Zum Hauptinhalt springen
Zur Suche springen
Zum Footer springen
Zur Navigation springen
abschlusskonferenz_in_kisumu
© BBV Landfrauen
Abschlusskonferenz in Kisumu mit allen Kreisvorstandschaften

Starke Frauen, starke Strukturen

Bayerische Landfrauen ziehen positive Bilanz ihres Kenia-Projekts, das nach fast neun Jahren im März 2026 planmäßig zu Ende ging

14.04.2026 | Der Bayerische Bauernverband (BBV) und sein Tochterunternehmen BBV-Landfrauen Internationale Zusammenarbeit GmbH (BBV-LIZ) ziehen eine durchweg positive Bilanz ihres 2017 begonnen Entwicklungsprojekts zur Stärkung von Landfrauen in Kenia. Im Mittelpunkt stand die Unterstützung eines damals neu gegründeten Landfrauenverbands durch den Aufbau nachhaltiger Strukturen, die Förderung von Führungskompetenzen sowie die wirtschaftliche Stärkung von Frauen im ländlichen Raum.

15.000 Mitglieder, starke Stimme auf nationaler Ebene

Ein zentraler Meilenstein ist die erfolgreiche Entwicklung der Women Farmers Association of Kenya (WoFaAK), die heute rund 15.000 Mitglieder in zwölf Counties (Landkreise) vereint. Der Verband hat sich zu einer anerkannten Stimme in agrarpolitischen Prozessen entwickelt. Einheitliche Strukturen, demokratisch gewählte Vertreterinnen und klare Entscheidungswege ermöglichen eine wirksame Interessenvertretung.

Auf der Abschlusskonferenz im Februar 2026 wurde zudem die organisatorische Weiterentwicklung zur „Women Farmer Agribusiness“ (WoFAB) beschlossen – ein wichtiger Schritt hin zu mehr Eigenständigkeit und wirtschaftlicher Ausrichtung.

Qualifizierung als Schlüssel zum Erfolg

Allein in den letzten drei Jahren wurden 240 ehrenamtliche Mitglieder in Leadership und Governance geschult, 20 Frauen zu Trainerinnen ausgebildet und 50 Teilnehmerinnen nahmen an Seminaren in Bayern teil. Dieses Wissen wird aktiv in die Regionen weitergetragen.

„Bildung und Rechtssicherheit sind die Schlüssel für Entwicklung – das hat sich bewahrheitet. Unsere Schulungen, Seminare und Austauschbesuche haben viele kenianische Landfrauen persönlich und fachlich gestärkt“, sagt Landesbäuerin Christine Singer.

Wirtschaftliche Perspektiven für junge Frauen

Ein besonderer Fokus lag auf Einkommensförderung und Agribusiness vor allem für die nachwachsende Generation. Allein im vergangenen Jahr wurden mehr als 450 junge Frauen sensibilisiert, 60 davon gezielt als Multiplikatorinnen ausgebildet. Die Maßnahmen zeigen Wirkung: steigende Einkommen, mehr wirtschaftliche Eigenständigkeit und neue Perspektiven im ländlichen Raum und somit Verringerung der Landflucht.

Mehr Selbstbewusstsein und gesellschaftliche Teilhabe

Neben wirtschaftlichen Erfolgen konnten auch soziale Fortschritte erzielt werden. Frauen treten heute selbstbewusster auf, engagieren sich in ihren Gemeinden und übernehmen Verantwortung. „Wir waren sehr erfolgreich in den vergangenen fast neun Jahren. Die Lebensbedingungen dieser Frauen haben sich spürbar verbessert“, sagt Christine Singer.

Starkes Netzwerk – lokal und international

Das Projekt hat zudem nachhaltige Kooperationen mit lokalen Behörden, Bildungseinrichtungen und NGOs aufgebaut. Ein innerafrikanisches Netzwerk mit Landfrauenverbänden in Uganda, Sambia und Tansania stärkt den Wissensaustausch und die Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg.

Auch die Öffentlichkeitsarbeit wurde ausgebaut: Landfrauentage, Fernsehformate und Beiträge auf Social Media steigerten die Sichtbarkeit und führten zu wachsendem Interesse an einer Mitgliedschaft.

Gemeinsames Lernen als Erfolgsfaktor

Mehr als 70 Frauen sowohl hier in Bayern, als auch in Kenia wurden im Laufe des dritten Projekts zu „Botschafterinnen“ der Entwicklungszusammenarbeit ausgebildet. Der gegenseitige Austausch förderte interkulturelles Verständnis und neue Lösungsansätze. „Wir haben voneinander gelernt – und gemeinsam nachhaltige Entwicklungen angestoßen. Wir haben die Welt ein klein bisschen verbessert“, so lautet das Fazit von BBV-Landesbäuerin Singer. Das Projekt zeige eindrucksvoll, wie gezielte Förderung, Bildung und Vernetzung Frauen im ländlichen Raum stärken könne – mit nachhaltigen Effekten für Familien, Gesellschaft, Landwirtschaft und wirtschaftliche Entwicklung.

Ausblick: Nachhaltigkeit sichern und neue Projekte starten

Die Evaluierung zum Abschluss bestätigt die hohe Wirksamkeit des Projekts, weist jedoch auch auf die Notwendigkeit weiterer Unterstützung hin – insbesondere beim Übergang zu finanzieller Eigenständigkeit und stabilen Strukturen.

Mit Blick nach vorn hat der Bayerische Bauernverband bereits mit Förderung durch die Bayerische Staatskanzlei ein neues Projekt zur Unterstützung von Landfrauen in drei Regionen im Senegal begonnen. In der Woche vom 13. April startet eine Sondierungsreise zu bestehenden Frauengruppen und Ministerien.

Mehr zur Arbeit der BBV-Landfrauen Internationale Zusammenarbeit GmbH erfahren Sie hier: www.bbv-liz.de/