700 Millionen mehr: Höhere GAP-Direktzahlungsprämien kommen!
Bauernverband stoppt Kürzungspläne: 2027 fließen alle verfügbaren Direktzahlungen
Hunderte Millionen Euro wollte das Ministerium zurückhalten, um mögliche finanzielle Unwuchten bei der Einführung der neuen EU-Agrarpolitik (GAP) von 2028 bis 2034 auszugleichen.
Unser Widerstand zeigt Wirkung
Der Deutsche Bauernverband und alle 18 Landesbauernverbände haben diesen Plan sofort und unmissverständlich zurückgewiesen. Unsere Forderung: Alle 2027 verfügbaren EU-Direktzahlungen müssen an die Betriebe in Deutschland ausgezahlt werden. Außerdem laufen die Verhandlungen zur Finanzausstattung der GAP 2028 bis 2034 noch. Hier fordert der Bauernverband 500 Mrd. Euro für die GAP in Europa statt der rund 300 Mrd. Euro, die die EU-Kommission vorschlägt.
Noch im August hat Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer die ursprünglichen Pläne seines Ministeriums gestoppt. Im Jahr 2027 werden nun nicht 4,2 Mrd. Euro, sondern die gesamten verfügbaren 4,9 Mrd. Euro eingesetzt.
Was das für die Betriebe bedeutet
Die Rechtsgrundlagen für die Umsetzung des um 700 Mio. Euro höheren Rahmens werden inzwischen konkretisiert. Bei 16,6 Mio. Hektar Landwirtschaftsfläche entspricht das im Durchschnitt rund 42 Euro mehr je Hektar.
Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat für das Antragsjahr 2027 bereits konkrete Zahlen geplant. Diese Prämienänderungen sind für das Antrags- und Anbaujahr 2027 zu erwarten:
- Basisprämie in 2027: rund 175 Euro/ha => ca. 25 Euro/ha mehr als aktuell.
Betrieb mit:
5 ha + 125 Euro einmalig
20 ha + 500 Euro einmalig
50 ha + 1.250 Euro einmalig
100 ha + 2.500 Euro einmalig
200 ha + 5.000 Euro einmalig
- Förderung der ersten Hektare in 2027:
- Stufe 1 - erste 40 Hektar: rund 83 Euro/ha statt rund 67 Euro/ha
- Stufe 2 - nächste 20 Hektar: rund 48 Euro/ha statt rund 40 Euro/ha
- ÖR 4 „Extensive Dauergrünlandnutzung bis 1,4 RGV/ha“ in 2027: 115 Euro/ha statt 100 Euro/ha
- ÖR 5 „Mindestens 4 Kennarten – Dauergrünland“ in 2027: 210 Euro/ha statt deutlich weniger als 200 Euro/ha, was angesichts der stark gestiegenen Antragsfläche als Anpassung in 2027 hätte kommen sollen, aber durch zusätzlich Mittel für ÖR 5 gut aufgefangen wird.
- Mutterkühe in 2027: von 85 Euro/Tier auf 100 Euro/Tier
- Mutterschafe/-ziegen in 2027: von 37 Euro/Tier auf 44 Euro/Tier