Betrieb & Entwicklung

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Eine Klasse von jungen Männern und Frauen in einer Schule für Hauswirtschaft

Position: Hauswirtschaft ist ein Zukunftsberuf!

Der Landesvorstand der Landfrauengruppe zur hauswirtschaftlichen Berufsbildung

13.05.2015 |

Die Kompetenzen, die Hauswirtschafter/innen mitbringen, werden am Arbeitsmarkt in vielfältigen Einsatzfeldern nachgefragt - in klassischen Einsatzfeldern wie der Verpflegung, der Textilreinigung und Raumpflege ebenso wie in den neuen Einsatzgebieten der pflegebegleitenden Hauswirtschaft, der Ernährungsinformation, der Alltagsbetreuung und dem Quartiersmanagement - Tendenz steigend.

Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Hauswirtschaft als Spiegel gesellschaftlicher Herausforderungen“, die im März 2015 vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie in Berlin vorgestellt wurde.

Trotz dieser guten Berufsaussichten und obwohl es in Bayern vielfältige Wege gibt, den Abschluss Hauswirtschafter/in zu erwerben, ist die Zahl der Abschlussprüfungen in den vergangenen Jahren in Bayern stetig gesunken.
Die Landfrauen im Bayerischen Bauernverband betrachten diese Entwicklung mit Sorge. Aus ihrer Sicht ist Hauswirtschaft ein Beruf, der in vielen diskutierten Feldern zum Einsatz kommen kann: in der Schulverpflegung, bei der Betreuung älterer Menschen in ihrer häuslichen Umgebung, bei Freizeitangeboten auf dem Land, in der Unterstützung Berufstätiger bei der Hausarbeit und in vielen anderen Bereichen.

Deshalb bringen sie folgende Punkte in die Diskussion um die Berufsbildung in der Hauswirtschaft auf Landes- und Bundesebene ein:

  1. Der Ausbildungsberuf Hauswirtschafter/in ist für junge Menschen attraktiv zu gestalten. Um dies zu erreichen, ist am Image der Hauswirtschaft in unserer Gesellschaft insgesamt anzusetzen. Außerdem sollte über eine für junge Menschen attraktive Berufsbezeichnung nachgedacht werden, die das Interesse am Ausbildungsberuf Hauswirtschaft weckt.
  2. Der Ausbildungsberuf Hauswirtschafter/in lebt von der Vielfalt hauswirtschaftlicher Versorgungs- und Betreuungsleistungen. Die Ausbildungsbetriebe sind aufgerufen, die hauswirtschaftliche Ausbildung so vielfältig zu gestalten wie es dem Berufsbild der Hauswirtschaft entspricht. Die Einrichtung von Ausbildungsverbünden sollte so einfach wie möglich gestaltet werden, damit ausbildungswillige Betriebe, die nicht alle Bereiche selbst abdecken können, an der Ausbildung junger Menschen teilhaben können.
  3. Die schulische Ausbildung sollte so praxisorientiert wie möglich gestaltet werden und den größtmöglichen Realitätsbezug aufweisen.
  4. Die Berufschancen für ausgebildete Hauswirtschafter/innen sollten besser kommuniziert werden. Neben einer Tätigkeit im Angestelltenverhältnis bietet sich für hauswirtschaftliche Fach- und Führungskräfte auch der Aufbau einer selbständigen Beschäftigung an. Die damit verbundenen Chancen sollten bei der Berufsorientierung angesprochen werden.
  5. Die Ausbildungsverordnung ist mehr als 15 Jahre alt. Eine Weiterentwicklung der Ausbildungsinhalte, die sich an den aktuellen Diskussionen um eine gute Versorgung und Betreuung von Menschen orientiert, ist darum dringend geboten. Auf die Vielfalt des Berufsbildes kann bei einer Weiterentwicklung nicht verzichtet werden, denn dieses ist Markenzeichen und Kernkompetenz der Hauswirtschaft!

 

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