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Aktuelles zum Thema „Wasser und Bewässerung“

Expertenkommission fordert rigorose Einsparungen in der Landwirtschaft

14.12.2021 |

Laut Gutachten des Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung im Auftrag des Staatsministeri-ums für Umwelt und Gesundheit (StMUG) im Jahr 2010 sieht der Wassereinsatz in Wirt-schaftszweigen und privaten Haushalten wie folgt aus (Datenbasis 2004).
Demnach verbrauchen folgende Zweige an Wasser:

  •  50 % Energieversorgung
  • 18 % Bergbau und verarbeitendes Gewerbe
  • 14 % Abwasserbeseitigung
  • 11 % private Haushalte
  • jeweils 3 % Dienstleistungsbereiche und Wasserversorgung
  • 1 % Land- und Forstwirtschaft, Fischerei
  • 0 % Baugewerbe

Die Bayerische Staatsregierung hat im Herbst 2020 eine Expertenkommission beauftragt, die (zukünftige) Wasserversorgung in Bayern unter die Lupe zu nehmen. „Was wir an Bayern schätzen, wollen wir auch in Zeiten des Klimawandels erhalten: sauberes Trinkwasser und regional erzeugte Ernährung, …“ ist ein Zitat aus dem Expertenbericht, der seit Oktober 2021 auf der Homepage der TU-München heruntergeladen werden kann.

Zwei zentrale Punkte hat das Präsidium des Bayerischen Bauernverbandes bereits im April 2021 mit seiner Position „Ohne Wasser keine regionalen Lebensmittel“ herausgestellt:

  • Wasser zum Trinken ist das Lebensmittel Nummer 1.
  • Wasser zur Erzeugung von Produkten für den menschlichen Verzehr ist das Mittel zum Leben Nummer 2.     

Vor Kurzem hat die BBV Präsidentenkonferenz zu diesem Bericht wegen der äußerst kritischen Darstellung der landwirtschaftlichen Wassernutzung und des mangelnden Praxisbezugs der Experten Stellun gegenomen. Die Zusammensetzung der Experten bemängelte der Berufsstand bereits zu Beginn des Projekts.

Der BBV entgegnet den stärksten Eingriffen in die landwirtschaftliche Praxis, die von den Experten angepriesen werden, folgendermaßen:

  • Strikte Ablehnung des Rückbaus von Drainagen
  • Plausible Mengenbegrenzung der Wasserentnahme, angepasst an die örtlichen Gegebenheiten (z. B. Anbau, Grundwasserdargebot, Jahreseffekte)
  • Keine Enteignung durch 10 m breite Gewässerrandstreifen an allen Gewässern mit Hecken- und Strauchbewuchs (Wahrung des Eigentumpakts)
  • Förderung eines nachhaltigen Wassermanagements durch eigenständige Landesmittel finanziert

Auf die Reduzierung des Flächenverbrauchs in Bayern wird erneut hingewiesen. Für mehr Infos folgen Sie dem Link zur Stellungnahme der Präsidentenkonferenz

Am 13.12.2021 wurden die Rahmenbedingungen der Begutachtungspraxis zur Wasserentnahme für die landwirtschaftliche Bewässerung gemeinsam mit dem Bayerischen Umweltministerium (StMUV), der Landesanstalt für Umwelt (LfU), dem Bayerischen Landwirtschaftsministerium (StMELF) und diversen Interessensgruppen evaluiert. Die landwirtschaftlichen Vertreter (14 Verbände / Vereine) bereiteten dafür eine gemeinsame Stellungnahme vor. Die größten Herausforderungen sind neben der großen Unsicherheit über die Entnahmemenge und -dauer auch der bürokratische Aufwand und die damit verbundenen Kosten. Kritik wird deswegen unter anderem an folgenden Punkten geübt:

  • Pauschale Begrenzung der Entnahmemenge auf 30 % der Grundwasserneubildung
  • Nicht-Berücksichtigung vorhandener hydrogeologischer Gutachten
  • Befristung der Laufzeit auf 5 Jahre
  • Grundsätzliches Verbot der Überkopfbewässerung zwischen 10 und 17 Uhr
  • Rückbau von Drainagen

Leider fanden die landwirtschaftlichen Anliegen wenig Gehör und es wurde eher aneinander vorbei als miteinander gesprochen. Völliges Unverständnis entstand bei der Vorstellung der Novellierung der Richtlinie ohne vorherige Rücksprache mit den Beteiligten. Die vollständige Stellungnahme finden Sie zum Download hier.

Wasser ist die Grundlage allen Lebens und macht unseren Planeten Erde so einzigartig und besonders. Dieses essentielle und kostbare Gut zu schützen und verantwortungsvoll zu nutzen, ist ein Ziel, das wir alle gemeinsam verfolgen, auch die bayerische Land- und Forstwirtschaft. Ebenso essentiell für das menschliche Leben sind unsere Nahrungsmittel und in der heutigen Zeit auch die Bereitstellung von Energie insbesondere für viele Dinge des täglichen Bedarfs. Der Schutz und die Bereitstellung von Wasser, Nahrung und Energie dürfen deshalb nicht gegeneinander ausgespielt werden, sondern müssen Hand in Hand gehen.

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