Rinder auf der Weide
© BBV

Impfen gegen Blauzungenkrankheit

Zum Schutz von Schafen und Rindern: Notfallzulassung für BTV-3 Impfstoffe in Deutschland

10.06.2024 | Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat am 6. Juni 2024 in einer Eilverordnung die Gestattung einer Anwendung von Impfstoffen gegen den Virus der Blauzungenkrankheit BTV3 zugelassen. Die Verordnung trat am 7. Juni 2024 in Kraft. Damit ist die Verwendung bislang nicht zugelassener Impfstoffe bei empfänglichen Tierarten für die nächsten sechs Monate gestattet, um das wetterbedingt steigende Infektionsrisiko einzudämmen. Insgesamt können drei Impfstoffe angewendet werden.

An der Impfung interessierte Betriebe, sollten auf ihren Tierarzt zugehen. Die Tierseuchenkasse hat einen Zuschuss in Höhe von 1 € pro nachgewiesene Impfung von Rindern bereits zugesagt.

Die Verordnung gestattet jedoch lediglich die Anwendung dieser Impfstoffe, diese sind nach wie vor nicht in Deutschland zugelassen. Sobald ein Impfstoff in Europa zugelassen wird, darf kein nicht-zugelassener Impfstoff mehr verwendet werden. Des Weiteren schützt die Impfung die Tiere vor der Krankheit, bringt jedoch keine Erleichterungen für die Verbringung von Tieren aus BTV-Gebieten in BTV-freie Gebiete. Dennoch empfiehlt das Friedrich-Loeffler-Institut eine vorsorgliche Impfung empfänglicher Tiere.

Dies ist aktuell auch für Bayern besonders relevant, da aufgrund des Hochwassers und steigender Temperaturen mit einem Anstieg des Insektenaufkommens zu rechnen ist. Dies erhöht die Gefahr einer Ausbreitung von Tierseuchen wie der Blauzungenkrankheit.

Der BBV hat sich daher mit einem Brief an Staatsminister Thorsten Glauber gewandt und flächendeckende Insektenbekämpfungsmaßnahmen bei Oberflächengewässer durch die Kommunen gefordert. Außerdem sollten Halterinnen und Halter der betroffenen Tierarten Mittel zugänglich gemacht werden, damit auch einzelbetriebliche Insektenbekämpfungsmaßnahmen vorgenommen werden können.