Politik & Förderung

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In vielen Regionen Bayerns prägen Bauernhöfe im Nebenerwerb die Landschaft
In Bayern wirtschaftet jeder zweite landwirtschaftliche Betrieb im Nebenerwerb.

Enderle: „Vielfalt stärken!“

Landwirte mit Einkommensalternativen fordern Kurskorrektur bei EU-Agrarpolitik

02.11.2017 |

Demnach könnten künftig nur noch Landwirte eine Betriebsprämie erhalten, die ihr Einkommen im Wesentlichen aus Ackerbau und Viehhaltung erzielen. „Diese Pläne der EU-Kommission stehen im völligen Widerspruch zu unserer vielfältigen, bayerischen Agrarstruktur“, sagt Alfred Enderle, schwäbischer BBV-Präsident und Vorsitzender des Landesfachausschusses Nebenerwerbslandwirtschaft und Diversifizierung.

Jeder zweite landwirtschaftliche Betrieb in Bayern wirtschaftet im Nebenerwerb. Bei den Betrieben, die mindestens eine Art der Einkommensalternative haben und z. B. Urlaub auf dem Bauernhof anbieten, einen Hofladen haben oder Energie erzeugen, sind es sogar mehr als 60 Prozent. Die Pläne der EU-Kommission würden bedeuten, dass diese Betriebe keine Direktzahlungen mehr erhalten würden. „Ziel der EU-Agrarpolitik muss es sein, die Vielfalt in der bayerischen Agrarstruktur zu stärken – und nicht sie zu zerstören. Deshalb ist eine deutliche Kurskorrektur notwendig!“, fordert Enderle.

Enderle schlägt vor, dass die EU-Kommission stattdessen den Ansatz für die ersten Hektare bei der Betriebsprämie stärken und weiterentwickeln sollte. „Dieses innovative Element bei den Direktzahlungen würde sich positiv auf die Einkommenssituation der bayerischen Familienbetriebe auswirken“, sagt Enderle. „Und wir brauchen endlich spürbare Vereinfachungen statt immer noch mehr Bürokratie. Gerade die Nebenerwerbsbetriebe und Betriebe mit Einkommensalternativen leiden besonders unter komplizierten Aufzeichnungen und immer neuen Auflagen. Mit Lippenbekenntnissen von Seiten der Politiker lassen wir uns hier nicht mehr abspeisen.“


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