TFA: Neue Bewertung könnte Folgen für den Pflanzenschutz haben
EU bewertet Trifluoracetat neu: BBV fordert wissenschaftlich fundierte und praxistaugliche Lösungen statt vorschneller Verbot
Das Wichtigste in Kürze
- Die EFSA hat Ende Juli den Richtwert für die tägliche Aufnahme von TFA deutlich abgesenkt.
- TFA ist wasserlöslich, sehr mobil und praktisch nicht abbaubar und wird inzwischen im gesamten Wasserkreislauf nachgewiesen.
- Als Eintragsquellen gelten unter anderem Industrie, Kläranlagen sowie fluorhaltige Pflanzenschutzmittel.
- Weitere regulatorische Verschärfungen könnten Auswirkungen auf die Zulassung einzelner Pflanzenschutzwirkstoffe haben.
- Der BBV fordert wissenschaftlich fundierte, europaweit einheitliche und praxistaugliche Regelungen mit ausreichenden Übergangsfristen und verfügbaren Alternativen.
Warum ist das Thema für die Landwirtschaft wichtig?
TFA entsteht als Abbauprodukt verschiedener fluorierter Verbindungen und wird inzwischen nahezu flächendeckend in Oberflächengewässern, Grundwasser und Niederschlägen nachgewiesen. Neben Industrie und kommunalen Kläranlagen gelten auch fluorhaltige Pflanzenschutzmittel als mögliche Eintragsquelle.
Mit den jüngsten Bewertungen der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) nimmt der politische und regulatorische Handlungsdruck deutlich zu. Sollte TFA künftig als relevanter Metabolit eingestuft oder die regulatorischen Anforderungen weiter verschärft werden, könnte dies mittel- bis langfristig Auswirkungen auf die Zulassung einzelner Pflanzenschutzwirkstoffe haben.
Planungssicherheit für die Betriebe schaffen
Für die landwirtschaftliche Praxis ist deshalb entscheidend, dass mögliche Änderungen wissenschaftlich fundiert erfolgen und den Betrieben ausreichend Planungssicherheit bieten. Landwirte müssen sich darauf verlassen können, dass rechtmäßig zugelassene Pflanzenschutzmittel ohne spätere Vermarktungs- oder Haftungsrisiken eingesetzt werden können.
Aus Sicht des Bayerischen Bauernverbandes braucht es deshalb einen abgestimmten europäischen Ansatz, der Umwelt- und Gesundheitsschutz ebenso berücksichtigt wie Ernährungssicherung und die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Landwirtschaft.
BBV fordert europäische Gesamtlösung
Der Bayerische Bauernverband wird die weiteren Entwicklungen auf europäischer Ebene eng begleiten. Ziel muss eine praxistaugliche Gesamtregelung sein, die wissenschaftlich fundierte Entscheidungen ermöglicht, ausreichende Übergangsfristen vorsieht und gleichzeitig die Zulassung wirksamer Alternativen beschleunigt. Nur so lassen sich Umwelt- und Gesundheitsschutz sowie eine leistungsfähige heimische Landwirtschaft dauerhaft miteinander verbinden.