So schmeckt Wissen: Landfrauen bringen Ernährung in die Klassenzimmer
Auftakt von „Landfrauen machen Schule“ 2026 mit Olympiasiegerin Hilde Gerg
Milch einschenken, Obst schneiden, Müsli mischen – und dabei ganz nebenbei lernen, was gesunde Ernährung ausmacht: Beim Projekt „Landfrauen machen Schule“ wird Wissen greifbar. „Ernährungsgewohnheiten werden früh geprägt – deshalb müssen wir genau hier ansetzen“, betont Landesbäuerin Christine Singer. „Neben Bewegung braucht es vor allem fundiertes Wissen über gesunde Ernährung. Entscheidend ist, dass Kinder praktisch erleben, wie sich aus heimischen Lebensmitteln einfache, ausgewogene Mahlzeiten zubereiten lassen.“
Vor diesem Hintergrund bewertet Singer auch politische Eingriffe wie eine mögliche Zuckerabgabe differenziert: „Solche Maßnahmen bevormunden. Sie ersetzen keine Ernährungsbildung. Kinder müssen verstehen, woher ihr Essen kommt und was darin steckt – nur so treffen sie langfristig eigenverantwortliche und gesunde Entscheidungen.“
Auch Hilde Gerg, die als Gesundheitscoach tätig ist, unterstreicht die Bedeutung früh vermittelter Alltagskompetenzen: „Ich bin großgeworden zwischen den Füßen meiner Eltern, die ein Gasthaus betrieben haben. Kochen war ein zentraler Teil unseres Alltags. Dieses Wissen geht heute in vielen Familien verloren. Wir erleben mittlerweile schon die zweite Generation, die immer weniger selbst kocht – genau deshalb müssen wir das Bewusstsein für hochwertige Lebensmittel wieder stärken und erklären, wie Ernährung in jeder Hinsicht Einfluss auf unsere Gesundheit nimmt. Kinder sollen verstehen, warum sie was essen. Denn Gesundheit beginnt schon bei der Wahl der Lebensmittel.“
Im Zentrum des Projekts steht das praktische Lernen: Speziell geschulte Ernährungsfachfrauen besuchen die Schulen, bereiten gemeinsam mit den Kindern einfache Speisen zu und vermitteln altersgerecht, welche Lebensmittel regelmäßig auf den Speiseplan gehören. Ergänzt wird das Angebot durch Bauernhofbesuche, bei denen die Schülerinnen und Schüler direkt erleben, wie Lebensmittel erzeugt werden.
„Gerade das eigene Tun macht den Unterschied“, so Singer. „Wenn Kinder schneiden, rühren und probieren, bleibt das Gelernte nachhaltig verankert.“
Ziel des Projekts ist es, ein frühzeitiges Bewusstsein für hochwertige, regionale Lebensmittel zu schaffen – und damit auch für die Leistungen der heimischen Landwirtschaft. Kurze Transportwege, nachvollziehbare Herkunft und nachhaltige Erzeugung werden für die Kinder konkret erfahrbar.
Das Projekt stößt seit Jahren auf große Resonanz. 2026 wird „Landfrauen machen Schule“ in rund 40 bayerischen Landkreisen an über 100 Schulen umgesetzt und erreicht etwa 7.000 Kinder. Seit Projektbeginn haben bereits rund 112.000 Schülerinnen und Schüler teilgenommen.
Gefördert wird das Projekt vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus sowie vom Bildungswerk des Bayerischen Bauernverbandes.