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Pflanzliche Drinks
© canva

Mykotoxine in Pflanzendrinks

Bundesinstitut für Risikobewertung aktualisiert Bewertung der gesundheitlichen Risiken

25.02.2026 | Mykotoxine sind natürliche Schimmelpilzgifte, die z. B. in Getreide, Nüssen oder daraus hergestellten Produkten auftreten können. Sie sind unerwünscht, lassen sich aber nicht vollständig vermeiden. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) untersuchte 162 Proben von Hafer-, Soja- und Mandeldrinks und bewertete mögliche Risiken besonders für Kinder (0,5 bis 6 Jahre).

Das Wichtigste in Kürze: 

  • Mandeldrinks im Fokus: Bei Aflatoxin B1 sieht das BfR ein mittleres gesundheitliches Risiko für kleine Kinder.
  • Kinder sind besonders empfindlich: Durch ihr geringes Körpergewicht nehmen sie relativ mehr unerwünschte Stoffe auf.
  • Abwechslung schützt: Eine vielfältige Ernährung senkt grundsätzlich die Aufnahme natürlicher Schadstoffe wie Mykotoxine.

Das BfR untersuchte insgesamt 162 Proben von Soja-, Mandel- und Haferdrinks, die häufig als Ersatz für Kuhmilch konsumiert werden. Auf Grundlage geschätzter Verzehrmengen bewerteten die Forschenden anschließend mögliche gesundheitliche Risiken für Kinder im Alter von sechs Monaten bis sechs Jahren durch die Aufnahme verschiedener Mykotoxine, darunter Aflatoxin B1, Ochratoxin A, Deoxynivalenol sowie T-2- und HT-2-Toxin, sowie Pflanzentoxine.

Die entsprechende Stellungnahme des BfR gibt es hier

 

Übersicht der zentralen Ergebnisse

Aflatoxin B1 (v. a. Mandeldrinks)

  • in vielen Proben nachgewiesen
  • langfristig leber- und nierenschädigend, krebserregend
  • für Kinder: Risiko wird als mittel eingestuft


Ochratoxin A (Mandel- & Sojadrinks)

  • häufig, aber in sehr niedrigen Mengen
  • für Kinder: wenig bedenklich


Deoxynivalenol (Haferdrinks)

  • häufig nachgewiesen
  • Gesundheitsprobleme nach aktuellem Stand unwahrscheinlich


T-2 / HT-2-Toxine (Haferprodukte)

  • in allen Haferdrink-Proben
  • Risiko gering, kann aber durch viele Haferprodukte insgesamt steigen


Pflanzentoxine, Giftstoffe, die von Pflanzen meist zur Abwehr von Fressfeinden gebildet werden:

  • meist unkritisch
  • Ausnahme: ein Sojadrink mit hohen Tropanalkaloid-Gehalten

 

Das sagt der Bayerische Bauernverband dazu:
Pflanzendrink stellen aufgrund ihres Nährstoff-Profils keine Alternative zu Milch und Milchprodukten dar, sie können den Speiseplan aber ergänzen. Milch und Milchprodukte unterliegen sehr strengen Kontrollen, die Milch und Milchprodukte zu einem der sichersten Lebensmittel machen.