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Zwei junge Landwirte arbeiten gemeinsam an einem Traktor

Gemeinsame berufliche Aus- und Fortbildung in der konventionellen und ökologischen Landwirtschaft

Position des Präsidiums des Bayerischen Bauernverbandes

29.05.2018 |

In Bayern kann der landwirtschaftliche Nachwuchs auf ein breites, qualitativ sehr hochwertiges Portfolio an Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten zurückgreifen. Vor dem Hintergrund einer immer wieder aufkeimenden Ausdifferenzierung der beruflichen Bildung für die konventionelle und ökologische Landwirtschaft bekräftigt das Präsidium des Bayerischen Bauernverbands zur künftigen Sicherstellung der o.g. Qualität folgende Prinzipien und Leitlinien:

Gleichberechtige Wahrnehmung beider Landbewirtschaftungsformen in der beruflichen Aus- & Fortbildung

Sowohl die konventionelle als auch die ökologische Landwirtschaft nehmen in der aktuellen Landbewirtschaftung ihren jeweils spezifischen Stellenwert ein. Demnach ist eine gleichberechtigte Wahrnehmung beider Methoden auschlaggebend für ein konstruktives Miteinander beider Systeme in der direkten gemeinsamen Arbeit zur Erzeugung von Lebensmitteln sowie in der Kulturlandschaftspflege. Die gründliche Auseinandersetzung mit dem Thema Ökolandbau in den Lehrplänen der beruflichen Aus- und Fortbildungseinrichtungen der Landwirtschaft ist daher essentiell für eine zukunftsorientierte Landwirtschaft. Der Landesfachausschuss Bildung und Beratung plädiert daher auch zukünftig für einen breiten Ansatz in der beruflichen Aus- und Fortbildung und eine gleichberechtigte Berücksichtigung beider Landbewirtschaftungsformen in den entsprechenden Qualifizierungsebenen.

Gemeinsame Aus- und Fortbildung intensivieren

Die teilweise schon manifestierte Aufspaltung der landwirtschaftlichen Fortbildung birgt die Gefahr, dass sich schon zu einem frühen Zeitpunkt im landwirtschaftlichen Bildungsweg eine abgrenzende Gegenüberstellung beider Formen verfestigt. Der gegenseitigen Austausch und die bessere Vergleichbarkeit beider Systeme sollen als Grundlage für eine spätere Entscheidung für eines der beiden Modelle oder aber für eine Kombination und Differenzierung in der eigenen Herangehensweise dienen. Die gemeinsame Aus- und Fortbildung hingegen kann frühzeitig Vorurteile und Differenzen in beide Richtungen vermeidbar machen und bietet die Möglichkeit für beide Seiten, im geschützten Rahmen ausgiebig voneinander lernen zu können.

Fundierte und universelle Grundausbildung sicherstellen

Eine fundierte und universelle Grundausbildung in der Ausbildung, insbesondere auch in der Berufsschule, ergänzt durch eine umfassende und alle Produktionsrichtungen und -systeme beleuchtende Fortbildung (Fachschulen etc.), stellt die Basis für eine nachhaltige Wissensgrundlage und eine wirkungsvolle Tätigkeit in der Landwirtschaft dar.

In der Fortbildung sollten aber auch persönliche und individuelle betriebliche Überlegungen für eine künftige Spezialisierung Berücksichtigung finden können.
Eine allumfassende berufliche Aus- und Fortbildung mit breitem Ansatz stellt das geeignete Rüstzeug für die Wahrnehmung sowie den richtigen Umgang mit zukünftigen Entwicklungen und Herausforderungen sowie den daraus resultierende Neuausrichtungen sicher.

Darauf aufbauend und ergänzend sollte dann ein geeignetes Angebot an Weiterbildungsmöglichkeiten in den verschiedensten Spezialisierungen zur Verfügung stehen, um den jeweils individuell für sich als richtig erachteten Weg beschreiten zu können.

Fachliche Fortbildung für Lehrkräfte ausweiten

Ausschlaggebend für eine angemessene Integration des Themas Ökolandbau in die schulische und berufliche Aus- und Fortbildung ist ein geeignetes und umfassendes Portfolio an fachlichen Fortbildungsmaßnahmen für die ausführenden Lehrkräfte zu eben diesem Themenfeld. Nur durch eine breite Kompetenzvermittlung im Unterricht können die Besonderheiten und Herausforderungen der beiden Landbewirtschaftungsformen ermittelt, analysiert und mit den Schülern und Studierenden diskutiert werden. Die Vermittlung fachlicher Grundlagen bzw. Expertise für Lehrkräfte ist daher wesentlich für eine zeitaktuelle, gleichwertige und realistische Betrachtung und Auseinandersetzung.

Zusammenarbeit der am Bildungsprozess beteiligten Institutionen

Um eine nachhaltige Sicherung und Ausweitung in der Gewinnung qualifizierter Fachkräfte in der Landwirtschaft zu gewährleisten, ist die enge Zusammenarbeit der betroffenen bzw. am Bildungsprozess beteiligten Institutionen essentiell. Zu diesen zählen neben dem Landwirtschafts- und Kultusministerium mit den ihnen zugeordneten Bildungsinstitutionen die berufsständischen Verbände (Bayerischer Bauernverband, vlf, vlm etc.) sowie auch die spezifischen Verbände des Ökolandbaus. Nur durch den gemeinsamen Austausch können aktuelle oder zukünftige Trends und Entwicklungen aufgenommen, analysiert und entsprechend zeitnah berücksichtigt und in der Fortbildung von Fachkräften umgesetzt werde. Ein solches Miteinander stärkt die berufliche Bildungsvielfalt in der Landwirtschaft und sichert die Fachkräfteentwicklung von heute und morgen.

Der Text der Position zum Herunterladen:

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