Zukunft sichern für Nebenerwerbsbetriebe
BBV-Ausschuss diskutiert Bildung, Agrarpolitik ab 2028, Baurecht und neue Chancen für Direktvermarkter
„Wir setzen uns im Landesfachausschuss Nebenerwerbslandwirtschaft und Diversifizierung für die richtigen Rahmenbedingungen ein, damit die Betriebe im Nebenerwerb und mit Einkommenskombinationen gut gerüstet für die Zukunft sind“, führte Landesbäuerin und Ausschussvorsitzende Christine Singer bei einer Sitzung in München aus.
Bildungsangebote für alle Betriebszweige und -formen
Intensiv diskutiert wurde das Thema „Aus-, Fort- und Weiterbildung für Nebenerwerbsbetriebe“. Im Austausch mit einem Ministeriumsvertreter unterstrich Singer die große Bedeutung des Bildungsprogramms Landwirt (BiLa) für die Nebenerwerbslandwirte. Das Programm richtet sich an landwirtschaftliche Unternehmerinnen und Unternehmer, die einen außerlandwirtschaftlichen Beruf erlernt haben und ihren Betrieb im Nebenerwerb weiterführen möchten. „Wir brauchen ein gutes und qualitativ hochwertiges Angebot an Aus-, Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten für alle Betriebszweige und -formen“, betonte Singer.
GAP muss bäuerliche Strukturen stärken
Darüber hinaus wurde die künftige Finanzierung und Ausgestaltung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) ab 2028 beleuchtet. „Wir brauchen auch künftig eine gut ausgestattete, starke EU-Agrarpolitik mit einkommenswirksamen Förderinstrumenten, die die bäuerlichen Strukturen stärken“, so Singer. Dazu gehörten ein Ausbau der Ersten-Hektare-Regelung sowie die Fortführung zentraler Programme wie Ausgleichszulage, Agrarumweltmaßnahmen, Investitionsförderung und Unterstützung für Junglandwirte. „Bei der Diskussion um den sogenannten ‚Aktiven Landwirt“ dürfen Betriebe im Nebenerwerb oder mit Einkommenskombinationen keinesfalls benachteiligt werden oder gar ganz aus der Förderung fallen“, betonte Singer.
Baurecht: Genehmigungsprozesse entbürokratisieren
Einmal mehr stand das Thema Baurecht auf der Tagesordnung, das vielen Betrieben auf den Nägeln brennt. „Bei den Genehmigungsbehörden muss die Gemeinsame Bekanntmachung im Rahmen land- und forstwirtschaftlicher Betriebe vom Juli 2021 noch besser zur Anwendung kommen“, forderte Singer. Grundsätzlich müssten Genehmigungsprozesse entbürokratisiert und beschleunigt werden, damit sich die landwirtschaftlichen Betriebe in ihrer ganzen Vielfalt weiterentwickeln können. Es gehe um Einkommensperspektiven für die landwirtschaftliche Betriebe und Wertschöpfung im gesamten ländlichen Raum.
Darüber hinaus wurde die neue Online-Plattform von „Einkaufen auf dem Bauernhof“ vorgestellt, auf der sich Direktvermarkter registrieren und so ihren Betrieb und ihr Angebot sichtbar für die Verbraucher machen können.