Bairisch bis nach Brüssel
Landesbäuerin Christine Singer wird mit der "Bairischen Sprachwurzel" ausgezeichnet
Der Bund Bairische Sprache ehrt damit Menschen, die auch in der Öffentlichkeit selbstverständlich ihren Dialekt sprechen. Bei Singer gehört dazu sogar das EU-Parlament - sehr zur Herausforderung der dortigen Übersetzer.
Laudator Professor Johannes Holzner von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf brachte Singers Haltung auf den Punkt: „Du bist Europäerin im Kopf und Bayerin im Herzen.“ Dialekt sei weit mehr als eine besondere Art zu sprechen, betonte Holzner. Er sei Ausdruck kultureller Identität und gelebter Verbundenheit mit der Heimat.
Singer selbst versteht den Preis als Auftrag, das Bairische an die nächste Generation weiterzugeben. Von einem Aussterben des Dialekts könne keine Rede sein, sagte sie. Gerade bei jungen Menschen erlebe sie, dass Bairisch selbstverständlich weiterlebt, etwa in WhatsApp-Nachrichten. Die Auszeichnung nahm sie stellvertretend für alle Bäuerinnen in Bayern entgegen, denn eine Bäuerin auf dem Hof sei der Garant dafür, dass der Hof eine gute Zukunft hat.
Mit der „Bairischen Sprachwurzel“ reiht sich Christine Singer in eine prominente Schar früherer Preisträger ein, darunter Ilse Aigner, Papst Benedikt XVI., Luise Kinseher, Gerhard Polt, Markus Wasmeier und Josef Hader.