Tier

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Küken in einem Geflügelstall

Ausstieg aus dem Hahnenkükentöten

BBV und LVBGW warnen vor Scheinlösungen mit negativen Folgen

24.03.2021 |

Ein Entwurf zur Änderung des Tierschutzgesetzes zielt auf ein flächendeckendes Verbot des Kükentötens in Deutschland ab Ende 2021. Am 25. März steht im Bundestag die  1. Lesung  zur Änderung des Tierschutzgesetzes bevor, durch die  der Ausstieg aus dem Kükentöten zum 1.1.2022 beschlossen werden soll.

Der BBV fürchtet durch das Gesetz eine starke Strukturwirkung auf die heimischen Brütereien, die sich die immens teure Technik nicht leisten können, und damit eine Förderung der Importe von Küken/Junghennen aus dem Ausland.

BBV und LVBGW: Keine Scheinlösungen

Der Bayerische Bauernverband (BBV) und der Landesverband der Bayerischen Geflügelwirtschaft e.V. (LVBGW) haben sich in einem gemeinsamen Schreiben an die bayerischen Bundestagsabgeordneten gewandt. Darin warnen sie vor Scheinlösungen mit drastischen negativen Folgen. Für die kleinen bayerischen Brütereien bedeuten die Kosten von über 1 Mio. Euro für die Technik zur Geschlechtserkennung im Ei eine unüberwindbare Hürde. Und der Weg über eine Zucht hin zu Zweinutzungsrassen bedarf anderer Zeiträume. Märkte für den Absatz der so genannten Bruderhähne der derzeit dominierenden Legelinien haben sich trotzt großer Anstrengungen bisher leider kaum erschließen lassen.

Völlig unverständlich ist zudem, dass laut dem Gesetzentwurf bereits ab 1.1.2024 weitere Verschärfungen geplant sind, die die mit staatlicher Förderung in den letzten Jahren entwickelte Geschlechtsfrüherkennung zur Brückentechnologie degradiert. Denn ab 1.1.2024 soll eine Geschlechtserkennung bereits vor dem 7. Bruttag erfolgen. Eine solche Früherkennung bedarf neuer Verfahren, da die derzeit serienreifen Verfahren eine Geschlechtsbestimmung erst zwischen dem 9. und 14. Bruttag zulassen.

BBV und LVBGW appellieren mit Nachdruck an die Abgeordneten, geeignete Ausstiegsmodalitäten und Zeitpläne auf den Weg zu bringen, die in der gesamten EU umgesetzt werden müssen. Nur so könne sichergestellt werden, dass bei uns in Deutschland und Bayern weiterhin Eiererzeugung einschließlich der Erzeugung von Junghennen stattfinden kann und wird.

Das sagt der BBV:
Der Gesetzesentwurf gefährdet die bayerischen Brütereien und damit insbesondere die bayerische Junghennen-Nachzucht und wird die Importraten an Junghennen aus dem Ausland und die Transportstrecken erhöhen. Daher setzt sich der BBV für eine Fristverlängerung und den Erhalt der Nische „Futterküken“ ein.

 

© Grit Preusse, TU Dresden
Geschlechtserkennung im Ei
Zwei Forschungsgruppen der TU Dresden sowie der Klinik für Vögel und Reptilien der Universität Leipzig ist der technologische Durchbruch bei der Geschlechterbestimmung in Hühnereiern gelungen. Dank der Spektroskopie lässt sich mit dem neuen Verfahren bereits am ersten Tag nach einer möglichen Befruchtung feststellen, ob in dem Ei eine Legehenne heranwächst oder ein männliches Tier. Man sieht hier das geöffnete Ei und die embryonalen Blutgefäße. Gemessen wird das mit einem Laser angeregte Raman- und Fluoreszenzstreulicht (Raman- bzw. Fluoreszenzspektroskopie), insbesondere von Hämoglobin. Anhand der Raman- bzw. Fluoreszenzspektren des Hämoglobins kann man zwischen mänlichen und weiblichen Embryonen unterscheiden.
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