Landwirtschaft & Umwelt

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Maikäfer sitzt auf Blume

Maikäferplage in Niederbayern

BBV fordert aktives Maikäfermanagement

08.06.2021 |

Trotz der außergewöhnlich kühlen Witterung ist das Jahr 2021 wieder Hauptflugjahr für den Maikäfer. Betroffen sind in Bayern neben Gebieten in Franken und Oberbayern vor allem die niederbayerischen Landkreise Deggendorf, Regen, Freyung-Grafenau und Passau. Der massive Maikäferflug lässt ein katastrophales Schadjahr 2022 befürchten. Auch wenn der Kahlfraß einzelne Bäume nur schwach beeinträchtigt, blicken die Landwirte in den betroffenen Regionen mit großer Sorge auf das diesjährige Massenaufkommen.

Auf das Hauptflugjahr folgt 2022 das Hauptschadensjahr, denn jedes Käferweibchen legt laut LfL ca. 30 bis 70 Eier in die Wiesen. Aus den Eiern schlüpfen die Engerlinge, die große Schäden auf den Wiesen anrichten, indem sie großflächig die Wurzeln abfressen. Die Wiesen werden braun, stellenweise bleiben nur giftige Kräuter stehen. Landwirte fürchten um die Futtergrundlage für ihr Vieh. Betroffen ist in erster Linie eher extensiv genutztes Grünland, weil dichter Bewuchs die Eiablage für den Käfer erschwert.

Die Bekämpfung des Maikäfers gestaltet sich aufgrund fehlender Zulassungen für Pflanzenschutzmittel und wegen seines hohen gesellschaftlichen Ansehens schwierig. Als Engerling wiederum ist er im Boden nur schwer zu erreichen. Neben dem Ausbringen von parasitären Pilzen zeigt intensive Bodenbearbeitung kleinere Erfolge.

Der Bayerische Bauernverband hatte darum zu einer Konferenz mit dem Landwirtschaftsministerium eingeladen, eingeladen, um eine Strategie für ein aktives Maikäfermanagement in den kommenden Jahren zu erarbeiten. Dr. Ulrich Benker, Maikäferexperte der LfL, berichtet von einem massiven Maikäferflug. Vom 10 bis 12. Mai und vom 26. bis 27. Mai seien in den betroffenen Gebieten durchschnittlich 6,2 Käferweibchen und 6,3 -männchen durchschnittlich pro 1 qm in den Zählrahmen auf den betroffenen Flächen aus dem Boden gekrochen und haben die Fraß- und Paarungsbäume angeflogen. Laut Benker ist die mechanische Bekämpfung der Engerlinge sehr erfolgversprechend. Leider könne sie nicht großflächig, sondern nur auf besonders schwer befallenen Flächen zum Einsatz kommen. Die Kosten für die Bodenbearbeitung mit anschließender Neuansaat der Flächen belaufen sich laut Schätzung der Landwirtschaftsämter auf ca. 1000 Euro/ha. Das können landwirtschaftliche Betriebe auf Dauer nicht aus eigener Tasche tragen.

Dr. Michael Glas vom landwirtschaftlichen Technologiezentrum (LTZ) Augustenberg berichtet über die Erfahrungen bei der Maikäferbekämpfung in Baden-Württemberg. Am Kaiserstuhl wurden seit den 1990er Jahren mit Hubschraubern und einem natürlichen Insektizid auf Neem-Basis Käfer bekämpft. Dadurch konnte die Population auf ein erträgliches Maß gedrückt werden. Die Kosten für die Maßnahmen wurden dabei von den betroffenen Gemeinden und vom Land getragen.

So geht´s weiter:
Um die Situation auch in Bayern zu verbessern, wird ein Runder Tisch aus Vertretern aller betroffener Gruppen eingerichtet, der langfristige Strategien gegen den Engerling und die Käfer erarbeitet und Maßnahmen organisiert. Ziel ist dabei, die Maikäferpopulation auf ein erträgliches Maß zu drücken und die Grünlandwirtschaft in dem Gebiet zu erhalten.

 

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