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Weizenfeld
© BBV

Gute Ernte 2025, aber ruinöse Getreidepreise

Bayerisches Landesamt für Statistik hat vorläufige Erntezahlen für Bayern veröffentlicht

28.08.2025 | Das Bayerische Landesamt für Statistik hat heute die vorläufigen Erntezahlen für Bayern veröffentlicht. Eine Einordnung.

Das Bayerische Landesamt für Statistik hat heute die vorläufigen Erntezahlen für Bayern veröffentlicht. Demnach können die Landwirte im Freistaat trotz schwieriger Witterungsbedingungen auf eine insgesamt gute Getreideernte 2025 zurückblicken.

Überraschung bei der Erntemenge 

Die Gesamterntemenge (ohne Körnermais und CCM) wird auf rund 6,3 Millionen Tonnen geschätzt, das sind +14,8 Prozent mehr als im sehr schlechten Jahr 2024 und sogar leicht über dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre. Besonders der Winterweizen mit einem Hektarertrag von 75 dt/ha (+7,9 Prozent) und die Sommergerste mit einem Plus von 29 Prozent heben das Gesamtergebnis positiv hervor und überraschen nach dem trockenen Vegetationsverlauf und der nassen Ernte Landwirte und Marktteilnehmer gleichermaßen. Lediglich beim Winterraps wird ein leichter Rückgang des Hektarertrags erwartet, auch wenn die Gesamtmenge insgesamt stabil bleibt.

Schwierige Marktsituation

Trotz erfreulichen Erntemengen stehen einige bayerische Ackerbaubetriebe heuer wirtschaftlich mit dem Rücken zur Wand. Die aktuellen Getreidepreise an der Euronext liegen bei nur noch rund 200 €/t für Weizen, die Erzeugerpreise nur noch knapp über 184 €/t, ein Niveau, das die Produktionskosten in vielen Betrieben nicht deckt.

Nicht zufrieden sind viele Landwirte mit den geernteten Qualitäten. Nach dem Dauerregen geernteter Weizen zeigt zum Teil massiven Auswuchs, aber auch Mutterkorn und Fusarium ist heuer in vielen Partien ein Problem.

Der aktuelle WASDE-Bericht über die globale Versorgungssituation beim Weizen des US-Landwirtschaftsministeriums zeigt, dass die globale Weizenproduktion 2025/26 zum sechsten Jahr in Folge unter dem weltweiten Verbrauch liegt. Die weltweiten Endbestände sinken weiter auf den niedrigsten Stand seit 2015/16. Trotzdem stehen die Weizenmärkte global unter Druck. Während Russland weiterhin der weltweit stärkste Weizenexporteur bleibt und die Tage seine geplanten Exportmengen sogar weiter angehoben hat, werden Exporte aus der EU vom sehr starken Euro-Kurs erschwert. Bei einer sehr reichlichen Versorgung mit Futtergetreide bleiben leider auch die Aufschläge für bessere Qualitäten weiter zu gering.

Zugang zu Prognosedaten sicherstellen

Ungenaue Ernteprognosen überraschen heuer die Märkte und vor allem unsere Landwirte. Wir befürchten zunehmend Wettbewerbsverzerrungen zwischen Landwirten und Händlern aufgrund großer finanzieller Hürden beim Zugang zu genaueren Prognosen, z.B. über Satellitendaten und deren Auswertungen mittels moderner KI-gestützter Software. Landwirte brauchen daher schnellstens kostengünstigen Zugang zu zuverlässigen Ernteprognosen, um ihre Vermarktungsstrategien besser planen zu können.