„Politik trifft Hof“
agrarpolitischer Abend mit MdB Artur Auernhammer
Unter dem Motto Politik trifft Hof stand der direkte Austausch im Mittelpunkt. Neben MdB Auernhammer nahmen Sophia Meyer (Gunzenhausen-Stetten) und Simon Herrmann (Feuchtwangen-Volkertsweiler) vom Landesvorstand des Agrarsozialen Arbeitskreises (ASA) der Evang. Landjugend (ELJ) als Jung-Landwirte neben BBV-Kreisobmann Erwin Auernhammer (WUG) auf dem Podium Platz.
Nach der Begrüßung von BBV-Kreisobmann Reinhold Meyer (AN), der MdB Auernhammer die Stichworte Futterknappheit aufgrund Trockenheit, hohe Energie- und Düngekosten, Verlässlichkeit in Politik und Lebensmittelhandel sowie Bürokratieabbau mit auf dem Weg gab, erläuterte der Abgeordnete in einem Eingangsstatement Auszüge der aktuellen Lage. Kriegerische Auseinandersetzungen weltweit und Zockerei von Ölkonzernen treiben die Preise für Energie und Düngemittel auf Rekordhöhen. Es müsse eine vom Ausland unabhängigere Versorgung erhalten und weiter aufgebaut werden. Steigende Sozialausgaben engen den Spielraum bei den Haushaltsberatungen des Bundes ein. Schnelle Hilfen sind kaum in Sicht. Die vom BBV geforderten Sofortmaßnahmen wie Rücknahme der Kürzungen beim Agrardiesel, Entlastungen in den Beiträgen der Sozialversicherungen und endlich die Einführung der Risikoausgleichsrücklage stoßen im Landwirtschaftsministerium auf offene Ohren, wenngleich für alle Regelungen Finanzmittel und Mehrheiten notwendig seien.
Mit je einem Fragenhagel deckten Simon Herrmann und Sophia Meyer zwischen den einzelnen Statements Artur Auernhammer richtiggehend ein. Schlagfertig sollte er sich zwischen zwei Worten entscheiden, was oft gelang, manchmal aber auch zu kurzen Erläuterungen führte. Da hieß es zum Beispiel Schweinshaxe oder Rinderbraten, Konventionell oder Bio, München oder Berlin, Politiker oder Landwirt, #Auernhammer isst oder Sachpolitik, Dünger jetzt kaufen oder warten?
Eingehender wurden auf die Fragen nach dem Mercosurabkommen verbunden mit der Forderung nach einer verpflichtenden Herkunftskennzeichnung eingegangen. Hier sprach sich Auernhammer für einfach, verständliche Kennzeichnung aus. Niemand lese das ganze Kleingedruckte auf der Rückseite der Verpackungen. Die Sorge wegen des starken Rückgangs der Tierhaltung teilen alle Beteiligten. „Solange wir über Tierwohl mitreden wollen, brauchen wir die heimische Produktion“, ist sich der Abgeordnete sicher. „Wenn erst einmal nicht mehr da ist, kommt alles aus dem Ausland und die Nachvollziehbarkeit ist kaum noch möglich“.
Keine klare Antwort gab es auf die Frage von Sophia Meyer wo Auernhammer, wenn er 25 Jahre alt wäre, investieren würde. Die Investitionssummen seien derzeit sehr hoch, zudem müsse die arbeitswirtschaftliche und soziale Komponente im Blick gehalten werden.
Bei der Energiewende werde die Holzenergie gerade im ländlichen Raum eine große Bedeutung behalten aber auch alle anderen regenerativen Energieträger tragen zum Erfolg bei. Diskutiert wurde schließlich auch noch über die GAP-Reform, die Situation der Betriebshelfer und der Ausbildung, über Mehrgefahrenversicherungen und die geplanten Regelungen der neuen Düngevorordnung.