feuerwehr gesucht, da sie im Gegensatz zu immer mehr anderen Berufstätigen im ländlichen Raum, auch untertags für Einsätze zur Verfügung stehen.

Versicherung und Förderung bei Waldbrand

Als Waldeigentümer können Sie sich gegen Waldbrandschäden versichern. Über die genauen Kosten und den Umfang der Leistung informieren Sie die unterschiedlichen Versicherungsunternehmen oder die Waldbesitzervereinigungen. Hier steht auch die BBV Service beratend zur Seite.

Weiterführende aktuelle Links:

Karte des DWD mit dem tagesaktuellen Waldbrandgefahrenindex -  Hier klicken. 

Karte UFZ Dürremonitor: Hier klicken

Karte Bayerischer Walddürremonitor: Hier klicken

Wo in Bayern die Waldbrandgefahr steigt - Quelle BR24