Mercosur-Abkommen: BBV kritisiert das Fehlen von Anforderungen für Importe
EU-Mitgliedsstaaten beschließen das Handelsabkommen mehrheitlich ohne Rücksicht auf gewaltige Unterschiede in Produktionsstandards
„Es fehlt die Verankerung der Prozessqualität in dem Abkommen“, sagt BBV-Präsident Günther Felßner. „Importe müssen den gleichen Anforderungen, wie zum Beispiel beim Tierwohl genügen, wie sie auch die heimische Erzeugung in der EU erfüllt. Dies erwarten sowohl die bayerischen, deutschen und europäischen Bauernfamilien als auch die Verbraucherinnen und Verbraucher in der EU! Nur so können gravierende Wettbewerbsnachteile zu Lasten der Lebensmittelerzeugung in der EU vermieden werden.“
Dabei wehren sich die Landwirte nicht grundsätzlich gegen Marktöffnung und Zollabbau. Vielmehr geht es darum, dass die europäische Landwirtschaft nicht einem unfairen Wettbewerb mit Importen ausgesetzt werden darf, die unter völlig anderen Standards erzeugt werden. „Wenn wir von Standards sprechen, meinen wir nicht Produkt-, sondern Produktionsstandards“, betont Felßner. Produktionsstandards beinhalten so wichtige Themen wie Umwelt-, Tier-, Klimaschutz sowie Hygiene und Lebensmittelsicherheit.
Zwischen den Mercosur-Staaten und der EU bestehen gewaltige Unterschiede mit Blick auf die Produktionsstandards. Felßner: „Ich hatte erst vor kurzem Gelegenheit, mir bei einem Besuch in Argentinien einen eigenen Eindruck zu verschaffen. Besonders deutlich waren für mich zum Beispiel die Unterschiede bei der Anwendung von Antibiotika sowie bei Zeitpunkt und Methode zum Enthornen von Rindern. Dass die Fütterung in der Endmast in den sogenannten Feedlots nicht wiederkäuergerecht war, zeigte sich auch daran, dass kein einziges Rind während unseres mehrstündigen Besuchs wiederkäute.“
BBV-Präsident Felßner: „Nach wie vor lehnen wir den aktuellen Agrarteil des Mercosur-Abkommens ab, da er für faire Handelsregeln nicht ausreicht.“